PfadnavigationHomePolitikAuslandAussagen des Kreml-Sprechers„Das ist eine entscheidende Wendung“ – Russland stuft laut Militärexperte Ukraine-Krieg neu einStand: 08:44 UhrLesedauer: 3 MinutenMarkus Reisner, Offizier des österreichischen BundesheersQuelle: picture alliance/dpa/Daniel KarmannEine Äußerung von Kreml-Sprecher Peskow sei mit Blick auf die russische Militärdoktrin bedeutsam, sagt Militärexperte Markus Reisner. Zugleich zeigen britische Geheimdienstaufnahmen eine neue Maßnahme der russischen Schwarzmeerflotte.Der österreichische Militärexperte Markus Reisner sieht in jüngsten Äußerungen des Kremls eine bedeutsame Veränderung der russischen Position im Ukraine-Krieg. Anlass ist eine Aussage von Kreml-Sprecher Dmitri Peskow, der die bisherige Bezeichnung der russischen Invasion als „militärische Spezialoperation“ verlassen und stattdessen von einem „echten Krieg“ gesprochen hatte.„Das ist eine entscheidende Wendung in diesem Konflikt“, sagte Reisner im Interview mit ntv. Die Formulierung von Peskow sei insbesondere mit Blick auf die russische Doktrin der Kriegseinstufung bedeutsam.Lesen Sie auchReisner verwies darauf, dass Russland vier Stufen von Konflikten unterscheide: den lokalen, regionalen, großen und den globalen Krieg. „Beim Übergang vom regionalen zum großen Krieg kann es laut der russischen Doktrin zum Einsatz von Nuklearwaffen kommen“, sagte der Oberst. In russischen Militärkreisen werde bereits darüber diskutiert, ob ein solcher Schritt möglicherweise sogar in einem regionalen Kriegsszenario erforderlich sein könnte.„Es herrscht Krieg – ein echter Krieg“, sagte Peskow am Sonntag in einem Interview für den staatlichen russischen Nachrichtendienst Vesti. „Wissen Sie, warum es Krieg ist? Weil alles als militärische Spezialoperation begann. Es geht als Krieg weiter, weil hinter Kiew sowohl Berlin als auch Paris, Den Haag, Oslo und leider auch Washington stehen. Weil man ihnen hilft, über ihre Satelliten zu zielen, und man ihnen hilft, ausländische Waffen über ihre gesamte Infrastruktur auf unsere Ziele auszurichten.“Reisner: Moskaus Botschaft an die USADie Botschaft richtet sich nach Einschätzung von Reisner vor allem an die Vereinigten Staaten. Peskow signalisiere „vor allem den USA mit der Aussage die Bereitschaft des Kremls, den Konflikt weiter zu eskalieren“. Hintergrund sei die anhaltende amerikanische Unterstützung der Ukraine, insbesondere bei der Aufklärung und Zielzuweisung.Lesen Sie auchMit Blick auf die jüngsten russischen Luftangriffe auf Kiew warnte Reisner zudem vor einer Verschärfung der militärischen Lage. Die Ukraine könne zwar den Großteil der eingesetzten Drohnen abfangen, habe aber erhebliche Probleme bei der Abwehr von Marschflugkörpern und ballistischen Raketen. Grund sei vor allem der Mangel an Patriot-Abfangraketen. „Der Angriff letzte Nacht hat dies wieder gezeigt“, sagte er. In der Nacht von Sonntag auf Montag hatte Russland die ukrainische Hauptstadt Kiew erneut massiv mit Raketen und Drohnen angegriffen. Dabei wurden nach jüngsten Behördenangaben mindestens 22 Menschen in der Region Kiew getötet und Dutzende weitere verletzt.Zugleich sieht Reisner Russland trotz hoher Verluste weiterhin in der Offensive. Präsident Wladimir Putin gehe davon aus, die Initiative auf dem Schlachtfeld zu behalten und seine Ziele im Donbass zu erreichen. Der Druck auf die ukrainischen Streitkräfte sei „unvermindert hoch“, sagte der Experte. Russland versuche weiter, die verbliebenen ukrainischen Verteidigungsstellungen Schritt für Schritt unter seine Kontrolle zu bringen.Großbritannien: Russisches Militär packt U-Boote in spezielle SchutzkäfigeNach Einschätzung des britischen Verteidigungsministeriums reagiert Russland mit neuen Schutzmaßnahmen auf die zunehmende Reichweite ukrainischer Drohnenangriffe. Auf Satellitenbildern vom 6. bis 9. Juni sei zu erkennen, dass die russische Schwarzmeerflotte im Hafen von Noworossijsk U-Boote der Kilo-Klasse mit speziellen Schutzkäfigen gegen Drohnen ausgerüstet habe. Bis zum 9. Juni seien drei der vier dort stationierten U-Boote entsprechend nachgerüstet worden.Noworossijsk ist zum Dreh- und Angelpunkt der russischen Schwarzmeerflotte geworden, nachdem eine intensive ukrainische Angriffskampagne zu Beginn des Krieges Moskau gezwungen hatte, Kriegsschiffe und andere Ressourcen aus einem seit Langem gehaltenen Stützpunkt in Sewastopol auf der besetzten Halbinsel Krim abzuziehen.Die Ukraine hat eine Reihe von Angriffen mit Drohnen auf den Stützpunkt in Noworossijsk durchgeführt, insbesondere durch den Einsatz von unbemannten Booten, die zur Explosion gebracht wurden.ll
Ukraine-Krieg: „Das ist eine entscheidende Wendung“ – Russland stuft laut Militärexperte Krieg neu ein - WELT
Eine Äußerung von Kreml-Sprecher Peskow sei mit Blick auf die russische Militärdoktrin bedeutsam, sagt Militärexperte Markus Reisner. Zugleich zeigen britische Geheimdienstaufnahmen eine neue Maßnahme der russischen Schwarzmeerflotte.











