Mats Hummels wollte nach dem deutschen WM-Aus Konsequenzen sehen – bis hinauf zum Bundestrainer. Jetzt liefert der Weltmeister von 2014 eine ungewöhnlich ehrliche Fußnote nach: Seine Kritik an Julian Nagelsmann (38) ist nicht ganz frei von Persönlichem.

„Da ist nicht alles fair gelaufen“

Vor dem Sechzehntelfinale zwischen Frankreich und Schweden sitzt Hummels (37) als Experte im Magenta-TV-Studio, neben ihm Moderatorin Laura Wontorra (37). Es geht, wie könnte es anders sein, noch einmal um das frühe Scheitern der deutschen Elf.Und dann sagt Hummels einen Satz, der in seiner Offenheit heraussticht: „Ich bin natürlich von der Geschichte um die Heim-EM 2024 beeinflusst. Da ist nicht alles sehr fair und ehrlich mit mir gelaufen.“Gemeint ist die Nicht-Nominierung für das Turnier im eigenen Land. „Das müssen wir irgendwann noch mal in einem privaten Gespräch aufräumen. Das ist bisher nicht passiert“, so Hummels. „Deswegen bin ich logischerweise emotional in eine Richtung gedrängt.“

Die alte Rechnung mit der Heim-EM

Zur Erinnerung: Nagelsmann verzichtete vor der EM 2024 freiwillig auf Hummels. Die Begründung des Bundestrainers: Er fürchtete, der damalige BVB-Verteidiger könnte in einer Reservistenrolle für Unruhe im Team sorgen.Für Hummels blieb das ein wunder Punkt. Dass er ausgerechnet nach dem 4:5 im Elfmeterschießen gegen Paraguay die Trainerfrage stellt, ordnet er nun selbst ein.„Ich habe es bewusst so formuliert, dass ich nicht die Namen nenne“, sagt er. „Das Einzige, was ich gemacht habe, war, die Position des Bundestrainers natürlich zu hinterfragen.“