Deutschland ächzt unter der Hitzewelle. Am Samstag erwartet das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe eine „extreme Wärmebelastung“ – vor allem „im dicht bebauten Stadtgebiet von Berlin“. Für Sonntag prognostizieren die Meteorologen in der Lausitz Höchsttemperaturen bis zu 42 Grad. Am Freitag gab es im Saarland bereits den bisher heißesten Tag aller Zeiten mit 41,3 Grad, der laut vorläufigen Zahlen am Samstag übertroffen wurde.Lesen Sie hier die Entwicklungen zur Hitzewelle in Deutschland im Newsblog. Newsblog vom Sonntag (28. Juni 2026) 07:17: Zur Hitzewelle kommt die Unwettergefahr Heute erwartet der Deutsche Wetterdienst (DWD) Unwetterpotential durch heftigen Starkregen, schwere Sturmböen und großen Hagel. Auch extremes Unwetter mit bis zu 50 Litern pro Quadratmeter sei nicht ausgeschlossen. In der Nacht zum Montag werden erneut schwere Gewitter mit Starkregen erwartet.Für den Sonntag sagt der DWD Höchstwerte im Osten und Südosten von 39 bis 41 Grad voraus, in der Lausitz bis 42 Grad. In den übrigen Teilen Deutschlands werden 32 bis 38 Grad erwartet, an der Küste könnte es kühler werden. Der gerade erst aufgestellte Temperaturrekord von 41,5 Grad könnte also erneut gebrochen werden.00.06 Uhr: Dröge fordert „Abkühl-Sofortprogramm“Die Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge fordert, angesichts der aktuellen Hitzewelle Maßnahmen zu ergreifen. „Deutschland braucht ein Abkühl-Sofortprogramm, um Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Kitas und Schulen zu klimatisieren“, sagte Dröge der „Bild am Sonntag“. Es brauche volles Tempo beim Ausbau von Klimaanlagen in Verbindung mit Solaranlagen. „Wir schlagen ein neues Förderprogramm für ‚Klima-Solar-Anlagen‘ vor.“ Denn die Hitze untertags gehe mit hoher Sonneneinstrahlung und damit besonders viel Solarertrag einher, so Dröge. Newsblog vom Samstag (27. Juni 2026) 19:29 Uhr: Hitzeschäden bremsen Verkehr auf Autobahnen Hitzeschäden bremsen auf den Autobahnen in Deutschland teilweise den Verkehr aus. Nach einer Liste des ADAC sind zurzeit mehrere Autobahnen betroffen. Demnach ist die Autobahn 2 Richtung Hannover bei Burg in Sachsen-Anhalt voraussichtlich noch bis Sonntagnachmittag wegen Hitzeschäden gesperrt. Das Gleiche gilt für den Abschnitt zwischen Ziesar und Wollin in Fahrtrichtung Potsdam in Brandenburg. Mehrere Medien hatten zuvor über die Liste berichtet. In Höhe von Irxleben in Sachsen-Anhalt kam auf der Fahrbahn Richtung Berlin eine neue Schadenstelle dazu, wie die Autobahnpolizei mitteilte. Auch hier war die Fahrbahn Richtung Berlin voll gesperrt worden. Lastwagen und Autos stauen sich auf der Autobahn A2 in Fahrtrichtung Hannover, während der Verkehr in Richtung Berlin rollt. © dpa/Klaus-Dietmar Gabbert Auf der A93 in Bayern gibt es zwischen Weiden-Süd und Luhe Wildenau in Richtung Regensburg ebenfalls Fahrbahnschäden, weshalb der linke Fahrstreifen voraussichtlich bis kommende Woche gesperrt ist, wie der ADAC mit Verweis auf Informationen der Autobahn GmbH des Bundes berichtet. Reparaturen sind auch auf der A9 bei Ingolstadt in beide Richtungen nötig.Auf der A10 bleibt dem ADAC zufolge zwischen Berlin-Marzahn und Hellersdorf in Richtung Frankfurt (Oder) der linke Fahrstreifen wegen Hitzeschäden gesperrt. Auch auf der A7 im Süden Hamburgs ist ein Fahrstreifen in Richtung Norden über das Wochenende dicht. 16:46 Uhr: Hitzerekord nach vorläufigen Daten erneut gebrochen In Deutschland ist am Samstag nach vorläufigen Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) erneut ein Hitzerekord aufgestellt worden. Die Messstation in Drewitz im Jerichower Land in Sachsen-Anhalt habe gegen 16.30 Uhr eine Temperatur von 41,5 Grad verzeichnet, sagte ein DWD-Sprecher der Nachrichtenagentur AFP. Am Freitag war mit 41,3 Grad in Saarbrücken bereits ein neuer Rekordwert gemessen worden.Auch die Messstation im Saarbrücker Stadtteil Burbach wies dem Sprecher zufolge am Samstag mit 41,4 Grad erneut einen höheren Wert aus. Zuvor waren zudem im rheinland-pfälzischen Andernach und in Genthin in Sachsen-Anhalt sehr hohe Temperaturen von 41,1 Grad gemessen worden. Nicht ausgeschlossen ist, dass die Temperaturen am Samstag noch weiter steigen. Der Rekord am Freitag war gegen 17 Uhr gemessen worden.Die Daten sind allerdings noch vorläufig. Insbesondere bei möglichen neuen Temperaturrekorden würden die Messstationen stets kontrolliert, sagte der DWD-Sprecher. Die offizielle Bestätigung, ob tatsächlich ein neuer Temperaturrekord vorliegt, dürfte daher erst nach dem Wochenende vorliegen.Frühere Berechnungsmodelle des DWD hatten bereits für Samstag die Möglichkeit ergeben, dass sogar die 42 Grad geknackt werden könnten. Dasselbe gilt weiterhin auch für den Sonntag, in jedem Fall dürfte es weiterhin sehr heiß bleiben. Der Schwerpunkt der Hitzewelle verschiebt sich aber mehr und mehr nach Osten. 16:04 Uhr: Bremen knackt Poolnudel-Rekord mit 434 Teilnehmern Bremen kann sich seit dem Mittag Poolnudel-Hauptstadt nennen. Im Horner Bad ist der eingetragene Rekord aus dem Guinness-Buch für die meisten gleichzeitig auf Poolnudeln treibenden Menschen geknackt worden. 434 Teilnehmer ließen sich gleichzeitig mit ihren bunten Schwimmhilfen durch das Wasser treiben und überboten damit die bisherige Bestmarke aus den USA deutlich. Menschen mit Poolnudeln sind im Becken zu sehen. © dpa/Kai Moorschlatt Zu der Aktion unter dem Motto „Mission Poolnudel“ hatten der Radiosender Bremen Vier und die Bremer Bäder aufgerufen. Mitmachen konnte jeder Schwimmer – entweder mit einer eigenen Poolnudel oder mit einer der bereitgestellten Schwimmhilfen. Damit möglichst viele Bremer dabei sein konnten, war der Eintritt in das Freibad von 10 bis 13 Uhr kostenlos. 15:28 Uhr: Saarbrücken-Burbach ist weiter Rekordhalter – noch Noch hält die Rekordmarke aus Saarbrücken-Burbach: Der vorläufige Spitzenwert von Freitag mit 41,3 Grad Celsius sei bislang nicht erreicht, teilte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) mit. In gleich mehreren Bundesländern ist den Angaben zufolge aber bereits die 40-Grad-Marke geknackt worden. Kurz nach 14 Uhr meldete die Wetterstation Möckern-Drewitz in Sachsen-Anhalt demnach 40,5 Grad. Knapp darunter seien es aktuell in Waghäusel-Kirrlach in Baden-Württemberg 40,4 Grad. Auch Bayern schwitzt: 40,2 Grad verzeichnet die Wetterstation in Kahl am Main. „Es kann gut sein, dass der Hitzerekord heute noch geknackt wird. Es sind ja noch ein paar Stunden und es liegt auf jeden Fall im Bereich des Möglichen“, sagte ein DWD-Sprecher. Eine Person hält sich am Strand des Seebades auf der Insel Rügen unter einem Sonnenschirm auf. © dpa/Stefan Sauer Beneidenswert kühl ist es dagegen im Norden Deutschlands: Gerade einmal 22,8 Grad warm ist es dem DWD-Sprecher zufolge an der Nordseeküste Schleswig-Holsteins in Sankt Peter-Ording. 14:33 Uhr: Meteorologe sieht Luft zehn bis 15 Grad wärmer als im langjährigen Schnitt Die Luft der derzeitigen Hitzewelle ist einem Meteorologen des ARD-Wetterkompetenzzentrums zufolge zehn bis 15 Grad wärmer als im langjährigen Durchschnitt. „Das ist eine extreme Abweichung“, erklärte Tim Staeger am Samstag im RBB-Hörfunk. Der Hitzeschwerpunkt verlagere sich nach Osten, in Richtung Oder und Lausitz seien am Sonntag bis zu 42 Grad Celsius möglich. Das wäre die höchste jemals in Deutschland gemessene Temperatur. Ein älteres Paar erfrischt sich auf einer Veranstaltung in Wernigerode in einem Pool. © dpa/Matthias Bein Diese Temperaturen wären laut Studiendaten vor 50 Jahren bei einer ähnlichen Wetterlage „quasi unmöglich“ gewesen, erklärte Staeger. Selbst beim Jahrhundertsommer im Jahr 2003 wären solche Temperaturen „zehnmal unwahrscheinlicher“ gewesen. So könne die Beteiligung des Klimawandels an den aktuellen Extremwetterereignissen erkannt werden, argumentierte Staeger. 14:16 Uhr: Zugverkehr am Stuttgarter Hauptbahnhof wegen Böschungsbrands eingestellt Wegen eines Böschungsbrands nahe dem Stuttgarter Hauptbahnhof ist der Bahnverkehr eingestellt worden. Das teilte ein Sprecher der Bundespolizei mit. Demnach gibt es seit dem Mittag Auswirkungen auf den Nah- und Fernverkehr. Auch der S-Bahn-Verkehr wurde in der Innenstadt gestoppt, wie die Deutsche Bahn auf „X“ mitteilte. Laut dem Bundespolizeisprecher ist eine starke Rauchentwicklung zu sehen. Weitere Angaben etwa zum Ausmaß der Auswirkungen konnte er zunächst nicht machen.Empfohlener redaktioneller Inhalt An dieser Stelle finden Sie einen von unseren Redakteuren ausgewählten, externen Inhalt, der den Artikel für Sie mit zusätzlichen Informationen anreichert. Sie können sich hier den externen Inhalt mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden. Externen Inhalt anzeigen Ich bin damit einverstanden, dass mir der externe Inhalt angezeigt wird. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu erhalten Sie in den Datenschutz-Einstellungen. Diese finden Sie ganz unten auf unserer Seite im Footer, sodass Sie Ihre Einstellungen jederzeit verwalten oder widerrufen können. 13:49 Uhr: Sieben Dachgeschoss-Bewohner in Köln kollabiert und in Kliniken gebracht Die extreme Hitze hat gesundheitliche Folgen, vor allem für Menschen in Ballungsräumen. Einem Medienbericht zufolge mussten bereits am Freitag in Köln sieben Personen von der Feuerwehr aus Dachgeschosswohnungen gerettet werden. Dies schreibt die „Bild“. Alle befanden sich demnach in einem lebensbedrohlichen Zustand, ihre Körpertemperatur habe schon schon über 42 Grad Celsius gelegen.Feuerwehrsprecher Ulrich Laschet sagte dem Blatt: „Dabei handelte es sich nicht um ältere Menschen, sondern um Personen zwischen 40 und 60 Jahren.“ An einer der fünf Wetterstationen der Metropole am Rhein wurde am Freitag dem Bericht zufolge eine Höchsttemperatur von 37,5 Grad Celsius gemessen.Wegen der großen Anzahl an Einsätzen werden wir heute unsere Kollegen, die eigentlich frei haben, wieder in den Dienst holen.Ulrich Laschet, Sprecher der Feuerwehr in KölnInformationen der Zeitung zufolge verständigten jeweils Angehörige die Rettungskräfte, nachdem die Hitzopfer kollabiert waren. Die Betroffenen werden demnach aktuell noch in Kölner Kliniken behandelt. Alle Einsätze fanden im Innenstadtbereich von Köln statt. Für den heutigen Samstag sind bei der Kölner Feuerwehr weitere Kräfte angefordert worden. Laschet: „Wegen der großen Anzahl an Einsätzen werden wir heute unsere Kollegen, die eigentlich frei haben, wieder in den Dienst holen.“ 13:25 Uhr: Feuerwehr in Nordrhein-Westfalen rettet Reh aus Pool Im nordrhein-westfälischen Alpen hat die Feuerwehr ein Reh aus einem Pool gerettet. Ein Anwohner hatte am Freitagabend gemeldet, dass sich ein Reh in seinen Garten verirrt habe und dabei in den Pool gestürzt sei, wie die Einsatzkräfte am Samstag mitteilten. „Da es sich nicht selbstständig daraus befreien konnte, alarmierte er die Feuerwehr.“„Es zeigte sich schnell, dass das Reh sehr zutraulich war und sich bereits von selbst den Einsatzkräften am Rand näherte“, erklärte die Feuerwehr. Sie hätten das Tier dann „kurzerhand aus dem Wasser“ gehoben. Das unverletzte Reh habe sich dann selbstständig von dannen gemacht. 13:10 Uhr: 23-Jähriger beim Baden im Starnberger See ertrunken Ein 23-jähriger Mann ist beim Baden im Starnberger See ertrunken. Wie die Polizei am Samstag mitteilte, ist der 23-Jährige am Freitag von einem Boot ins Wasser gesprungen. Kurz darauf sei er untergegangen. Augenzeugen versuchten demnach, den Mann zu retten – allerdings ohne Erfolg. Der Mann wurde von Tauchern schließlich in etwa acht Metern Tiefe geborgen. 12:59 Uhr: Deutsche Bahn rät von nicht notwendigen Reisen ab Die Deutsche Bahn rät wegen der Hitze von nicht dringend notwendigen Reisen im Fern- und Regionalverkehr ab. „Die Verkehrsinfrastruktur in Deutschland ist an diesem Wochenende stark von der Rekord-Hitze betroffen. Auch der Schienenverkehr leidet unter den Extrem-Temperaturen“, heißt es in einer Mitteilung. Ferner warne der Deutsche Wetterdienst vor Gewittern und Starkregen.Empfohlener redaktioneller Inhalt An dieser Stelle finden Sie einen von unseren Redakteuren ausgewählten, externen Inhalt, der den Artikel für Sie mit zusätzlichen Informationen anreichert. 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Zwar hätten viele Einrichtungen Hitzeschutzpläne auf den Weg gebracht. Auf Seiten von Bund und Ländern bleibe es aber bisher bei „reinem Aktionismus“, sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch.Wieder leiden viele der 800.000 Pflegeheimbewohner unter den extremen Temperaturen.Eugen Brysch, Vorstand Stiftung PatientenschutzDie Bundesregierung müsse noch in diesem Jahr verbindliche Investitionen zusagen. Und auch in den Ländern fehlten überzeugende Anstrengungen. „Die Papiere und Konzepte enden dort, wo der Patientenschutz Geld und Personal kostet“, sagte Brysch der Deutschen Presse-Agentur. „Wieder leiden viele der 800.000 Pflegeheimbewohner unter den extremen Temperaturen“, kritisierte Brysch. „Bestandsbauten müssen endlich den klimatischen Bedingungen angepasst werden.“ Bei Neubauten dürfe es nicht wärmer als 25 Grad in den Räumen werden, forderte er. 12:36 Uhr: Deutscher Wetterdienst meldet bereits mehr als 36 Grad Nahezu ganz Deutschland schwitzt am Wochenende. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) berichtete bereits am späten Vormittag von hohen Werten. Um 11.45 Uhr seien bereits 36,0 Grad im niedersächsischen Faßberg oder auch 36,3 Grad in Röllbach in Unterfranken, gemessen worden, sagte eine DWD-Sprecherin der Agentur dpa. Ein Hund genießt in Köln eine Wasserfontäne, die im Rahmen der Hitzeaktion "Cooling Cologne" der Stadt Köln auf dem Rudolfplatz in der Innenstadt installiert wurde. © dpa/Henning Kaiser Etwas kühler ist es den Angaben zufolge nur im äußersten Norden des Landes. Am Nachmittag und Abend werden in Nordseenähe und von den westlichen Mittelgebirgen bis in den Nordosten hinein kräftige Gewitter erwartet. Auch Unwetter mit heftigem Starkregen, Hagel und Sturmböen seien nicht auszuschließen, warnt der DWD. Die anhaltende Trockenheit lässt auch die Waldbrandgefahr in Teilen Deutschlands wieder steigen. Vor allem in Brandenburg, in Teilen Mecklenburg-Vorpommerns sowie in Sachsen und Sachsen-Anhalt steht auf dem Waldbrand-Gefahrenindex mit Blick auf Sonntag die höchste Warnstufe. 11:51 Uhr: Rekord für wärmste Nacht seit Messbeginn nicht gebrochen Die vergangene Nacht ist nach vorläufigen Angaben des Deutschen Wetterdienstes nicht die wärmste Nacht in Deutschland seit Beginn der Messungen gewesen. Eine Temperatur von 26,7 Grad sei in Bad Bergzabern erst am Samstagmorgen gegen 8.00 Uhr gemessen worden, sagte ein DWD-Sprecher. Damit sei kein Rekord für die Nacht aufgestellt worden. Eine Kirche zeichnet sich vor der untergehenden Sonne in Malschwitz in der Nähe von Bautzen in Sachsen ab. © Imago/Florian Gaertner In der Nacht zum Freitag war der Ort in Rheinland-Pfalz der wohl wärmste Ort in Deutschland gewesen: Die Temperatur fiel nicht unter 26,2 Grad – wie schon in der Nacht zuvor. Damit zog Bad Bergzabern mit dem bisherigen Rekordhalter für die heißeste Nacht in Deutschland gleich. Dieser war zuvor der Berg Weinbiet, ebenfalls in Rheinland-Pfalz, wo die Temperatur am 25. Juli 2019 auch nicht unter 26,2 Grad gesunken war. 11:33 Uhr: 35 Grad in Seniorenheim in Dormagen – Rettungskräfte versorgen Bewohner In Dormagen in Nordrhein-Westfalen sind wegen gefährlicher Hitzeentwicklung zahlreiche Bewohnerinnen und Bewohner eines Seniorenheims aus dem Gebäude gebracht und medizinisch versorgt worden. In der Nacht sei ein Bewohner gestorben, ob die Hitze ursächlich war, stehe noch nicht fest, sagte ein Sprecher der Stadt im Rhein-Neuss-Kreis auf dpa-Anfrage. Man habe sich am Morgen für umfassende vorsorgliche Maßnahmen entschieden. Seit 7.00 Uhr waren Kräfte in dem überhitzten Gebäude im Einsatz, in dem rund 160 Seniorinnen und Senioren leben, wie es aus dem Umfeld des Feuerwehr-Einsatzes hieß. Ein Sprecher der Stadt schilderte nach einer Krisensitzung, es sei zu enormen Temperaturen bis 35 Grad gekommen. Mehrere Krankenwagen standen vor der Einrichtung bereit, wie ein dpa-Reporter schilderte. Derzeit wird geprüft, wer außerhalb des Gebäudes betreut werden muss. Bisher handele es sich um zehn Personen. „Wer medizinisch versorgt werden muss, den holen wir raus.“ Bei anderen Bewohnern könne es ausreichen, von oberen Etagen in die unteren, kühleren Bereiche zu wechseln. In einer Cafeteria habe man externe Klimageräte aufgebaut. 08:30 Uhr: Hausärzte werfen Bundesregierung Versagen beim Hitzeschutz vor Der Hausärztinnen- und Hausärzteverband hat der Bundesregierung Versagen beim Hitzeschutz vorgeworfen. „Die Bundesregierung lässt die Praxen beim Hitzeschutz im Stich“, sagte die Verbandsvorsitzende Nicola Buhlinger-Göpfarth den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Samstag. „Den jahrelangen Ankündigungen, man werde das Thema Hitzeschutz endlich priorisieren, sind keine Taten gefolgt.“ Bis heute ist de facto nichts passiert.Nicola Buhlinger-Göpfarth, Vorsitzende des Verbands der Hausärztinnen- und Hausärzte„Die Politik muss endlich ihrer Verantwortung gerecht werden und beim Hitzeschutz handeln, statt sich darauf zu beschränken, immer wenn es heiß wird, eine Absichtserklärung nach der anderen zu veröffentlichen“, betonte Buhlinger-Göpfarth. Sie erinnerte daran, dass die damalige Bundesregierung bereits vor drei Jahren ein umfassendes Maßnahmenpaket zum Hitzeschutz angekündigt habe. Dazu habe auch gehört, die medizinische Aufklärung während Hitzewellen in Hausarztpraxen zu vergüten.„Bis heute ist de facto nichts passiert“, kritisierte die Verbandsvorsitzende. Sobald der Sommer vorbei gewesen sei, sei das Thema wieder von der politischen Agenda verschwunden. Angesichts der aktuellen Hitzewelle sieht der Verband insbesondere ältere Menschen und chronisch Kranke in Gefahr.Eine strukturierte Beratung in Hausarztpraxen und Pflegeheimen sei deshalb unverzichtbar. Dabei gehe es nicht nur um allgemeine Hinweise, ausreichend zu trinken oder die Mittagshitze zu meiden. Oft müssten Medikamente überprüft oder angepasst und Patientinnen und Patienten darüber informiert werden, wie hitzeempfindliche Arzneimittel wie Insulin richtig gelagert werden. 08:15 Uhr: Umweltbundesamt fordert Hitzeaktionspläne für Städte Die Städte in Deutschland können laut Umweltbundesamt (UBA) einiges tun gegen Hitze. „Hitzeschutz in Städten muss zur Daueraufgabe werden. Wir brauchen Hitzeaktionspläne, die Zuständigkeiten und den Schutz besonders gefährdeter Gruppen regeln“, sagte UBA-Präsident Dirk Messner der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. „Mit mehr Stadtbäumen, zusätzlicher Verschattung und der Entsiegelung von Flächen können wir die Temperaturen in den Städten aktiv senken und die Bildung von Hitzeinseln reduzieren.“ Eine Hamburgerin füllt an einer Erfrischungsstation ihre Mütze mit Wasser und kippt sich diese wegen großer Hitze über den Kopf. © dpa/Markus Tischler Vieles lasse sich sofort umsetzen, betonte Messner. „Kommunen können Trinkwasser bereitstellen, kühle Orte aktiv ausweisen und Bibliotheken oder Kultureinrichtungen als Rückzugsorte öffnen.“ Besonders wirksam seien Maßnahmen, die helfen, Regenwasser zurückzuhalten und es langsam wieder abzugeben, also zum Beispiel Dach- und Fassadenbegrünung, entsiegelte Flächen, künstliche Gewässer und Zisternen. 08:11 Uhr: Kommunen rufen Bürger wegen Hitze zum Wassersparen auf Der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) hat die Bürger wegen der Hitze dringend zum Wassersparen aufgerufen und notfalls Verbote ins Spiel gebracht. „Bei dieser Hitze appelliere ich dringend an den gesunden Menschenverstand, in den kommenden Tagen bitte ganz besonders sparsam mit dem kostbaren Wasser umzugehen“, sagte Hauptgeschäftsführer André Berghegger der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.Zunächst solle so lange wie möglich auf Freiwilligkeit gesetzt werden, sagte Berghegger. „Wenn das nicht funktioniert, müssen die Behörden vor Ort auch Verbote aussprechen.“ Nach seiner Wahrnehmung seien „die Leute aber vernünftig“, sodass „kein Wasser zur Bewässerung von Golf- oder Tennisplätzen verschwendet wird“.Berghegger beklagte zugleich fehlende Mittel für ausreichenden Hitzeschutz in den Kommunen. „Die Zahl der Hitzetage ist stetig gewachsen. Daher haben wir immer mehr Trockenperioden und Dürren. Darauf müssen wir uns einstellen“, sagte der DStGB-Hauptgeschäftsführer. 07:59 Uhr: Mediziner warnt vor Kopfsprüngen beim Baden Ein Sprung kopfüber ins flache Wasser kann schwerwiegende Verletzungen zur Folge haben, warnen Experten. „Die Halswirbelsäule ist besonders fragil“, sagt Jan Schwab, Direktor der Klinik für Rückenmarkverletzte und Paraplegiologie am BG Klinikum Unfallkrankenhaus Berlin (UKB), der dpa. „Das führt direkt zu einer Lähmung“, sagte Schwab, dann seien Beine und Arme betroffen. „Wenn man den Boden nicht sieht, auf keinen Fall springen.“ Eine Frau springt mit einem Kopfsprung von einer Buhne in den Markkleeberger See. © dpa/Jan Woitas Schwab sieht davon am UKB jährlich mindestens zehn Fälle. Oft handele es sich um „übermütige junge Männer“, die aus Lebensfreude kopfüber ins flache Wasser springen und im Anschluss querschnittsgelähmt seien. Auch Alkohol spiele oft eine Rolle. „Man möchte die Lebensfreude nicht einschränken“, sagte Schwab. „Aber es ist eine vermeidbare Verletzung.“ Ein bis anderthalb Meter tiefes Wasser sei zu flach für einen Sprung kopfüber, sagte Schwab, der auch eine Professur für Klinische und Experimentelle Paraplegiologie an der Charité hat. Auch zwei bis zweieinhalb Meter können zu flach sein, je nach Sprunghöhe. Er empfiehlt, auch nicht in Hockstellung ins Wasser zu springen, weil dann Beckenfrakturen möglich seien. Newsblog vom Freitag (26. Juni 2026) 20:59 Uhr: AKW Beznau in der Schweiz heruntergefahren In der Schweiz ist mit 38,8 Grad ein neuer Hitzerekord für den Monat Juni verzeichnet worden. „Die Hitze geht unvermindert weiter“, erklärte der Wetterdienst Meteoschweiz im Onlinedienst X. Demnach war es an der Wetterstation Basel/Binningen sogar „mit 38,8 Grad so heiß wie noch nie seit Messbeginn im Jahr 1897“. Erst am Donnerstag hatte die Schweiz den bisherigen Juni-Rekord von 36,9 Grad aus dem Jahr 1947 gebrochen. Wegen der starken Hitze wurden am Freitagnachmittag die beiden Reaktoren des Schweizer Atomkraftwerkes Beznau in der Nähe der deutschen Grenze heruntergefahren. Damit solle ein weiterer Temperaturanstieg der Aare, mit deren Wasser die Reaktoren gekühlt werden, verhindert werden, teilte der Energiekonzern Axpo mit. Sowohl am Donnerstag als auch am Freitag habe die Wassertemperatur 25 Grad betragen. „Eine ausreichende Abkühlung ist nicht in Sicht.“ Sobald sich die Aare abkühle oder eine ausreichende Abkühlung in Sicht sei, könne die Wiederinbetriebnahme der Reaktoren geplant werden. 18:02 Uhr: 41,3 Grad in Saarbrücken-Burbach gemessen Mit 41,3 Grad ist am Freitag die bislang höchste Temperatur in Deutschland überhaupt registriert worden. Der Rekordwert wurde gegen 17 Uhr an einer Wetterstation in Saarbrücken gemessen, wie eine Sprecherin des Deutschen Wetterdienstes (DWD) der Nachrichtenagentur AFP sagte. Bisher lag die Höchstmarke bei 41,2 Grad – gemessen 2019 in den nordrhein-westfälischen Gemeinden Tönisvorst und Duisburg-Baerl.Erst kurz zuvor am Freitag hatte der DWD mit 40,9 Grad einen neuen Juni-Hitzerekord gemeldet. Dieser war ebenfalls in Saarbrücken gemessen worden. An zahlreichen weiteren Wetterstationen wurden am Freitag Temperaturen über 40 Grad gemessen. 16:09 Uhr: Deutscher Wetterdienst erwartet Rekordtemperaturen Der DWD-Meteorologe Oliver Reuter sagte der Deutschen Presse-Agentur (dpa): „Es ist durchaus wahrscheinlich, dass man diese Hitzewelle am Ende als historisch bezeichnen kann.“ Er ergänzte: „Nicht nur, weil der bisherige deutsche Juni-Rekord vermutlich deutlich überboten wird, sondern auch, weil es in dieser Fläche und an drei aufeinanderfolgenden Tagen noch keine Spitzenwerte von über 40 oder gar 41 Grad in Deutschland gab.“Es ist durchaus wahrscheinlich, dass man diese Hitzewelle am Ende als historisch bezeichnen kann.Oliver Reuter, Deutscher WetterdienstEine DWD-Sprecherin ergänzte auf Anfrage des Tagesspiegels: „Wenn am Freitag oder Samstag die 40-Grad-Marke geknackt wird, dann wäre das ein neuer Juni-Rekord. Steigt die Temperatur über 41 Grad, könnte es sogar einen neuen Allzeitrekord geben.“ Später konkretisierte der Deutsche Wetterdienst, dass ein neuer Höchstwert wahrscheinlich am Freitag erwartet wird: „Der Juni-Rekord wird mit großer Sicherheit fallen.“ 15:45 Uhr: „Heat Dome“ sorgt für Rekordtemperaturen Meteorologen zufolge ist ein Hitzedom für die gefühlten Backofentemperaturen verantwortlich. Dabei handelt es sich um ein Wetterphänomen, bei dem die Hitze wie unter einer riesigen Kuppel oft über mehrere Tage gefangen ist und nicht entweichen kann. Die Hitzewelle hält mindestens bis Sonntag an.Deutscher WetterdienstExperten vom Deutschen Wetterdienst bestätigten dem Tagesspiegel auf Anfrage, dass sich dieser sogenannte „Heat Dome“ aktuell von Westeuropa kommend in Richtung Mitteleuropa und Deutschland bewegen soll. „Der Hitzehöhepunkt ist auf dem Weg zu uns und erreicht uns voraussichtlich Freitag oder Samstag“, sagte eine DWD-Sprecherin.Demnach soll die Hitzewelle in Deutschland „mindestens bis Sonntag anhalten“, da aus Süden kommend weiterhin „heiße bis sehr heiße“ Luft nach Deutschland strömt. Doch die Heißwetterphase hat nicht nur Sonnenschein im Gepäck: Die DWD-Gefahrenkarte zeigt am Sonntag für ganz Deutschland „Gefahr für schwere Gewitter“ – auch am Samstag sieht die Behörde einzelne Hitzegewitter kommen, besonders in der Westhälfte. © Wetteronline, DWD I Tagesspiegel/Rita Boettcher 12:05 Uhr: Zahlreiche Veranstaltungen wegen Hitzewelle abgesagt In ganz Deutschland reagieren Veranstalter, Vereine und Kommunen auf die enorm hohen Temperaturen. Zahlreiche Open-Air-Events wurden abgesagt – etwa der für Sonntag geplante Halbmarathon in Hamburg, für den 24.000 Läuferinnen und Läufer angemeldet waren. „Es ist vermutlich die schwerste Entscheidung, die wir in der Geschichte dieser Veranstaltung treffen mussten“, hieß es auf der Homepage. Der Württembergische Fußballverband sagte derweil sämtliche Fußballspiele für das kommende Wochenende ab. Der Berliner Fußballverband strich unter anderem alle Begegnungen im Kinderfußball, außerdem alle Spiele, die keine Relevanz für Auf- oder Abstiege haben. Auch Schulen reagieren vielerorts und verkürzen den Unterricht oder geben komplett hitzefrei.Der Deutsche Tierschutzbund forderte aufgrund der Hitze einen befristeten Stopp von Tiertransporten, da diese für die Tiere „schnell zur Qual“ werden könnten und „mit erheblichen Tierschutzrisiken verbunden“ sind.In manchen Regionen gelten aufgrund von Wasserknappheit und Waldbrandgefahr Bewässerungs- und Grillverbote. So wurde wegen Trockenheit in Dresden ein Wasserentnahmeverbot verhängt, nach dem Eigentümer und Anlieger bis Oktober kein Wasser aus den „oberirdischen Gewässern“ der Stadt entnehmen dürfen. 11:23 Uhr: Hitzewelle wäre laut Forschern ohne Klimawandel 3,5 Grad kühler Die aktuelle Hitzewelle in West- und Mitteleuropa wäre in diesem Ausmaß ohne den Effekt des Klimawandels Forschern zufolge nahezu ausgeschlossen. Sowohl die aktuellen Tageshöchsttemperaturen als auch die Nachttemperaturen wären zu dieser Jahreszeit vor 50 Jahren „praktisch unmöglich“, betonen die Wissenschaftler der Organisation World Weather Attribution – und auch zu anderen Jahreszeiten unwahrscheinlich.Eine Hitzewelle im damaligen Klima wäre rund 3,5 Grad weniger heiß gewesen, heißt es. Der Klimawandel sei der maßgebliche Treiber hinter den rekordverdächtigen aktuellen Temperaturen. (mit Agenturen)
Hitzewelle in Deutschland: Der Deutsche Wetterdienst erwartet extremes Unwetter
Nach dem bisher heißesten Tag aller Zeiten mit 41,3 Grad am Freitag im Saarland hat der Deutsche Wetterdienst am Samstag erneut eine Rekordtemperatur verzeichnet. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Deutschland registriert Temperaturrekord von 41,5°C; schwere Gewitter mit Starkregen bis 50 l/m² und Hagel bis Montag. Fahrbahnschäden offenbaren Infrastruktur-Grenzen; Klimatisierungsprogramme für öffentliche Gebäude signalisieren Resilience-Investitionen.
















