Keine Chance für die Verteidiger der todgeweihten Zürcher Autobahn: Das Parlament beschliesst das Ende der A 50Im Kantonsrat stimmte am Montag selbst die FDP dafür, aus der Schnellstrasse eine normale Strasse zu machen. Aus Pragmatismus.29.06.2026, 17.45 Uhr2 LeseminutenVon diesem Kreisel aus geht es unten rechts auf die A 50, hier auf einem Bild von 1980.Jules Vogt / ETH-BildarchivZürich schafft eine Autobahn ab – mangels Verkehrsaufkommens. So aussergewöhnlich dieser Vorgang ist, so deutlich fiel am Montag im Kantonsparlament der Entscheid: Mit 129 zu 46 Stimmen wurde die A 50 bei Glattfelden aus dem kantonalen Richtplan gestrichen.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Ausser den Vertretern der SVP fanden alle, man könne dieses nur gut 4 Kilometer lange Stück Schnellstrasse im Zuge der nächsten Sanierung guten Gewissens von vier auf zwei Spuren reduzieren und zu einer normalen Hauptstrasse mit Tempo 80 machen. Bei der A 50 handelt es sich um das einzige Fragment einer geplanten Autobahn zwischen Winterthur und Basel, die nie fertig gebaut wurde. Entsprechend gering ist das Verkehrsaufkommen.Die für die Strassen zuständige Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh (FDP) zeigte im Parlament Verständnis dafür, dass der Rückbau einer Strasse Irritation auslösen könne. Das Vorhaben sei aber für den Kanton eine Chance, denn dadurch liessen sich unter anderem wertvolle Fruchtfolgeflächen zurückgewinnen. Und solche müsse der Kanton als Ersatz bereitstellen, wenn er anderswo neue Strassen bauen wolle.Kurz: Man opfert eine zu gross geratene Verbindung am falschen Ort zugunsten wichtigerer Verkehrsinfrastruktur.Darum stimmten im Parlament nicht nur die Vertreter linker Parteien für das Ende der A 50, die sich «über jede gestrichene Autobahn freuen», wie Felix Hoesch (SP, Zürich) sagte. Sondern auch die Freisinnigen, die dies laut Sarah Fuchs (Meilen) nicht aus ideologischen Gründen taten, sondern aus Pragmatismus. Zumal ein Gutachten ergeben habe, dass es an dieser Stelle auch in Zukunft keinen Bedarf für eine vierspurige Autobahn gebe und dass der Anti-Stau-Artikel in der Verfassung nicht verletzt werde.In den Reihen der SVP war man erstaunt über die FDP. Diverse Redner erwähnten Gründe, weshalb man die A 50 nicht aufgeben dürfe: weil man nach dem Volks-Nein zur 10-Millionen-Schweiz mit «massloser Zuwanderung» und entsprechendem Verkehr rechnen müsse. Weil die bald eröffnete neue Mini-Autobahn von Bülach durch den Hardwald mehr Verkehr in die Region bringe. Weil andere geplante Verbindungen im Richtplan so unrealistisch seien, dass man eine Ersatzroute benötige. Oder weil es eine Strasse brauche, auf der der Aushub aus dem geplanten Atomendlager abtransportiert werden könne.Damit drang die SVP aber nicht durch. Immerhin: Ein Stück der Autobahn wird für die Nachwelt erhalten bleiben, wenn sie dereinst rückgebaut wird. Der grosse Viadukt über die Glatt lässt sich laut Carmen Walker Späh nicht einfach halbieren. Der SP-Kantonsrat Hoesch hat schon eine Idee, wie man den frei werdenden Platz in luftiger Höhe dereinst nutzen könnte: für einen «tollen Veloweg».Teil der A 50 ist dieser Viadukt über die Glatt, hier wenige Jahre nach der Eröffnung 1978.Jules Vogt / ETH-BildarchivPassend zum Artikel
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Im Kantonsrat stimmte am Montag selbst die FDP dafür, aus der Schnellstrasse eine normale Strasse zu machen. Aus Pragmatismus.






