Der Deutsche Wetterdienst registrierte am Freitag mit 41,3 Grad die höchste Temperatur, die in Deutschland gemessen wurde. Am Wochenende könnte auch dieser Wert überschritten werden. Die Reporter Daniel Koop und Lutz Stordel berichten.Erstmals wurden in Deutschland Temperaturen von mehr als 40 Grad gemessen. Der Deutsche Wetterdienst warnt in fast allen Bundesländern vor extremer Hitze. Mehr im Liveticker.Deutschland hat zum Ende der Woche einen historischen Hitzetag erlebt. Im Saarland wurde am Freitag der deutsche Allzeitrekord übertroffen. Der Deutsche Wetterdienst registrierte in Saarbrücken-Burbach nach vorläufigen Angaben 41,3 Grad. Zuvor war bereits der bisherige Juni-Rekord von 39,6 Grad aus dem Jahr 2019 gefallen. Während Veranstaltungen abgesagt werden, nimmt die politische Debatte über besseren Hitzeschutz Fahrt auf. Verfolgen Sie hier alle Ereignisse rund um die Hitzewelle in Westeuropa: 09:46 Uhr – Samstag, 27. JuniDWD warnt vor extremer Hitze in fast ganz Deutschland Der Deutsche Wetterdienst hat eine Warnung vor hohen Temperaturen für Deutschland herausgegeben. In allen 16 Bundesländern wird vor Hitze sowie in einem Großteil auch vor extremer Hitze gewarnt.Deutscher Wetterdienst 27.06.26 KarteDeutscher Wetterdienst 27.06.26 Quelle: Deutscher Wetterdienst/Screenshot WELT09:25 Uhr – Samstag, 27. JuniFast die Hälfte der europäischen Städte bricht HitzerekordeLaut Wissenschaftlern der „World Weather Attribution“ lagen die Temperaturen in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Südengland im Juni zwischen 5 und 12 Grad über den saisonalen Durchschnittswerten. Die internationale Forschungsgruppe stellte in einer Studie zudem fest, dass in 45 Prozent von 854 untersuchten europäischen Städten Hitzerekorde gebrochen wurden oder darauf zugesteuert wird. Die Forscher haben dabei die sogenannten Feuchtkugel-Temperaturen gemessen, mit denen die Hitzebelastung und die Fähigkeit des Körpers, sich durch Schwitzen abzukühlen, gemessen werden. 08:53 Uhr – Samstag, 27. JuniVeranstalter sagt Stuttgarter Kessel Festival abDas Kessel Festival in Stuttgart ist wegen der außergewöhnlichen Hitze abgesagt worden. Der Gesundheitsschutz der Gäste, von Mitarbeitenden und Künstlerinnen und Künstlern stehe an erster Stelle, teilt der Veranstalter mit. Das Festival habe am Freitag mit einem erweiterten Schutzkonzept stattgefunden, die Sicherheit des zweiten Veranstaltungstags könne bei den erwarteten noch höheren Temperaturen jedoch nicht gewährleistet werden.08:35 Uhr – Samstag, 27. JuniNicht ins Wasser springen, mahnt Professor für RückenmarkverletzteEin Sprung kopfüber ins flache Wasser kann schwerwiegende Verletzungen zur Folge haben, warnen Experten. „Die Halswirbelsäule ist besonders fragil“, sagt Jan Schwab, Direktor der Klinik für Rückenmarkverletzte und Paraplegiologie am BG Klinikum Unfallkrankenhaus Berlin (UKB), der dpa. „Das führt direkt zu einer Lähmung“, sagt Schwab, dann seien Beine und Arme betroffen. „Wenn man den Boden nicht sieht, auf keinen Fall springen.“Ein bis anderthalb Meter tiefes Wasser sei zu flach für einen Sprung kopfüber, sagt Schwab. Auch zwei bis zweieinhalb Meter können zu flach sein, je nach Sprunghöhe. Er empfiehlt, auch nicht in Hockstellung ins Wasser zu springen, weil dann Beckenfrakturen möglich seien. Ein junger Mann springt von einem Steg in das kühle Wasser des IllasbergseesQuelle: Karl-Josef Hildenbrand/dpa06:01 Uhr – Samstag, 27. JuniSenioren kollabieren in AltenheimFünf Senioren sind in einem Altenheim wegen der Hitze kollabiert, Dutzende weitere Bewohner mussten von der Feuerwehr auf andere Zimmer verlegt werden. Mitarbeiter eines Krefelder Altenheims hatten am Freitagabend den Rettungsdienst gerufen, da mehrere Bewohner stark unter der Hitze litten, wie ein Feuerwehrsprecher erklärte. Feuerwehr und Rettungsdienst rückten mit einem Großaufgebot aus. Zuvor hatte die „Rheinische Post“ über den Vorfall berichtet.01:29 Uhr – Samstag, 27. JuniHausärzte werfen Regierung Versagen vorDer Hausärztinnen- und Hausärzteverband hat der Bundesregierung Versagen beim Hitzeschutz vorgeworfen. „Die Bundesregierung lässt die Praxen beim Hitzeschutz im Stich“, sagte die Verbandsvorsitzende Nicola Buhlinger-Göpfarth den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Samstag. „Den jahrelangen Ankündigungen, man werde das Thema Hitzeschutz endlich priorisieren, sind keine Taten gefolgt.“ „Die Politik muss endlich ihrer Verantwortung gerecht werden und beim Hitzeschutz handeln, statt sich darauf zu beschränken, immer wenn es heiß wird, eine Absichtserklärung nach der anderen zu veröffentlichen“, betonte Buhlinger-Göpfarth. Sie erinnerte daran, dass die damalige Bundesregierung bereits vor drei Jahren ein umfassendes Maßnahmenpaket zum Hitzeschutz angekündigt habe. Dazu habe auch gehört, die medizinische Aufklärung während Hitzewellen in Hausarztpraxen zu vergüten. „Bis heute ist de facto nichts passiert“, kritisierte die Verbandsvorsitzende. Sobald der Sommer vorbei gewesen sei, sei das Thema wieder von der politischen Agenda verschwunden.21:23 Uhr – Freitag, 26. JuniSchweiz fährt Akw herunterAuch in der Schweiz ist am Freitag mit 38,8 Grad ein neuer Hitzerekord für den Monat Juni verzeichnet worden. „Die Hitze geht unvermindert weiter“, erklärte der Wetterdienst Meteoschweiz im Onlinedienst X. Demnach war es an der Wetterstation Basel/Binningen sogar „mit 38,8 Grad so heiß wie noch nie seit Messbeginn im Jahr 1897“. Erst am Donnerstag hatte die Schweiz den bisherigen Juni-Rekord von 36,9 Grad aus dem Jahr 1947 gebrochen. Wegen der starken Hitze wurden am Freitagnachmittag die beiden Reaktoren des Schweizer Atomkraftwerkes Beznau in der Nähe zur deutschen Grenze heruntergefahren. Damit solle ein weiterer Temperaturanstieg der Aare, mit deren Wasser die Reaktoren gekühlt werden, verhindert werden, teilte der Energiekonzern Axpo mit. Sowohl am Donnerstag als auch am Freitag habe die Wassertempreatur 25 Grad betragen. „Eine ausreichende Abkühlung ist nicht in Sicht.“ 20:56 Uhr – Freitag, 26. JuniRegionalbahn-Stopps entfallen hitzebedingtWegen der erwarteten Hitze am Wochenende entfallen auf den Regionalbahnlinien RE1 und RE8 die Stopps Schwerin Süd und Holthusen. Die betroffenen Linien verkehren zwischen Hamburg und Rostock (RE1) beziehungsweise Wismar, Berlin und Elsterwerda (RE8). Grund sind nach Angaben der Ostdeutschen Eisenbahn GmbH (Odeg) die fehlenden Möglichkeiten, sich an diesen Bahnhöfen während des Umstiegs vor der Hitze zu schützen.Die Einschränkung gilt den Angaben zufolge ab Samstag 0.00 Uhr bis Sonntag 24.00 Uhr.19:23 Uhr – Freitag, 26. JuniFahrspur auf A7 gesperrtWegen eines Hitzeschadens in der Fahrbahn hat die Autobahn GmbH einen Fahrstreifen der A7 im Süden Hamburgs sperren lassen. Der Hauptfahrstreifen in Richtung Norden können in Höhe der Anschlussstelle Hamburg-Marmstorf auf 2,5 Kilometern nicht befahren werden, teilte ein Sprecher der Autobahngesellschaft mit. Die Sperrung werde voraussichtlich bis Montagnachmittag um 15.30 Uhr andauern. Die Ausfahrt Marmstorf sei ebenfalls gesperrt worden, die Auffahrt sei verkürzt, stehe aber weiter zur Verfügung. 18:03 Uhr – Freitag, 26. JuniHitze-Rekord nun bei über 41 GradDer Deutsche Wetterdienst (DWD) hat nach vorläufigen Angaben mit 41,3 Grad die höchste Temperatur registriert, die bisher in Deutschland gemessen wurde. Gemessen wurde der vorläufige Höchstwert um 17.00 Uhr in Saarbrücken-Burbach im Saarland, wie der Wetterdienst auf Anfrage mitteilte.16:45 Uhr – Freitag, 26. JuniNeuer Juni-Hitzerekord aufgestelltDeutschland hat einen neuen Temperaturrekord für den Monat Juni verzeichnet. Nach vorläufigen Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) wurde am Freitagnachmittag erstmals die Marke von 40 Grad überschritten. Wetterexperte Jörg Kachelmann berichtet von einer Messung an einer Wetterstation in Trier-Zewen mit mehr als 40,6 Grad. Der bisherige deutsche Juni-Rekord lag bei 39,6 Grad und stammte aus dem Jahr 2019. 14:45 Uhr – Freitag, 26. JuniFranzösische Regierung befürchtet zahlreiche TodesfälleNach einer Woche mit Extremtemperaturen rechnet die französische Regierung damit, dass zahlreiche Menschen wegen der Hitze in ihren eigenen vier Wänden ums Leben gekommen sind. „Wir sind besorgt über landesweite Todesfälle zu Hause“, erklärte das Gesundheitsministerium. Zahlen dazu liegen bislang nicht vor. Die jüngste Hitzewelle hat in ihrer Ausdehnung und Intensität bereits eine Hitzewelle von 2003 übertroffen, die in Frankreich zu 15.000 Todesfällen geführt hatte.14:30 Uhr – Freitag, 26. JuniFusion-Festival läuft weiter – andere Events sind abgesagtWährend andere Musikfestivals wegen extremer Hitze abgesagt wurden, geht das Fusion-Festival an der Mecklenburgischen Seenplatte weiter. Es war am Donnerstagabend wegen Bränden außerhalb des Geländes für etwa zwei Stunden unterbrochen, danach aber fortgesetzt worden. Im niederländischen Biddinghuizen wurde das Hardstylefestival Defqon.1 für elektronische Musik einen Tag nach Beginn hitzebedingt nach einem Tag abgebrochen. Auch die Pride-Parade in Paris wurde wegen der erwarteten Hitzewelle am Samstag vorsorglich verschoben. Im Ruhrgebiet sind das geplante Konzert von Sänger Jan Delay am Freitag und das Sunset Beach Festival am Halterner Stausee am Samstag wegen hoher Temperaturen kurzfristig abgesagt worden.10:31 Uhr – Freitag, 26. JuniZDF-Wettermoderator kritisiert Begriff „Klimawandel“Für ZDF-Wettermoderator Özden Terli reagiert die Politik nicht ausreichend auf die globale Erderwärmung. „Besonders beunruhigend ist es, wenn man die Entscheidungen der Politik sieht, die komplett konträr sind zu dem, was gemacht werden müsste“, sagte Terli der „Süddeutschen Zeitung“. Dazu komme ein Greenwashing mit Produkten, die vermeintlich klimaneutral hergestellt wurden. „Nein, es gibt derzeit nichts, was klimaneutral ist. Wir verbrauchen permanent Ressourcen, egal, was wir tun“, sagte Terli.Der Meteorologe Terli wünscht sich für die Berichterstattung der Medien über die langfristige Veränderung des Klimas deutlichere Worte. „Der Begriff ‚Klimawandel‘ ist extrem schwach. Da wandelt sich nichts. Ich benutze strikt ‚globale Erhitzung‘, auch wenn das oft zu Diskussionen führt“, sagte er. Denn es gehe um einen „brachialen, epochalen Umbruch in der Menschheitsgeschichte“. 08:47 Uhr – Freitag, 26. JuniBerlins Regierungschef Wegner warnt vor HitzeEs ist heiß in der Hauptstadt – und es wird noch heißer. Berlins Regierender Bürgermeister, Kai Wegner, warnt deshalb vor den damit verbundenen Gefahren. „Passen Sie auf sich auf und auch auf Ihre Mitmenschen!“, bat der CDU-Politiker auf der Onlineplattform X. Die aktuelle Hitzewelle könne insbesondere für ältere Menschen, kleine Kinder, Schwangere, Menschen mit Vorerkrankungen sowie Obdachlose und „alle, die draußen arbeiten“, gefährlich sein. „Deshalb meine Bitte an alle Berlinerinnen und Berliner: Passen Sie auf sich auf. Trinken Sie ausreichend, vermeiden Sie die Mittagshitze und suchen Sie Schatten oder kühle Räume auf. Und achten Sie bitte auch auf die Menschen in Ihrer Umgebung.“lay, luwi, saha – mit dpa/AFP/Reuters