„Wir wollen Deutschland wieder flottkriegen“, sagt Friedrich Merz. „Wir führen unser Land in die Zukunft“, fährt er fort. „Wir beginnen, die Fesseln zu lösen.“Zwar betonte Friedrich Merz erneut, hier keinen „Big Bang“, keinen großen Wurf zu verkünden – Reformen seien ein dauerhafter Prozess. Aber es ist doch allen Beteiligten klar, dass sie und die Arbeit ihrer Koalition daran gemessen werden, ob sich nach dem ausgebliebenen Herbst der Reformen und Frühling der Entscheidungen nun tatsächlich etwas tut in der Bundesrepublik.Bundesregierung Ein bisschen Aufbruch. Nach 423 langen Tagen Friedrich Merz hat lange geglaubt, ein Kanzlerwechsel alleine brächte die Wende. Weit gefehlt. Mittlerweile aber arbeitet seine Regierung. Ein Kommentar. Kommentar von Max HaerderJeder Monat mit Sozialbeiträgen über 40 Prozent sei einer zu viel, klagte Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger gerade in der „Neuen Zürcher Zeitung“. Wirtschaftspolitik entscheide sich auch bei der Arbeit und dem Sozialen. Was Dulger sich unter anderem vorstellt: das Ende starrer Arbeitszeitmodelle. „Wir werden alle länger arbeiten müssen“, sagt er.Neun Punkte, um den Arbeitsmarkt zu belebenIm geplanten Reformpaket finden sich nun neun Punkte, die den Arbeitsmarkt beleben sollen. Einen hob Merz besonders hervor: Unternehmen sollen Beschäftigte künftig bis zu vier Jahre befristet anstellen und befristete Verträge bis zu sechs Mal verlängern können – bei sogenannten sachgrundlosen Befristungen. Das entsprechende Gesetz soll zunächst bis Ende 2030 gelten. Besonders für Start-ups, aber auch für Betriebe, die expandieren wollen, sei das wichtig, um neue Beschäftigung zu ermöglichen, sagte der Kanzler.Fachleute stimmen zu. „Ein wichtiger Schritt für mehr Flexibilität“, urteilt Holger Schäfer, Arbeitsmarktökonom beim Institut der deutschen Wirtschaft. Für Unternehmen werde es einfacher, einen Arbeitsvertrag befristet abzuschließen. Das versetze Betriebe stärker in die Lage, auch bei Unsicherheit über ihren künftigen Arbeitskräftebedarf Einstellungen vorzunehmen.Ein zweiter Punkt: Bei Abfindungen soll es Steuervorteile geben, wenn die Betroffenen schnell einen neuen Job aufnehmen. Auch das haben Ökonomen bereits vorgeschlagen. Es gebe „Beschäftigten Anreize, macht Restrukturierung einfacher und bringt Fachkräfte für Firmen in aufstrebenden Bereichen“, erklärt Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung.
Reformpaket: Wie die Bundesregierung den starren Arbeitsmarkt beleben will
Kündigungsschutz für Top-Verdiener wird gelockert. Längere Befristungen und Steuervorteile bei Abfindungen sollen den Arbeitsmarkt flexibler machen. Was bedeutet das für die deutsche Wirtschaft?













