Das Bündnis Widersetzen mobilisiert in die Hauptstadt Thüringens, um eine rechtsextreme Versammlung zu verhindern – auch mit Blockaden. Eine gute Idee?
JA,
denn wer es ernst meint mit „Kein Fußbreit dem Faschismus“, muss die AfD am 4. und 5. Juli blockieren. Mit dem Rechtsextremisten Björn Höcke an der Spitze will die Partei in den Messehallen Erfurts ihren Bundesparteitag unter dem Motto „Neustart für Deutschland“ abhalten.
Was die Partei sich unter dem Motto vorstellt, ist klar: ein Deutschland ohne migrantische und queere Menschen, ein Land, in dem Frauen den Männern gehorchen und jede Menge Kinder gebären müssen, in dem alles, was nicht in die faschistische Ideologie der Partei passt, verboten und abgeschoben wird. Sich dem entgegenzustellen, ist eine antifaschistische Selbstverständlichkeit und lässt sich nicht damit abtun, dass die AfD nun mal eine demokratisch gewählte Partei sei, die Parteitage abhalten müsse.
Doch die Sinnhaftigkeit der Widersetzen-Bewegung, unter der zahlreiche Vereine, Organisationen und Individuen zur Blockade aufrufen, wird trotz allem infrage gestellt – auch von Linken. Da heißt es dann: Es gibt andere Dinge, gegen die zu demonstrieren viel wichtiger wäre. Denn was ist mit den Frauen in Afghanistan? Was mit den Kindern in Palästina? Was mit den Hungernden in Sudan? Und müsste es nicht längst große Sozialproteste gegen die Kürzungen der Bundesregierung geben? Sollte Geas, die große Asylrechtsverschärfung der EU, uns nicht alle auf die Straße treiben? Und denkt eigentlich noch jemand an die Klimakrise?











