Eigentlich suchte unsere Autorin nur nach einzigartigen Feierabend-Drinks. Was sie fand, waren vier miteinander verbundene Orte, die im Licht der untergehenden Sonne von einer Stadt erzählen, die sich ständig verändert und trotzdem immer Berlin bleibt. Was die Terrassen dieser Stadt sonst noch so können und warum sie in diesem Sommer unverzichtbar sind, lesen Sie im Erfahrungsbericht. Zum Nachmachen wärmstens empfohlen. Das Ganze funktioniert natürlich auch ohne Alkohol.
1. Moulin Rouge und das Abendrot der Vergangenheit
Wenn Jason Salomon Rinnert einen Moulin Rouge zubereitet, wabert die Rotweinwolke perfekt über dem Gemisch aus Pfirsichlikör und Orangensaft. „Wie ein flüssiger Sonnenuntergang“, bemerkt er. Im Hintergrund klackern Schritte zu Cha-Cha-Cha-Rhythmen. Dazu gibt es Rundumblick und eine Dachterrasse mit Zuckerbäckerfassade. „Fast wie damals“, sinniert so mancher betagte Gast, während er am Eierlikör nippt. „Wenn man ein klein wenig die Augen zukneift.“
Das Place One im 13. Stock des Haus Berlin am Strausberger Platz 1 ist vielleicht eines der schönsten Beispiele dafür, wie Wandel den Zauber vergangener Zeiten bewahren kann. So hat Jason Salomons Mutter, die Berliner Choreografin Susanne Rinnert, den einstigen legendären Treffpunkt für die illustre Ost-Berliner Gesellschaft zu neuem, altem Leben erweckt. Mit ihr sind Tanzabende, Barbetrieb und DDR-Cocktails zurückgekehrt. Und die Möglichkeit, Zeuge einer kosmischen Liebeserklärung an die Stadt zu werden. Nämlich dann, wenn die Sonne auf gleicher Höhe mit der Fernsehturmkugel leuchtet.









