Ein Mann sucht Abkühlung in Madrid: »Gibt’s keine Impfung gegen Sommer?«
Ein gewisser Albert Anthony, 41, aus dem US-Staat Louisiana, lieferte diese Woche ein perfektes Beispiel für eine in diesen Tagen weitverbreitete Haltung: aggressive Ignoranz. Eigentlich braucht man längst ein eigenes Wort dafür: Man könnte sie »Aggnoranz« nennen – nicht nur einfache Unwissenheit, sondern die wütende Verteidigung erkennbar falscher Positionen.
Anthony stand der »New York Times« zufolge unweit des Reflecting Pool in Washington und erklärte die beobachtbare Realität für eine Lüge. Das Wasserbecken ist nach einer für den US-Steuerzahler viele Millionen Dollar teuren Fehlentscheidung von US-Präsident Donald Trump bekanntlich mit grünen Algen und Farbfetzen gefüllt .»Schauen Sie sich das Wasser doch einfach an«, sagte Anthony, es sei »nicht grün«. Die für alle sichtbare Farbe, das seien »Fake News« und Donald Trump »der beste Präsident, den wir jemals hatten«. Unterdessen nehmen US-Behörden immer wieder Leute fest, die Farbfetzen aus dem Wasser fischen, weil Donald Trump behauptet hat, der Pool sehe nur wegen »Vandalen« so aus.
Realitätsverleugnung als StammeszeichenDiese beiden inkompatiblen Varianten – der Pool ist gar nicht grün, der Pool sieht aufgrund von Vandalismus so aus – sind objektiv falsch. An einen Ort zu gehen, an dem alle sehen können, was wirklich der Fall ist, und dort dann einem Reporter gegenüber das Gegenteil zu behaupten – das ist Aggnoranz. Marktführer darin ist Donald Trump, der Präsident der Realitätsverleugnung.












