Im Krieg im Sudan droht eine neue Eskalation: Rund eine halbe Million Menschen sind in der strategisch wichtigen Stadt Obeid eingeschlossen. Sie leiden seit Wochen unter zeitweise täglichen Drohnenangriffen der Miliz Rapid Support Forces (RSF), sagte ein Sprecher des Norwegian Refugee Council (NRC) der Nachrichtenagentur dpa. Und jetzt steht ein Großangriff bevor.
Elias Ata, NRC-Sprecher für das östliche Afrika, warnte vor neuen Gräueltaten wie in Faschir. Noch sei das Verlassen der von der Armee kontrollierten Stadt möglich. Nahezu tägliche Angriffe haben in den vergangenen Wochen unter anderem die Strom-, Treibstoff- und Wasserversorgung von Obeid weitgehend zerstört.Die RSF kämpft seit April 2023 gegen die Truppen des sudanesischen De-facto-Staatschefs Abdel-Fattah al-Burhan. Die RSF hatte im vergangenen Oktober nach eineinhalbjähriger Belagerung Faschir eingenommen, die Hauptstadt von Nord-Darfur. Nach Uno-Angaben wurden mindestens 6000 Menschen Opfer von Massakern. Experten des Yale Humanitarian Lab, die Satellitenaufnahmen auswerten, schätzen die Zahl der Toten in Faschir sogar auf 60.000.
Größte humanitäre Krise der WeltÜberlebende Einwohner in Faschir erlebten nach der Eroberung und auf der Flucht massenhaft sexuelle Gewalt. Die Uno bezeichnen den Krieg als die derzeit größte humanitäre Krise der Welt.Der Uno-Sicherheitsrat, die USA sowie europäische Staaten, darunter Deutschland, äußerten sich alarmiert über die Lage in Obeid. »Vergangenes Jahr wurde die Welt mit Entsetzen Zeuge der Gräueltaten in Faschir – Verbrechen, die dahin gehend bewertet werden, dass sie ›Merkmale eines Völkermords‹ aufweisen. Wir dürfen nicht zulassen, dass sich Derartiges wiederholt«, teilten die Außenminister Deutschlands, Frankreichs, Irlands, Italiens, der Niederlande, Norwegens und Großbritanniens mit.











