Der Deutsche Wetterdienst registrierte am Freitag mit 41,3 Grad die höchste Temperatur, die in Deutschland gemessen wurde. Am Wochenende könnte auch dieser Wert überschritten werden. Die Reporter Daniel Koop und Lutz Stordel berichten.Der Deutsche Wetterdienst hat am Samstagnachmittag einen neuen Temperaturrekord gemessen. Schon am Sonntag könnte dieser erneut fallen. Landesweit drohen Unwetter. Mehr im Liveticker.Die extreme Hitze in Deutschland belastet die Infrastruktur und die Menschen. Die Stadt Köln sieht die Rettungsdienste wegen zahlreicher hitzebedingter Einsätze an ihrer „Kapazitätsgrenze“, die Deutsche Bahn rät von Reisen ab und Städte und Kommunen riefen die Bürger zum Wassersparen auf. Verfolgen Sie hier alle Ereignisse rund um die Hitzewelle in Westeuropa: 04:57 Uhr – Sonntag, 28. JuniTemperaturen von bis zu 42 Grad und Unwetter erwartetFür Sonntag sagt der Deutsche Wetterdienst (DWD) Temperaturen von bis zu 42 Grad voraus, aber es drohen auch landesweit heftige Gewitter. Heute erwartet der DWD Unwetterpotential durch heftigen Starkregen, schwere Sturmböen und großen Hagel. Auch extremes Unwetter mit bis zu 50 Litern pro Quadratmeter sei nicht ausgeschlossen. In der Nacht zum Montag werden erneut schwere Gewitter mit Starkregen erwartet. Für den Sonntag sagt der DWD Höchstwerte im Osten und Südosten von 39 bis 41 Grad voraus, in der Lausitz bis 42 Grad. In den übrigen Teilen Deutschlands werden 32 bis 38 Grad erwartet, an der Küste könnte es kühler werden. Der gerade erst aufgestellte Temperaturrekord von 41,5 Grad könnte also erneut gebrochen werden. 00:09 Uhr – Sonntag, 28. JuniDröge fordert „Abkühl-Sofortprogramm“Die Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge fordert, angesichts der aktuellen Hitzewelle Maßnahmen zu ergreifen. „Deutschland braucht ein Abkühl-Sofortprogramm, um Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Kitas und Schulen zu klimatisieren“, sagte Dröge der „Bild am Sonntag“. Es brauche volles Tempo beim Ausbau von Klimaanlagen in Verbindung mit Solaranlagen. „Wir schlagen ein neues Förderprogramm für ‚Klima-Solar-Anlagen‘ vor“, sagte Dröge. Die Förderung von Klimaanlagen solle an die gleichzeitige Installation von Solarzellen auf dem Dach geknüpft werden.Dröge nannte dies die „sinnvollste Kombination“. Der Solarstrom halte die Betriebskosten für die Klimatisierung gering. „Die Hitze untertags geht mit hoher Sonneneinstrahlung und damit besonders viel Solarertrag einher“, sagte die Grünen-Politikerin weiter. Nach Dröges Vorstellung soll ein Teil des Sondervermögens für ein „unbürokratisches Abkühl-Sofortprogramm“ genutzt werden. Sie kritisierte die Bundesregierung dafür, dass sie ausgerechnet jetzt ein Förderprogramm für Hitzeschutz auslaufen lasse. „Das ist ein großer Fehler“, sagte Dröge.23:41 Uhr – Samstag, 27. JuniNeuer Hitzerekord gemessenIn Deutschland ist nach vorläufigen Daten des Deutschen Wetterdienstes erneut ein Hitzerekord aufgestellt worden. Der vorläufige Höchstwert von 41,5 Grad wurde um 16.20 Uhr in Möckern-Drewitz in Sachsen-Anhalt gemessen, wie der Deutsche Wetterdienst auf dpa-Anfrage mitteilte. Am Freitag war mit 41,3 Grad in Saarbrücken bereits ein neuer Rekordwert gemessen worden.Der DWD teilte gleich mehrere bundesweite Rekorde mit: An 46 Stationen wurden mindestens 40,0 Grad gemessen. An insgesamt 250 Stationen wurden so hohe Werte gemessen wie nie zuvor. Zudem wurden an 211 weiteren Stationen Rekordwerte für Juni gemessen. Zahlreiche Bundesländer vermeldeten ebenfalls Rekordgradzahlen. 00:03 Uhr – Sonntag, 28. JuniGewitter-Gefahr: Berliner Philharmoniker verkürzen KonzertWegen eines drohenden Gewitters haben sich die Berliner Philharmoniker mit ihrem Konzert in der Waldbühne beeilt. Erst wurde die Pause verkürzt, dann wäre fast noch die berühmte Zugabe „Berliner Luft“ ausgefallen – gespielt hat das Orchester das Lied von Paul Lincke dann doch, das Publikum sollte währenddessen aber bereits die Arena verlassen. Das Spitzenorchester beendet mit dem Freiluftkonzert traditionell seine Saison. Die Waldbühne mit ihren rund 22.000 Plätzen war ausverkauft.19:54 Uhr – Samstag, 27. JuniUngarn drosselt wegen Hitzewelle AKW-LeistungIm Zuge der Rekord-Hitzewelle in Europa hat nun auch Ungarn die Leistung eines Atomkraftwerks gedrosselt. Wegen der hohen Wassertemperatur der Donau sei die Produktion eines der vier Reaktoren im Kraftwerk Paks um 243 Megawatt gesenkt worden, teilte der Betreiber MVM am Samstag mit. Messungen am Morgen hätten ergeben, dass das Kühlwasser flussabwärts 29,7 Grad Celsius erreicht habe und damit den Grenzwert von 29,5 Grad überschreite. Energieminister Istvan Kapitany erklärte, die Haushalte würden von der reduzierten Leistung nichts spüren. Er hatte die Bevölkerung jedoch aufgerufen, den Stromverbrauch in den Abendstunden einzuschränken, um das Netz zu entlasten.Auch in anderen europäischen Ländern macht die Hitze AKW-Betreibern zu schaffen. In der Schweiz schaltete der Energiekonzern Axpo am Freitag beide Reaktoren des Kernkraftwerks Beznau vorübergehend ab. Die Temperatur des Flusses Aare habe wiederholt die Marke von 25 Grad erreicht, hieß es zur Begründung. In Frankreich, das stark auf Kernenergie setzt, musste der staatliche Betreiber EDF die Stromerzeugung bereits zur Wochenmitte um 4,1 Gigawatt reduzieren. Dies entspricht etwa sieben Prozent der gesamten Stromnachfrage. Mehrere Reaktoren an der Rhône, der Seine und der Garonne wurden gedrosselt oder ganz vom Netz genommen, um die Umweltauflagen zum Schutz der Ökosysteme dieser Flüsse vor zu hohen Kühlwassertemperaturen einzuhalten.18:47 Uhr – Samstag, 27. JuniWaldbrand in Gohrischheide breitet sich schnell ausEin Jahr nach einem verheerenden Waldbrand in der Gohrischheide an der Landesgrenze von Sachsen zu Brandenburg ist dort erneut ein Feuer ausgebrochen. Der Brand breitet sich sehr schnell aus. Das Gebiet im Landkreis Meißen ist munitionsbelastet, was Löscharbeiten erschwert. Die betroffene Fläche wuchs von zunächst drei auf inzwischen mehr als 19 Hektar an. Rund 100 Einsatzkräfte sind im Einsatz. Auch ist ein gepanzertes Löschfahrzeug auf dem Weg in die Gohrischheide. 18:45 Uhr – Samstag, 27. Juni40,6 Grad in Tschechien – RekordIn Tschechien ist am Samstag ein neuer Hitzerekord verzeichnet worden. An einer Wetterstation in Doksany nördlich von Prag wurden 40,6 Grad Celsius gemessen, wie der nationale Wetterdienst mitteilte. Die Temperaturen stiegen aber noch weiter an. „Daher ist dies womöglich noch nicht der Endwert“, fügte die Behörde hinzu.18:13 Uhr – Samstag, 27. JuniHitzerekord in Dänemark gebrochenIn Dänemark ist am Samstag mit 37,0 Grad ein neuer Hitzerekord verzeichnet worden. Er sei in Odum nördlich der Stadt Aarhus gemessen worden, teilte das Dänische Meteorologische Institut (DMI) im Onlinedienst X mit. Die bisherige Rekordtemperatur seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1874 war demnach im August 1975 mit 36,4 Grad erreicht worden. Der neue Rekord könnte schon bald wieder gebrochen werden, warnte das DMI. „Es ist vermutlich nur eine Frage der Zeit, dass wir 40 Grad in Dänemark erreichen,“ schrieb der Meteorologe Peter Tanev. 17:44 Uhr – Samstag, 27. JuniMehr als 3000 Patienten in Frankreich behandeltDie Kliniken in Frankreich meldeten auch am Samstag zahlreiche hitzebedingte Notfälle, darunter Herzinfarkte, Hitzschläge und Dehydrierung. Auch Todesfälle wurden mit den hohen Temperaturen in Verbindung gebracht. In Paris aktivierte der öffentliche Krankenhausverbund AP-HP seinen Notfallplan für alle 38 Kliniken. Damit reagiere man auf einen anhaltenden Anstieg der Belastung, teilte die Krankenhausbehörde mit. In den Notaufnahmen seien binnen 24 Stunden fast 3000 Patienten behandelt worden, mehr als ein Drittel über dem üblichen Niveau. Ein großer Teil von ihnen sei älter als 75 Jahre gewesen und habe stationär aufgenommen werden müssen. Auch die medizinischen Leitstellen waren stark belastet. Die Zahl der Anrufe sei im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast 80 Prozent gestiegen, teilte AP-HP mit.17:17 Uhr – Samstag, 27. JuniZwei Badetote in BerlinIn Berliner Seen sind am Samstag zwei Männer gestorben. Dies teilte die Feuerwehr mit. Dem „Tagesspiegel“ zufolge sahen gegen 13 Uhr mehrere Zeugen auf der Oberfläche eines Sees im Volkspark Jungfernheide einen leblosen Körper schwimmen sehen. Sie zogen den Mann aus dem Wasser und leiteten erste Reanimationsmaßnahmen ein. Alarmierte Rettungskräfte übernahmen die Maßnahmen wenig später, blieben jedoch erfolglos. Der Mann starb noch vor Ort. Später teilte die Feuerwehr mit, dass auch im Hafen Tempelhof Passanten am Mittag einen regungslos treibenden Mann auf dem Wasser entdeckt hatten. Gemeinsam mit der Polizei zogen sie den Körper an der Ordensmeisterstraße aus dem Wasser. Die Todesursache ist in beiden Fällen unklar.17:00 Uhr – Samstag, 27. JuniFridays for Future plant Demo am SonntagDie Bewegung Fridays for Future ruft am Sonntag zu einer Demo für mehr Klimaschutz in Berlin auf. Weil tagsüber Temperaturen von 40 Grad erwartet würden, könne die im Invalidenpark geplante Kundgebung erst am Abend um 21 Uhr stattfinden, um die Teilnehmenden nicht zu gefährden, teilte Fridays for Future Berlin mit. Ursache für die extreme Hitzewelle und Temperaturen sei die Klimakrise, hieß es. „Doch statt wirksame Klimapolitik voranzubringen, setzt die Bundesregierung weiterhin auf Öl und Gas.“15:50 Uhr – Samstag, 27. JuniSiebenjähriger verbrüht sich durch heißen GartenschlauchEin siebenjähriger Junge hat sich in einer Kleingartenanlage in Neuss mit heißem Wasser aus einem Gartenschlauch Verbrühungen im Gesicht zugezogen. Wie die Polizei mitteilte, spielte das Kind am Freitagnachmittag mit dem Schlauch, der zuvor bei den hohen Temperaturen in der Sonne gelegen hatte. Der Junge wurde zur Behandlung in eine Kinderklinik gebracht. Weitere Verletzte gab es laut Polizeiinformationen nicht.15:29 Uhr – Samstag, 27. JuniDeutschland steuert auf erneuten absoluten Hitzerekord zuIn der aktuellen Hitzewelle steuert Deutschland auf einen weiteren Temperaturekord zu. An zwei Wetterstationen – in Andernach in Rheinland-Pfalz und in Genthin in Sachsen-Anhalt – seien bereits um kurz vor 15.00 Uhr 41,1 Grad gemessen worden, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Samstag der Nachrichtenagentur AFP. Es sei durchaus möglich, dass die Temperaturen im Laufe des Nachmittags weiter steigen.Mit 41,3 Grad war am Freitag gegen 17.00 Uhr in Saarbrücken eine neue Höchsttemperatur in Deutschland gemessen worden. Berechnungsmodelle des DWD hatten für Samstag dann bereits die Möglichkeit ergeben, dass sogar die 42 Grad geknackt werden könnten.15:12 Uhr – Samstag, 27. JuniDeutscher Städte- und Gemeindebund ruft zum Wassersparen auf Der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) ruft die Bürger zum Wassersparen auf. „Bei dieser Hitze appelliere ich dringend an den gesunden Menschenverstand, in den kommenden Tagen bitte ganz besonders sparsam mit dem kostbaren Wasser umzugehen“, sagte Hauptgeschäftsführer André Berghegger der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Zunächst solle so lange wie möglich auf Freiwilligkeit gesetzt werden, sagte Berghegger. „Wenn das nicht funktioniert, müssen die Behörden vor Ort auch Verbote aussprechen.“15:07 Uhr – Samstag, 27. JuniBerliner Polizei setzt Wasserwerfer ein – zur AbkühlungDie Berliner Polizei setzt am Nachmittag zwei Wasserwerfer ein, um bei der extremen Hitze mit Sprühnebel für Erfrischung zu sorgen. Wie die Polizei online mitteilte, beginnt die Aktion gegen 15.00 Uhr am Brandenburger Tor. Anschließend sollen die Wasserwerfer am Reichstagsgebäude, dem Potsdamer Platz, dem Roten Rathaus und dem Mauerpark vorbeifahren. Wie lang genau die Wasserwerfer an den Stationen sein werden, teilte die Polizei nicht mit.14:52 Uhr – Samstag, 27. JuniTemperaturen steigen weiter anNoch hält die Rekordmarke aus Saarbrücken-Burbach: Der vorläufige Spitzenwert von Freitag mit 41,3 Grad Celsius sei bislang nicht erreicht, teilte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mit. In gleich mehreren Bundesländern ist den Angaben zufolge aber bereits die 40-Grad-Marke geknackt worden. Kurz nach 14 Uhr meldete die Wetterstation Möckern-Drewitz in Sachsen-Anhalt demnach 40,5 Grad. Knapp darunter seien es aktuell in Waghäusel-Kirrlach in Baden-Württemberg 40,4 Grad. Auch Bayern schwitzt: 40,2 Grad verzeichnet die Wetterstation in Kahl am Main. Beneidenswert kühl ist es dagegen im Norden Deutschlands: Gerade einmal 22,8 Grad warm ist es dem DWD-Sprecher zufolge an der Nordseeküste Schleswig-Holsteins in Sankt Peter-Ording. 14:50 Uhr – Samstag, 27. JuniRettungsdienst in Köln an „Kapazitätsgrenze“ Der Rettungsdienst der Feuerwehr in Köln kommt in der andauernden Hitzewelle nach Angaben der Stadt an seine „Kapazitätsgrenze“. „Nach zehn aufeinanderfolgenden Tagen mit extremer Hitze und ohne nennenswerte nächtliche Abkühlung ist die Lage ernst“, erklärte die Stadtverwaltung am Samstag. Allein in den vorherigen 24 Stunden seien sieben Menschen bewusstlos in ihren Wohnungen – überwiegend in Dachgeschossen – aufgefunden wordenIn allen Fällen waren die Menschen demnach lebensbedrohlich überhitzt, einer musste reanimiert werden. „Betroffen waren nicht nur Menschen mit Vorerkrankungen“, erklärte die Stadt. Auch körperlich fitte Personen seien mit einer Körpertemperatur von 42 Grad in Lebensgefahr geraten.Löschfahrzeuge der Feuerwehr unterstützen mittlerweile den Rettungsdienstbetrieb, wie die Stadtverwaltung ausführte. „Alle Feuerwehrleute sind mindestens Rettungssanitäter, viele auch Notfallsanitäter.“14:45 Uhr – Samstag, 27. JuniHitzeschäden an mehreren Autobahnen laut ADAC Geplatzte Fahrbahndecken, Sperrungen, Tempolimits: Hitzeschäden bremsen auf den Autobahnen in Deutschland teilweise den Verkehr aus. Nach einer Liste des ADAC sind zurzeit mehrere Autobahnen betroffen. In vielen Bundesländern kommt es zu Sperrungen und Geschwindigkeitsbegrenzungen. Niedersachsen und BrandenburgDemnach ist die Autobahn 2 Richtung Hannover bei Burg in Niedersachsen voraussichtlich noch bis Sonntagnachmittag wegen Hitzeschäden gesperrt. Das Gleiche gilt für den Abschnitt zwischen Ziesar und Wollin in Fahrtrichtung Potsdam in Brandenburg. BayernAuf der A93 in Bayern gibt es zwischen Weiden-Süd und Luhe Wildenau in Richtung Regensburg ebenfalls Fahrbahnschäden, weshalb der linke Fahrstreifen voraussichtlich bis kommende Woche gesperrt ist, wie der ADAC mit Verweis auf Informationen der Autobahn GmbH des Bundes berichtet. Reparaturen sind auch auf der A9 bei Ingolstadt in beide Richtungen nötig. Berlin und HamburgAuf der A10 bleibt dem ADAC zufolge zwischen Berlin-Marzahn und Hellersdorf in Richtung Frankfurt (Oder) der linke Fahrstreifen wegen Hitzeschäden gesperrt. Auch auf der A7 im Süden Hamburgs ist ein Fahrstreifen in Richtung Norden über das Wochenende dicht. Rheinland-Pfalz und HessenLangsamer müssen Autofahrer zudem auf der A48 in Rheinland-Pfalz an der Rheinbrücke bei Bendorf und auf der A3 bei Wiesbaden in Hessen fahren. Bereits am dritten Juni-Wochenende hatten laut dem ADAC Hitzeschäden auf der A1 und der A13 für Verkehrsbehinderungen gesorgt. 13:21 Uhr – Samstag, 27. JuniGewittergefahr steigt in der Nacht auf SonntagAm späteren Abend und in der Nacht steigt im Norden und Nordwesten des Landes die Unwettergefahr durch verbreitete Gewitter. Die Temperaturen bringen bei Werten zwischen 26 und 17 Grad in der Nacht zum Sonntag nur wenig Abkühlung. Lediglich in einigen Senken- und Muldenlagen wird es noch kühler. Am Sonntag besteht im Tagesverlauf erneut die Gefahr schwerer Gewitter mit schweren Sturmböen, heftigem Starkregen und großkörnigem Hagel. Richtung Osten und Südosten ist es demnach länger sonnig und trocken. 13:14 Uhr – Samstag, 27. JuniBahn rät von nicht notwendigen Reisen abDie Deutsche Bahn und weitere Eisenbahnunternehmen raten wegen der Hitze am Wochenende von nicht dringend notwendigen Reisen im Fern- und Regionalverkehr ab. Das teilte die Deutsche Bahn online mit. „Die Verkehrsinfrastruktur in Deutschland ist an diesem Wochenende stark von der Rekordhitze betroffen. Auch der Schienenverkehr leidet unter den Extrem-Temperaturen“, heißt es in der Mitteilung. Der bundeseigene Konzern erklärte: „Gemeinsam mit anderen Eisenbahnverkehrsunternehmen und Branchenorganisationen wie dem Bundesverband Schienennahverkehr (BSN) rät die Deutsche Bahn: Bitte vermeiden Sie heute und morgen alle nicht dringend notwendigen Reisen im Fern- und Regionalverkehr.“Das Bahnunternehmen National Express, das Regionalzüge in Nordrhein-Westfalen fahren lässt, will wegen der hohen Temperaturen am Samstagnachmittag den Betrieb für sechs Stunden einstellen. 12:10 Uhr – Samstag, 27. JuniErhöhte Ozon-Konzentration gemessenIn Südhessen sind erhöhte Ozon-Konzentrationen gemessen worden. Dort lag dem Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) zufolge der Stundenmittelwert bei 194 Mikrogramm pro Kubikmeter. Bei einem Wert über 180 wird Kindern, Jugendlichen sowie entsprechend empfindlichen Menschen von körperlicher Betätigung im Freien abgeraten. Von sportlichen Ausdauerleistungen solle abgesehen werden. Ozon kann etwa heftige Kopfschmerzen verursachen.11:23 Uhr – Samstag, 27. JuniCopernicus-Klimadienst: Europa erwärmt sich doppelt so schnell wie der Rest der WeltEuropa ist der sich am schnellsten erwärmende Kontinent der Welt: Seit den 1980er Jahren steigen die Temperaturen dort doppelt so schnell wie im globalen Durchschnitt, so der Copernicus-Klimadienst der Europäischen Union. Während sich die Erde insgesamt um rund 1,4 Grad gegenüber dem vorindustriellen Niveau erwärmt hat, liegt Europa bei etwa 2,4 Grad über dem Wert von 1850 bis 1900. 09:46 Uhr – Samstag, 27. JuniDWD warnt vor extremer Hitze in fast ganz Deutschland Der Deutsche Wetterdienst hat eine Warnung vor hohen Temperaturen für Deutschland herausgegeben. In allen 16 Bundesländern wird vor Hitze sowie in einem Großteil auch vor extremer Hitze gewarnt.Deutscher Wetterdienst 27.06.26 KarteDeutscher Wetterdienst 27.06.26 Quelle: Deutscher Wetterdienst/Screenshot WELT09:25 Uhr – Samstag, 27. JuniFast die Hälfte der europäischen Städte bricht HitzerekordeLaut Wissenschaftlern der „World Weather Attribution“ lagen die Temperaturen in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Südengland im Juni zwischen 5 und 12 Grad über den saisonalen Durchschnittswerten. Die internationale Forschungsgruppe stellte in einer Studie zudem fest, dass in 45 Prozent von 854 untersuchten europäischen Städten Hitzerekorde gebrochen wurden oder darauf zugesteuert wird. Die Forscher haben dabei die sogenannten Feuchtkugel-Temperaturen gemessen, mit denen die Hitzebelastung und die Fähigkeit des Körpers, sich durch Schwitzen abzukühlen, gemessen werden. 08:53 Uhr – Samstag, 27. JuniVeranstalter sagt Stuttgarter Kessel Festival abDas Kessel Festival in Stuttgart ist wegen der außergewöhnlichen Hitze abgesagt worden. Der Gesundheitsschutz der Gäste, von Mitarbeitenden und Künstlerinnen und Künstlern stehe an erster Stelle, teilt der Veranstalter mit. Das Festival habe am Freitag mit einem erweiterten Schutzkonzept stattgefunden, die Sicherheit des zweiten Veranstaltungstags könne bei den erwarteten noch höheren Temperaturen jedoch nicht gewährleistet werden.08:35 Uhr – Samstag, 27. JuniNicht ins Wasser springen, mahnt Professor für RückenmarkverletzteEin Sprung kopfüber ins flache Wasser kann schwerwiegende Verletzungen zur Folge haben, warnen Experten. „Die Halswirbelsäule ist besonders fragil“, sagt Jan Schwab, Direktor der Klinik für Rückenmarkverletzte und Paraplegiologie am BG Klinikum Unfallkrankenhaus Berlin (UKB), der dpa. „Das führt direkt zu einer Lähmung“, sagt Schwab, dann seien Beine und Arme betroffen. „Wenn man den Boden nicht sieht, auf keinen Fall springen.“Ein bis anderthalb Meter tiefes Wasser sei zu flach für einen Sprung kopfüber, sagt Schwab. Auch zwei bis zweieinhalb Meter können zu flach sein, je nach Sprunghöhe. Er empfiehlt, auch nicht in Hockstellung ins Wasser zu springen, weil dann Beckenfrakturen möglich seien. Ein junger Mann springt von einem Steg in das kühle Wasser des IllasbergseesQuelle: Karl-Josef Hildenbrand/dpa06:01 Uhr – Samstag, 27. JuniSenioren kollabieren in AltenheimFünf Senioren sind in einem Altenheim wegen der Hitze kollabiert, Dutzende weitere Bewohner mussten von der Feuerwehr auf andere Zimmer verlegt werden. Mitarbeiter eines Krefelder Altenheims hatten am Freitagabend den Rettungsdienst gerufen, da mehrere Bewohner stark unter der Hitze litten, wie ein Feuerwehrsprecher erklärte. Feuerwehr und Rettungsdienst rückten mit einem Großaufgebot aus. Zuvor hatte die „Rheinische Post“ über den Vorfall berichtet.01:29 Uhr – Samstag, 27. JuniHausärzte werfen Regierung Versagen vorDer Hausärztinnen- und Hausärzteverband hat der Bundesregierung Versagen beim Hitzeschutz vorgeworfen. „Die Bundesregierung lässt die Praxen beim Hitzeschutz im Stich“, sagte die Verbandsvorsitzende Nicola Buhlinger-Göpfarth den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Samstag. „Den jahrelangen Ankündigungen, man werde das Thema Hitzeschutz endlich priorisieren, sind keine Taten gefolgt.“ „Die Politik muss endlich ihrer Verantwortung gerecht werden und beim Hitzeschutz handeln, statt sich darauf zu beschränken, immer wenn es heiß wird, eine Absichtserklärung nach der anderen zu veröffentlichen“, betonte Buhlinger-Göpfarth. Sie erinnerte daran, dass die damalige Bundesregierung bereits vor drei Jahren ein umfassendes Maßnahmenpaket zum Hitzeschutz angekündigt habe. Dazu habe auch gehört, die medizinische Aufklärung während Hitzewellen in Hausarztpraxen zu vergüten. „Bis heute ist de facto nichts passiert“, kritisierte die Verbandsvorsitzende. Sobald der Sommer vorbei gewesen sei, sei das Thema wieder von der politischen Agenda verschwunden.21:23 Uhr – Freitag, 26. JuniSchweiz fährt Akw herunterAuch in der Schweiz ist am Freitag mit 38,8 Grad ein neuer Hitzerekord für den Monat Juni verzeichnet worden. „Die Hitze geht unvermindert weiter“, erklärte der Wetterdienst Meteoschweiz im Onlinedienst X. Demnach war es an der Wetterstation Basel/Binningen sogar „mit 38,8 Grad so heiß wie noch nie seit Messbeginn im Jahr 1897“. Erst am Donnerstag hatte die Schweiz den bisherigen Juni-Rekord von 36,9 Grad aus dem Jahr 1947 gebrochen. Wegen der starken Hitze wurden am Freitagnachmittag die beiden Reaktoren des Schweizer Atomkraftwerkes Beznau in der Nähe zur deutschen Grenze heruntergefahren. Damit solle ein weiterer Temperaturanstieg der Aare, mit deren Wasser die Reaktoren gekühlt werden, verhindert werden, teilte der Energiekonzern Axpo mit. Sowohl am Donnerstag als auch am Freitag habe die Wassertempreatur 25 Grad betragen. „Eine ausreichende Abkühlung ist nicht in Sicht.“ 20:56 Uhr – Freitag, 26. JuniRegionalbahn-Stopps entfallen hitzebedingtWegen der erwarteten Hitze am Wochenende entfallen auf den Regionalbahnlinien RE1 und RE8 die Stopps Schwerin Süd und Holthusen. Die betroffenen Linien verkehren zwischen Hamburg und Rostock (RE1) beziehungsweise Wismar, Berlin und Elsterwerda (RE8). Grund sind nach Angaben der Ostdeutschen Eisenbahn GmbH (Odeg) die fehlenden Möglichkeiten, sich an diesen Bahnhöfen während des Umstiegs vor der Hitze zu schützen.Die Einschränkung gilt den Angaben zufolge ab Samstag 0.00 Uhr bis Sonntag 24.00 Uhr.lay, luwi, saha – mit dpa/AFP/Reuters
Hitze: ++ Rekord von 41,5 Grad könnte erneut übertroffen werden – heftige Gewitter drohen ++ - WELT
Der Deutsche Wetterdienst hat am Samstagnachmittag einen neuen Temperaturrekord gemessen. Schon am Sonntag könnte dieser erneut fallen. Landesweit drohen Unwetter. Mehr im Liveticker.















