PfadnavigationHomeSportFußballWM„Pride Match“Elfmeter verschossen, Tor aberkannt, zwei Lattentreffer – aber der Iran kann noch hoffenStand: 08:45 UhrLesedauer: 3 MinutenDer Iran glaubt an den historischen Einzug in die K.-o.-Runde und feiert bereits den vermeintlichen Siegtreffer gegen Ägypten. Doch der Jubel wird durch die VAR-Überprüfung unterbrochen. Eine minimale Abseitsposition ist schließlich der Grund für den nicht anerkannten Treffer.Um das mit dem Label „Pride Match“ versehene Spiel des Iran gegen Ägypten hatte es im Vorfeld viel Wirbel gegeben. Bei der Partie selbst bleibt es nahezu ruhig. Nur auf dem Feld geht es streckenweise dramatisch zu.Der Iran hat im von Debatten begleiteten „Pride Match“ gegen Ägypten unentschieden gespielt und kann allen Widrigkeiten zum Trotz auf den erstmaligen Einzug in die K.o.-Phase bei einer Fußball-WM hoffen. Die Mannschaft von Trainer Amir Ghalenoei trennte sich nach einer dramatischen Schlussphase 1:1 (1:1) vom Team um Superstar Mohamed Salah, für das der Einzug ins Sechzehntelfinale schon vor dem Spiel feststand. Hinter dem punktgleichen Belgien belegte Ägypten wegen des schlechteren Torverhältnisses Rang zwei. Im WM-Stadion von Seattle traf Mahmoud Saber für Ägypten (5. Minute). Ramin Rezaeian glich für den Iran aus (14.).Mehdi Taremi scheiterte zudem mit einem Foulelfmeter an Ägyptens Torwart Ufa Schobeir (11.). Dennoch ist der größte Erfolg der iranischen WM-Geschichte nach nun drei Remis als Gruppendritter immer noch möglich – und das vor dem Hintergrund des Krieges der USA und Israels gegen das Land.Protest des Iran und von Ägypten im Vorfeld der WM vergeblichUm das Spiel gibt es seit mehreren Monaten großen Wirbel. Die lokalen Organisatoren hatten schon vor der WM-Auslosung entschieden, die Partie im Rahmen des an diesem Wochenende stattfindenden „Pride Fest“ als „Pride Match“ auszurufen. Der Iran und Ägypten sind weit davon entfernt, die Werte des „Pride Fest“ der LGBTQI+-Gemeinschaft zu teilen. Beide Nationen protestierten gegen das Label – erfolglos. Lesen Sie auchIm Stadion und rund um die Arena war vom „Pride Match“ trotzdem nicht so viel zu sehen. Einige Fans trugen Regenbogenfahnen, und waren bunt geschminkt. Dass sich der Weltverband Fifa selbst nicht an Aktionen unter dem Pride-Motto beteiligen würde, war ohnehin klar gewesen.Lesen Sie auchNur Ende der ersten Halbzeit kam es zu einer Unruhe auf der Tribüne: Ordner konfiszierten eine Tröte von ägyptischen Fans. Die Anhänger waren davon so erzürnt, dass sie iranische Fans im Nebenblock anschwärzten, die ebenfalls mit einem Blas-Instrument für Stimmung sorgen wollten. Auch dort wurden die Ordner aktiv. Außer dem Tröten-Zoff blieb es ruhig. Hintergrund: Vuvuzelas und andere Tröten wurden von der Fifa bei der WM verboten, ebenso wie Pfeifen oder Laserpointer.Mehr machte sich die politische Lage bemerkbar. Bei der iranischen Hymne waren im Stadion auch Pfiffe zu hören. Rund um die Spielstätte demonstrierten Menschen unter anderem für einen „Regimewechsel im Iran“, für Frieden dort und gegen die Politik von US-Präsident Donald Trump. Mitunter wurde es dabei hitzig. Auch das politische Verhältnis zwischen dem Iran und Ägypten ist kompliziert, auch wenn es sich zuletzt verbesserte. Auch auf dem Spielfeld ging es gleich emotional zur Sache. Ägypten nutzte seine erste Chance zur Führung. Iran-Torwart Alireza Beiranvand klärte zunächst nur unzureichend und wurde dann von Saber auch noch getunnelt.Der Iran hätte geschockt sein können, reagierte jedoch stark auf den frühen Rückschlag. Zunächst scheiterte Taremi vom Elfmeterpunkt noch an Schobeir. Dann ließ Rezaeian die iranischen Fans jubeln. Nachdem Schobeir einen Schuss zunächst noch pariert hatte, traf der 36-Jährige aus ganz spitzem Winkel.Es entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel. Beide Mannschaften hatten Abschlüsse. Immer wieder gab es aber auch Verletzungsunterbrechungen, die den Spielfluss störten. Nach knapp einer Stunde nahm Ägyptens Coach Hossam Hassan Offensivmann Salah vom Feld, der dabei nicht glücklich wirkte. Tore bekamen die 66.925 Zuschauer im Stadion keine mehr zu sehen – dramatisch wurde es trotzdem, weil der Treffer von Shojae Khalilzadeh (90.+3) für den Iran wegen Abseits nicht zählte und das Team bei zwei Latten-Treffern Pech hatte.Nach dem nicht gegebenen Abseitstor rannte zudem ein Flitzer auf das Feld. Vier Ordner hatten sich sofort auf ihn gestürzt, brachten ihn aus dem Innenraum.