Es gibt gute Gründe, die AfD zu kritisieren und rote inhaltliche Linien gegen eine Zusammenarbeit mit ihr zu ziehen. Da ist zum Beispiel der völkische Nationalismus, der als ideologische Folie über ihren programmatischen Aussagen liegt und von einigen ihrer Politiker sogar recht offen propagiert wird.Oder die NS-verharmlosenden Äußerungen von AfD-Politikern wie Gauland oder Krah, die auf einen Geschichtsrevisionismus hinauslaufen. Oder das destruktive Handeln, wenn einer der Ihren mal eine Funktion hat, in der demokratische Verantwortung gefragt wäre, wie vor zwei Jahren der Alterspräsident bei der Konstituierung des Thüringer Landtags.Selbsterklärter AntifaschismusWas aber keinesfalls legitim ist, sind Versuche, die Veranstaltung zu verhindern. Da mögen die Gruppierungen, die den AfD-Parteitag „blockieren“ wollen, noch so sehr damit prahlen, dass sie sich mit Zehntausenden Leibern höchstpersönlich dem Faschismus in den Weg stellten: Es gibt in einem demokratischen Rechtsstaat Instanzen, die darüber zu entscheiden haben, ob eine Veranstaltung stattfinden darf oder gar eine Partei zu verbieten ist. Sie gehen nach gesetzlich festgelegten Regeln vor. Selbst erklärter „Antifaschismus“ ist keine Legitimation, das Recht in die eigenen Hände zu nehmen.Umso mehr ist erschütternd, dass die Linken-Parteivorsitzende Schwerdtner sich nicht klar davon distanziert. Sie hat sich zwar „gewaltfreien“ Protest gewünscht. Aber zugleich forderte sie, zu verhindern, dass der Parteitag „normal stattfinden kann“. Worauf wird das hinauslaufen?