In diesem Roman werden Menschen zu Vogel, Ziege und FischDie Schweizer Autorin Julia Weber findet originelle Bilder für körperliche Nähe. Ihr neuer Roman is von bezaubernder Fremdheit.28.06.2026, 05.30 Uhr2 LeseminutenJulia Weber erzählt in ungewöhnlichen Bildern von körperlicher Nàhe.Ayse YavasJulia Weber hat einen ganz eigenen Blick auf die Welt. Wenn die Schweizer Autorin erzählt, verschiebt sich die Wirklichkeit, wird sonderbar und sinnlich. So hängt der Mond am schwarzen Himmel, «als wäre er mit Milch gefüllt». Und ein «Blick im Spiegel ist ein Spiegelei. Weich und ganz und nahe am Auslaufen.» Die Mutter hat eine «krustige Stimme». Und das Seltsamste: Die Ich-Erzählerin Ruth kommt mit einem Fell zur Welt. Ihr ganzer Körper ist behaart. Nach ein paar Jahren, als sie zur Schule geht, fallen die Haare aus, darunter kommt weisse Haut zum Vorschein. Ruth hat das Monströse verloren, doch sie bleibt besonders.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Ruth hat nämlich eine Gabe, Julia Weber nennt es auch «Glanz»: Sie kann Menschen verwandeln. Ihre magischen Kräfte, die in der Romanrealität ganz natürlich erscheinen, entfalten sich insbesondere bei Körperkontakt. «Ich lege ihm meine Hände an die Ohren und küsse seine Augen. Die Pupillen werden schmaler, bis sie nur noch Schlitze sind. An den Schultern wächst ihm das Fell, weiss, ockerfarben.» So wird Leo zur Ziege; andere Menschen werden in Ruths Armen zu einem Fisch oder einem Vogel, als sei dies das Normalste der Welt.Julia Webers dritter Roman ist ein modernes Märchen über die verwandelnde Kraft von Beziehungen. Hier wird Nähe möglich, Menschen berühren sich, liegen Haut an Haut, doch diese Nähe ist nicht primär sexuell konnotiert. Die Tiergestalten, die Ruth herbeizaubert, sorgen für Fremdheit, manchmal für Komik.So verhandelt «Weil ich Ruth bin» auch unsere Vorstellungen von Liebe und Geschlechterrollen. Obschon man den episodenreichen Text noch hätte kürzen können, folgt man ihm staunend. Er weitet die Wahrnehmung und verwandelt die Welt mit sinnlichen Sprachbildern. Je länger man sie betrachtet, desto fremder schaut sie zurück.Julia Weber: Weil ich Ruth bin. Limmat 2026, 460 Seiten.Ein Artikel aus der «NZZ am Sonntag»Passend zum Artikel
Plötzlich sind wir Ziege oder Vogel - Julia Weber findet originelle Bilder für Nähe
Schweizer Autorin Julia Weber schreibt originell über Nähe, Berührung und Care
Questo articolo è una **recensione letteraria** su un romanzo di Julia Weber (editore Limmat, 460 pagine). Non ha alcun collegamento a tech, AI, business o ambiti di interesse per manager IT e CTO. Non rientra nella testata Warptech Tech News. Potrebbe essere stato copiato per errore? Se hai un articolo tech/business/AI in tedesco che vuoi riassumere, incollalo e procedo con le 2 frasi secondo il framework che hai indicato.








