El Obeid ist die aktuelle Frontstadt in Sudans Krieg. Blutige Angriffe der RSF-Miliz nehmen zu. Die UN warnt vor „Massengräueln an Hunderttausenden.
Das Wellblechdach der Tankstelle hängt nach einem Drohnenangriff in Fetzen hinunter. Es fahren kaum mehr Autos auf den Straßen. Der Preis pro Liter Benzin sei in nur wenigen Tagen von 33.000 sudanesische Pfund auf 150.000 Pfund gestiegen, umgerechnet knapp 250 Euro: „Das kann sich nun niemand mehr leisten“, berichtet ein sudanesischer Journalist, dessen Name aus Sicherheitsgründen nicht genannt werden kann. Er schickt dieser Tage regelmäßig Videos und Berichte aus der belagerten Stadt El Obeid in der sudanesischen Region Kordofan, wo sich die Lage täglich zuspitzt.
In Videos, die das sudanesische Investigativ-Journalistenteam 3Ayin veröffentlicht, sieht man völlig zerstörte Häuser. Wo einmal eine Schule stand, liegt jetzt ein Geröllhaufen. Märkte, Stromnetze, Transformer, Wasseraufbereitungsanlagen, Krankenhäuser: Die jüngsten Drohnenangriffe der paramilitärischen Miliz RSF („Schnelle Eingreiftruppe“), die seit über drei Jahren Krieg gegen Sudans Militärregierung führt, zeigen, wie die zivile Infrastruktur der Stadt gezielt zerstört wird, erklärt der Journalist im Video.












