Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.Wichtige UpdatesTemperaturrekord in Deutschland: 41,3 Grad im Saarland gemessenLeichen von zwei Männern nach Sprung in Bodensee entdecktSchweizer AKW Beznau wegen Hitze abgeschaltetVerband: Mehrheit der Kliniken ohne Klimaanlagen für Patienten Paris verbietet Konsum und Verkauf von Alkohol Aussichten für das Wochenende: Rekordhitze und Unwetter - zahlreiche Veranstaltungen abgesagtNach dem Temperaturrekord in Deutschland mit 41,3 Grad, gemessen am Freitag im Saarland, erwarten Experten die nächsten Höchstwerte. Für das Wochenende sagt der Deutsche Wetterdienst (DWD) den Höhepunkt der Hitzewelle mit Temperaturen von bis zu 42 Grad vorher. Wo es trocken bleibt, dürfte auch die Nacht drückend sein: Im besonders betroffenen Baden-Württemberg etwa dürften die Temperaturen erst nach Mitternacht überall unter 30 Grad sinken, so der DWD.Aufgrund der erwarteten hohen Temperaturen wurden zahlreiche Veranstaltungen in Deutschland und ganz Europa an diesem Wochenende abgesagt. In Stuttgart wird das Kessel Festival nicht fortgesetzt. Gesundheit stehe an erster Stelle, teilte der Veranstalter mit. Das Festival habe am Freitag noch mit einem erweiterten Schutzkonzept stattgefunden, die Sicherheit des zweiten Veranstaltungstags könne jedoch nicht mehr gewährleistet werden. Absagen gab es auch an vielen anderen Orten, darunter das Sunset Beach Festival in Haltern am See, die Pride-Parade in Paris und ein Elektro-Festival in den Niederlanden. Die Rettungsorganisation Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland plädierte zuletzt auch für Absagen im Hobbysport-Bereich: „Bei Sportveranstaltungen mit einem hohen Anteil an untrainierten und unprofessionellen Sportlern würden wir eine Verschiebung empfehlen“, betonte die Organisation in der Welt.Wie emotional solche Absagen sein könnten, zeigte sich zum Beispiel beim abgesagten Halbmarathon in Hamburg. „Es sind viele Tränen geflossen im Team, weil alle in den vergangenen Monaten wahnsinnig viel Arbeit in den Lauf reingesteckt haben“, sagte Steven Richter am Freitag der Hamburger Morgenpost. Es sei ein Schock gewesen und die Entscheidung sei „extrem“ schwergefallen, nun beginne die Suche nach einem neuen Termin.Der Bahnbetreiber National Express kündigte am Morgen in Köln an, am Nachmittag in Nordrhein-Westfalen wegen der hohen Temperaturen vorübergehend den Betrieb aller RRX-Linien einzustellen. Betroffen sind zwischen 13 und 19 Uhr die Linien RE1, RE4, RE5, RE6 und RE11. „Die Maßnahme dient dem Schutz der Fahrgäste und Mitarbeitenden und soll verhindern, dass es unter den aktuellen außergewöhnlichen Wetterbedingungen zu ungeplanten Zugausfällen auf freier Strecke kommt“, so das Unternehmen. Der DWD rechnet bereits für Samstagnachmittag und -abend an der Nordseeküste sowie vom westlichen Mittelgebirgsraum bis in den Nordosten mit lokal kräftigen Gewitter und Unwetter. Für Bayern erwarten die Meteorologen für Samstagnachmittag und abends in den Alpen nur einzelne Gewitter, in der Nacht zum Sonntag werde es, abgesehen von einzelnen Schauern, klar. Für Sonntag sind in ganz Deutschland gebietsweise teils schwere Gewitter mit erhöhter Unwettergefahr angekündigt. Laut DWD drohen Sturmböen, heftiger Starkregen und großer Hagel. In der Nacht zum Montag werden erneut schwere Gewitter mit Starkregen erwartet. Vielerorts hohe Waldbrandgefahr: Aufruf zur VorsichtDie Waldbrandgefahr hat deutschlandweit angesichts der langen Trockenheit zugenommen. Dem Deutschen Wetterdienst zufolge gilt vielerorts die zweithöchste Warnstufe, am Wochenende könnte teilweise sogar die höchste der fünf Warnstufen erreicht werden. So ordneten etwa in Bayern die Regierungen von Unter-, Mittel- und Oberfranken für Samstag und Sonntag Beobachtungsflüge an, um Waldbrände frühzeitig zu entdecken. Auch in anderen Teilen des Landes herrscht bei Feuerwehren erhöhte Alarmbereitschaft. So gilt Brandenburg wegen ausgedehnter Kiefernwälder, geringer Niederschläge und leichter Sandböden als besonders anfällig. Dass einzelne Regionen besonders betroffen sind, hängt nach Einschätzung von DWD-Meteorologin Elisabeth Brunnbauer von mehreren Faktoren ab: von den erwarteten Temperaturen, den Niederschlägen in letzter Zeit und auch von der Art des Waldes. Mischwald ist meist weniger anfällig. Besonders hoch ist die Waldbrandgefahr nach Angaben des bayerischen Forstministeriums derzeit in lichten Kiefern- und Fichtenwäldern, an sonnigen Südhängen und in stark besuchten Ausflugsgebieten. Kiefern gelten durch ihren hohen Harz- und Ölanteil als besonders leicht entflammbar.Feuer im Wald entstehen meist durch fahrlässige Brandstiftung. Bayerns Forstministerin Michaela Kaniber appellierte deshalb auch für das Wochenende erneut an alle Waldbesucher, besonders vorsichtig zu sein, kein Feuer zu machen, nicht zu rauchen oder zu grillen. „Schon ein Funke kann einen Waldbrand auslösen“, so die CSU-Politikerin. Auch heiße Fahrzeugkatalysatoren könnten Brände auslösen. Autos und Motorräder sollten deshalb nur auf ausgewiesenen Parkplätzen abgestellt werden. Hitzeschaden: Fahrstreifen auf A7 südlich von Hamburg gesperrtWegen eines Hitzeschadens in der Fahrbahn wurde ein Fahrstreifen der A7 im Süden Hamburgs sperren lassen. Der Hauptfahrstreifen in Richtung Norden können in Höhe der Anschlussstelle Hamburg-Marmstorf auf 2,5 Kilometern nicht befahren werden, teilte ein Sprecher der Autobahngesellschaft mit. Die Sperrung werde voraussichtlich bis Montagnachmittag um 15.30 Uhr andauern. Die Ausfahrt Marmstorf sei ebenfalls gesperrt worden, die Auffahrt sei verkürzt, stehe aber weiter zur Verfügung.Eine Naht im Hauptfahrstreifen habe sich gelöst und sei von dem darüber laufenden Verkehr aus der Fuge gezogen worden. Dadurch habe sich stellenweise auch die Asphaltdeckschicht abgelöst. Die A7 ist in dem Bereich an der Landesgrenze zu Niedersachsen nur zweispurig. Wegen der Hitzewelle hat die Autobahn GmbH Nord ihre Kontrollen auf den Autobahnen in Norddeutschland verstärkt. Die Strecken würden auch am Wochenende zweimal täglich kontrolliert – jeweils am Vormittag sowie erneut am späten Nachmittag oder Abend, hieß es. Spender ermöglicht Kindern freien Freibad-EintrittDank eines Spenders ist der Freibad-Besuch für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren im nordhessischen Schwalmstadt kostenlos. Wie die Stadt auf ihrer Homepage berichtet, gilt die Aktion für das Freibad Ziegenhain während der sechswöchigen Sommerferien, die am Freitag begonnen haben. Laut Homepage des Freibads kostet der einmalige Eintritt sonst einen Euro für Kinder ab 4 und Jugendliche unter 16 Jahren. Der Bürger aus Schwalmstadt sei selbst ein begeisterter Schwimmer und nutze das Freibad im Sommer fast täglich. „Mit seiner Spende möchte er nicht nur die Begeisterung für das örtliche Schwimmbad weitergeben, sondern vor allem denjenigen eine Freude bereiten, die die schulfreie Zeit zu Hause verbringen.“ Bürgermeister Tobias Kreuter sprach von einer „vorbildlichen Aktion“.Der Frage, was ein gutes Freibad ausmacht, ist Mareen Linnartz nachgegangen:Temperaturrekord in Deutschland: 41,3 Grad im Saarland gemessenDer Deutsche Wetterdienst (DWD) hat nach vorläufigen Angaben mit 41,3 Grad die höchste Temperatur registriert, die bisher in Deutschland gemessen wurde. Gemessen wurde der vorläufige Höchstwert um 17 Uhr in Saarbrücken-Burbach im Saarland, wie der Wetterdienst auf Anfrage mitteilte. Der Hitzerekord für Deutschland hatte bisher bei 41,2 Grad Celsius gelegen, gemessen am 25. Juli 2019 in Tönisvorst und Duisburg-Baerl in Nordrhein-Westfalen.Mit dem neuen Wert fallen weitere Rekorde: neben der bisher höchsten jemals gemessenen Temperatur auch der Juni-Rekord für Deutschland. Bisher hatte der bei 39,6 Grad gelegen, gemessen am 30. Juni 2019 in Bernburg in Sachsen-Anhalt. Im Saarland hatte der bisherige Allzeit-Rekord bei 40,2 Grad Celsius gelegen. Dieser wurde am 25. Juli 2019 in Neunkirchen-Wellesweiler registriert.Zudem registrierte der DWD an diesem Freitag in zwei Bundesländern die jeweils höchste Temperatur, die dort jemals gemessen wurde. In Bayern waren es am Abend 40,8 Grad im unterfränkischen Kitzingen. Der bisherige Rekord stammt ebenfalls aus dem Ort: Am 5. Juli 2015 waren es 40,3 Grad, damals bundesweiter Rekord seit Beginn der flächendeckenden Wetteraufzeichnungen 1881.In Baden-Württemberg wurden heute 40,6 Grad gemessen, und zwar in Waghäusel-Kirrlach im Kreis Karlsruhe. So heiß war es noch nie zuvor im „Ländle“, der bisherige Rekord lag bei 40,3 Grad am 20. Juli 2022 in Bad Mergentheim.Ein weiteres Bundesland erreichte derweil einen neuen Juni-Rekord: In Nordrhein-Westfalen waren es 40,2 Grad in Tönisvorst. Bisheriger NRW-Hitzerekord für Juni: 38,3 Grad am 18. Juni 2002 in Herten im Ruhrgebiet.Laura OtterExtreme Hitze: Notfallplan für Kliniken in Paris aktiviert Angesichts der extremen Hitzewelle ist für die Kliniken im Großraum Paris der Krisen- und Notfallplan aktiviert worden. Die Hitzewelle setze das Gesundheitssystem und insbesondere die Notaufnahmen und Rettungsdienste unter Druck, begründeten die Gesundheitsbehörden der Hauptstadtregion den Schritt. Der Notfallplan beinhaltet die Mobilisierung von zusätzlichem Personal sowie die Kooperation mit weiteren Gesundheitseinrichtungen.Der Rettungsdienst werde im Großraum Paris derzeit 61 Prozent häufiger als in der vergangenen Woche und 75 Prozent häufiger als im Vorjahreszeitraum alarmiert, teilten die Behörden mit. Zusätzlich komme es in einigen Kliniken zu Stromausfällen und Ausfällen der Kühlaggregate, was sich auch auf die Klimaanlagen auswirke. Die Hitze führe auch zu einer verstärkten Aufnahme von Patienten mit psychischen Problemen, wofür zusätzliche Betten bereitgestellt würden.Angesichts einer Vielzahl von Menschen, die wegen Hitzeproblemen behandelt werden müssen, drohte beim Rettungsdienst in Paris unterdessen das Kühleis auszugehen. Die Supermarktkette Carrefour stellte vier Tonnen Eis zur Verfügung, wie Unternehmenschef Alexandre Bompard mitteilte. Aus einem Tiefkühllager der Kette wurde das Eis unter Polizeibegleitung in die Eishalle der Accor Arena gefahren, wo es zwischengelagert wird.Wegen der Hitzewelle genehmigte das Gesundheitsministerium unterdessen landesweit den Einsatz von Medizinstudenten in den Notrufzentralen und als medizinische Disponenten, um die stark geforderten Dienste zu entlasten. Von den Küsten her ist aber Abkühlung in Sicht, es soll auch Unwetter geben. Leichen von zwei Männern nach Sprung in Bodensee entdecktNach stundenlanger Suche sind die Leichen von zwei Männern im Bodensee gefunden worden. Taucher der Wasserschutzpolizei haben sie in der Nähe des Unglücksorts geborgen, wie die Polizei mitteilte. Die älteren Männer waren am Donnerstagnachmittag vor den Augen ihrer Frauen in den See gesprungen und verschwunden.Eine mehrstündige Suche nach den 71 und 76 Jahre alten Männern war zunächst erfolglos gewesen. Die beiden waren mit den Frauen auf einem Mietboot unterwegs, als sie rund 200 Meter vor dem Hafen Kirchberg bei Immenstaad ins Wasser sprangen und untergingen. Danach waren Wasserschutzpolizei und Feuerwehr auf dem See unterwegs, auch Taucher der DLRG und Hubschrauber wurden eingesetzt. Die Ermittlungen zur Unfallursache dauerten an, hieß es.In den vergangenen, extrem heißen Tagen sind in Baden-Württemberg in mehreren Regionen Menschen bei Badeunfällen verunglückt, einige kamen auch ums Leben. So starb ein 19-Jähriger beim Schwimmen im Binninger See bei Hilzingen (Kreis Konstanz). Er hatte sich zunächst mit Freunden auf einer Luftmatratze in der Mitte des Sees aufgehalten und wollte dann allein ans Ufer zurückschwimmen. Dabei dürfte er die Entfernung zum Ufer unterschätzt haben.Kurz zuvor konnte auch im Badesee in Heddesheim (Rhein-Neckar-Kreis) ein 74-jähriger Schwimmer nur noch tot aus dem Wasser gezogen werden. Im Epplesee bei Karlsruhe ertrank ein 23 Jahre alter Mann, der laut Zeugen beim Baden nicht mehr auftauchte.Schweizer AKW Beznau wegen Hitze abgeschaltetWegen der Hitzewelle ist das Atomkraftwerk Beznau in der Schweiz vorübergehend abgeschaltet worden. Grund sei die zu hohe Temperatur des Flusses Aare, der zur Kühlung der beiden AKW-Reaktoren genutzt wird, teilte das Energieunternehmens Axpo mit.Das Kühlwasser wird in den Fluss zurückgeleitet und kann zu dessen Temperatursteigerung beitragen. Mit der Abschaltung soll nach Angaben von Axpo das Ökosystem des Flusses geschützt und etwa Fischsterben verhindert werden.In der Aare wurden demnach am Donnerstag und Freitag 25 Grad gemessen. Sobald sich der Fluss abkühle oder eine ausreichende Abkühlung in Sicht sei, könne die Wiederinbetriebnahme der beiden Reaktoren geplant werden, hieß es.Das AKW Beznau ist das älteste aktive Kernkraftwerk der Welt. Die Leistung der etwa 55 Jahre alten Reaktoren war schon am Dienstag um die Hälfte reduziert worden. Laura OtterHitzewelle steuert auf Rekord zu und könnte mit Knall enden Am Wochenende ist Vorsicht angebracht: Es könnte so heiß werden wie nie zuvor und es drohen heftige Gewitter, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach berichtet. Am Sonntag werden bis zu 42 Grad vorhergesagt – damit könnte der Allzeit-Temperaturrekord gebrochen werden. Die Gefahrenkarte zeigt am Sonntag für ganz Deutschland Gefahr für schwere Gewitter.Schon am heutigen Freitag wird es teilweise extrem heiß. „Verbreitet erreichen die Höchstwerte 36 bis 40 Grad. Lokal sind auch 41 Grad möglich“, sagte DWD-Meteorologe Markus Eifried. „In der Nacht ist wirkliche Abkühlung schwer zu erreichen, zum wiederholten Mal gibt es vielfach eine Tropennacht mit Minima zwischen 23 und 17 Grad“, so der Experte. Am Samstag sieht der DWD einzelne Hitzegewitter kommen, besonders in der Westhälfte. Die Höchstwerte am Samstag liegen zwischen 36 und 41 Grad, nur an der See bleibt es etwas kühler.„Am Sonntag wird der Höhepunkt der Hitzeentwicklung erwartet, in der Lausitz sind bis zu 42 Grad möglich“, so der Meteorologe. Dann könnte sogar der Deutschlandrekord fallen. Die höchste jemals in Deutschland gemessene Temperatur lag bei 41,2 Grad Celsius. Dieser Wert wurde am 25. Juli 2019 in Tönisvorst und Duisburg-Baerl erreicht.Schon in der Nacht zum Sonntag steigt das Gewitterpotenzial – besonders in der West- und Nordhälfte Deutschlands. Sie können nicht nur heftigen Starkregen, sondern auch Hagel oder „Großhagel“ bringen. Sturmböen, heftiger Starkregen und Hagel sind möglich. „Dieser Knall läutet dann den Wechsel zu einer wechselhaften und nicht mehr ganz so heißen Wetterphase kommende Woche ein“, sagte Meteorologe Eifried.Lesen Sie hier, warum die aktuelle Hitzewelle so außergewöhnlich ist und welche Rolle der Klimawandel dabei spielt:Niederlande: Musikfestival wegen Hitze abgebrochenWegen der großen Hitze ist im niederländischen Biddinghuizen ein Festival für elektronische Musik vorzeitig beendet worden. Alle Besucher des Hardstylefestival Defqon.1 seien um Mitternacht informiert worden, teilten die Veranstalter mit. Die rund 50 000 Besucherinnen und Besucher sollten den Campingplatz beim Festivalgelände etwa 70 Kilometer nordöstlich von Amsterdam am Freitag verlassen.Nach der Absage des Festivals hatten nach Angaben der Polizei einige wütende Besucher in der Nacht auf dem Gelände randaliert. Doch inzwischen verlaufe der Abzug der Besucher ruhig, wie ein Sprecher des Veranstalters der Nachrichtenagentur ANP sagte. Bis 18 Uhr sollten die Menschen den Campingplatz verlassen haben.Defqon.1 ist nach Angaben der Organisatoren eines der größten Hardstyle- und Hardcore-Festivals der Welt mit mehr als 70 000 Besuchern pro Tag. Es hatte am Donnerstag begonnen und sollte bis Sonntag dauern.Zum ersten Mal in der Geschichte hat der Wetterdienst in den Niederlanden für einen großen Teil des Landes Code Rot - die höchste Warnstufe - ausgerufen. Es werden Temperaturen von bis zu 40 Grad erwartet. Verband: Mehrheit der Kliniken ohne Klimaanlagen für Patienten Krankenhausaufenthalte sind meist keine große Freude, zurzeit werden sie noch von der großen Hitze erschwert. Denn in den meisten deutschen Krankenhäusern gibt es in den Zimmern von Patienten laut dem Marburger Bund keine Klimaanlagen. „Die meisten Intensivstationen in Deutschland sind mittlerweile klimatisiert, aber dann hört es auch schon fast auf. Nur ein Drittel der Häuser haben klimatisierte Patientenzimmer“, sagte die Vorsitzende des Marburger Bundes, Susanne Johna, im "ZDF Morgenmagazin". Klare Vorgaben gebe es nur für Operationsbereiche oder die Radiologie, weil die Geräte schlicht die Hitze nicht aushielten. Johna fordert Politik, Architekten, und auch Klinikketten dazu auf, mit dem Klimawandel zunehmende Hitzewellen stärker bei der Planung von Gebäuden zu berücksichtigen. Für Patienten sei die Hitze sehr belastend und auch eine Gefahr. So heilten etwa Wunden schlechter bei hohen Temperaturen. „Man muss eben realistisch sagen, in solchen Hitzewellen sterben Menschen häufiger. Das ist statistisch eindeutig so, und zwar auch im Krankenhaus“, sagte Johna. Ironman in Frankfurt mit angepasster StreckeDer Ironman in Frankfurt am Main soll trotz der erwarteten Temperaturen von 39 Grad stattfinden, der Veranstalter passt aber die Bedingungen an: Die Laufstrecke soll mehr schattige Abschnitte enthalten, die Wasserversorgung wird ausgeweitet und das medizinische Personal gestärkt. Im Zielbereich warten Eisbäder, Duschvorrichtungen und mobile Klimaanlagen auf die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Neben rund 70 gemeldeten Profis, die um den EM-Titel kämpfen, gehen am Sonntag (ab 6.20 Uhr) auch Tausende Amateursportler auf die Strecke. Start ist am Langener Waldsee mit 3,8 Kilometern Schwimmen, bevor es auf die 180 Kilometer lange Radstrecke quer durch Frankfurt und die Wetterau geht. Zum Abschluss folgt der Marathon über 42,195 Kilometer entlang des Mainufers bis zum Ziel auf dem Römerberg. Deutschland schwitzt. Hören Sie zur Hitzewelle im SZ-Podcast, wie gefährlich heiße Tage und Nächte sein können:Paris verbietet Konsum und Verkauf von Alkohol Angesichts der extremen Hitzewelle hat die Pariser Polizeipräfektur vorübergehend ein weitreichendes Alkoholverbot in der französischen Hauptstadt erlassen. Von Freitag bis zum Sonntagmorgen ist der Verkauf von Alkohol verboten und der Konsum von Alkohol im öffentlichen Raum untersagt, wie die Präfektur mitteilte. Von dem Verbot ausgenommen sind allerdings Restaurants und Gaststätten.Die Kliniken im Großraum Paris seien wegen der Hitzewelle bereits voll ausgelastet und ständig würden neue Patienten eingeliefert, begründete Polizeipräfekt Patrice Faure die Einschränkungen. Es gehe darum, Kliniken und Rettungsdienste von zusätzlichen alkoholbedingten Einsätzen zu entlasten. Für die Kliniken in Frankreich wurde bereits der höchste Krisenmodus ausgerufen. Angesichts der Hitze von bis zu 41 Grad in der Hauptstadt rieten Ärzte ohnehin von jeglichem Alkoholkonsum ab, der die Gefahr eines Hitzschlages erhöhe, sagte der Polizeichef. Bereits während der Fête de la Musique am vergangenen Sonntag habe ein Alkoholverbot in Paris geholfen, Ausschreitungen und Notfälle stark einzudämmen.Straßenmeistereien in Alarmbereitschaft - A2 bis voraussichtlich Sonntag gesperrtDie Hitze hat auch Auswirkungen auf die Straßen in Deutschland. Wegen der erwarteten Rekordtemperaturen von deutlich über 35 Grad erhöhen die Straßenmeistereien am Wochenende ihre Bereitschaft. Man bereite sich „auf mögliche hitzebedingte Schäden an einzelnen Bundes- und Landesstraßen vor“, sagte eine Sprecherin des Landesbetriebs Straßenwesen. Die Meistereien würden daher vorsorglich ihre Streckenkontrollen verstärken und ihre Rufbereitschaft erhöhen. So könnten mögliche Schäden frühzeitig erkannt und Maßnahmen dagegen eingeleitet werden.„Durch intensive Sonneneinstrahlung können sich Fahrbahnen auf deutlich mehr als 60 Grad Celsius aufheizen“, sagte die Sprecherin. Bei langanhaltender Hitze - auch in den Nächten - werde das im Asphalt enthaltene Bindemittel Bitumen weich und könne an die Oberfläche treten. Unter der Belastung könnte der Asphalt dann eingedrückt oder herausgebrochen werden. Bereits gesperrt werden musste die Autobahn 2 auf zwei Abschnitten zwischen Berlin und Hannover: in Brandenburg zwischen Ziesar und Wollin in Fahrtrichtung Berlin sowie in Sachsen-Anhalt bei Burg in Richtung Hannover. Nach Angaben der Autobahn GmbH dauern beide Sperrungen voraussichtlich bis zum Sonntagnachmittag. In beiden Fällen soll die beschädigte Betondecke bis dann durch Asphalt ersetzt werden. Temperaturrekord für Juni in Baden-Württemberg So warm war es in Baden-Württemberg in einem Juni noch nie seit Beginn der Aufzeichnung von Wetterdaten: Für Waghäusel-Kirrlach im Landkreis Karlsruhe sind nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) 39,0 Grad gemessen worden. Damit hat die Hitzewelle, die gerade über Europa hinwegrollt erneut einen Rekord geknackt, denn der bisherige Temperaturrekord für den Monat Juni im Südwesten lag bei 38,9 Grad - gemessen am 30. Juni 2019 in Mannheim. „Spätestens morgen wird der neue Rekord wahrscheinlich wieder geknackt“, sagte ein DWD-Sprecher. Am Freitag seien 40 Grad und mehr zu erwarten. Am Samstag könnte es mit bis zu 42 Grad sogar noch heißer werden. Die Wetterdaten werden seit 1881 aufgezeichnet.Mehr ladenTickarooLive Blog Software