PfadnavigationHomePolitikAuslandVerbotene Bischofsweihen„Schismatischer Akt“ – Papst Leo XIV. exkommuniziert PiusbrüderStand: 11:09 UhrLesedauer: 2 MinutenLeo XIV. hält eine Rede vor dem Dom von PaviaQuelle: Antonio Calanni/AP/dpaPapst Leo XIV. hat sechs Geistliche der Piusbrüder nun offiziell exkommuniziert, da die Gruppe unerlaubte Bischofsweihen vorgenommen hatte. Der Vatikan erklärt außerdem von Piusbrüdern gespendete Sakramente für ungültig.Der Vatikan hat nach einer von Papst Leo XIV. nicht erlaubten Bischofsweihe sechs Mitglieder der erzkonservativen Piusbruderschaft exkommuniziert. Die Geistlichen hätten mit der Zeremonie am Mittwoch einen „schismatischen Akt“ vollzogen und die Piusbruderschaft selbst habe ein Schisma, also eine bewusste Spaltung der Kirche, herbeigeführt, teilte der Heilige Stuhl am Donnerstag mit. Exkommuniziert wurden Bischof Alfonso de Galarreta, der die Weihe vollzogen hatte, sowie ein weiterer beteiligter Bischof und jene vier Geistlichen, die ohne Erlaubnis des Vatikans in den Bischofsstand erhoben wurden.Der Vatikan forderte zudem gläubige Christen auf, keine Messen der Bruderschaft mehr zu besuchen, und drohte, dass „diejenigen, die sich formell der Bruderschaft anschließen“ als Schismatiker gelten und ebenfalls exkommuniziert würden. Zudem erklärte der Heilige Stuhl die von den Priestern der Bruderschaft gespendeten Sakramente der Beichte und der Ehe für ungültig. Damit ging der Vatikan deutlich über die Minimalsanktionen hinaus, die er in einem solchen Fall nach dem Kirchenrecht verhängen kann.Die Piusbruderschaft ist überzeugt, dass sie allein die kirchliche Tradition und den katholischen Glauben bewahrt. Der französische Erzbischof Marcel Lefebvre hatte die Organisation 1970 als Gegenbewegung zu den Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils ins Leben gerufen, die die Kirchenliturgie zeitgemäßer machen sollten. Ihre Mitglieder halten an traditionellen lateinischen Messen fest und lehnen moderne Liturgien ab.Lefebvre hatte schon 1988 vier Bischöfe ohne päpstliche Zustimmung geweiht. Der Vatikan exkommunizierte damals Lefebvre und die vier Bischöfe umgehend und erklärte die Weihen ebenfalls zu einem „schismatischen Akt“. Papst Benedikt XVI. hob die Exkommunikationen 2009 im Rahmen seiner jahrelangen Bemühungen um eine Annäherung an die Gruppe auf.Lesen Sie auchDas Dekret vom Donnerstag wurde als Signal gewertet, dass der Vatikan nach jahrzehntelangen Verhandlungen mit der Piusbruderschaft endgültig einen Schlussstrich ziehen will. Der Generalobere der Piusbruderschaft, Davide Pagliarani, hatte in seiner Predigt am Mittwoch gesagt, die Bischofsweihen seien für das Heil der Seelen notwendig, dienten letztlich aber auch Leo und der Kirche selbst.Lesen Sie auch„Man wirft uns vor, den Papst nicht zu respektieren“, sagte er. „Aber gerade weil wir den Papst als Stellvertreter Christi, als Oberhaupt der Kirche lieben, wollen wir nicht länger mit ansehen, wie der Papst an der Seite falscher Hirten, die falsche Religionen vertreten, gedemütigt wird.“AP/lfb