Kreml rückt ab von „Spezialoperation“: Plötzlich Krieg
Den Krieg gegen die Ukraine als solchen zu bezeichnen, wurde in Russland bislang hart bestraft. Nun macht der Kreml eine rhetorische Wende – aus Gründen.
Die neue Formel ist mehr als eine sprachliche Petitesse
Dmitri Lovetsky/ap/dpa
B islang bemühte der Kreml stets den Begriff „militärische Spezialoperation“, wenn es um Moskaus völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Ukraine ging. Wer in Russland in diesem Zusammenhang das Wort „Krieg“ in den Mund nahm, erhielt im besten Fall eine Geldstrafe, wenn er oder sie nicht gleich im Gefängnis landete. Doch jetzt hat diese euphemistische und realitätsverleugnende Bezeichnung offensichtlich plötzlich ausgedient. Kremlsprecher Dimitri Peskow sprach am Wochenende erstmals davon, dass sich die „Spezialoperation“ zu einem „echten Krieg“ entwickelt habe.
