Iran hat im von Debatten begleiteten „Pride Match“ gegen Ägypten unentschieden gespielt und kann allen Widrigkeiten zum Trotz auf den erstmaligen Einzug in die K.o.-Phase bei einer Fußball-WM hoffen. Die Mannschaft von Trainer Amir Ghalenoei trennte sich nach einer dramatischen Schlussphase 1:1 (1:1) vom Team um Mohamed Salah, für das der Einzug ins Sechzehntelfinale schon vor dem Spiel feststand. Hinter dem punktgleichen Belgien belegte Ägypten wegen des schlechteren Torverhältnisses Rang zwei.Im WM-Stadion von Seattle traf Mahmoud Saber für Ägypten (5. Minute). Ramin Rezaeian glich für den Iran aus (14.).Mehdi Taremi scheiterte zudem mit einem Foulelfmeter an Ägyptens Torwart Ufa Schobeir (11.). Dennoch ist der Einzug in die K.-o.-Runde nach drei Remis als Gruppendritter immer noch möglich – und das vor dem Hintergrund des Krieges der USA und Israels gegen das Land.Um das Spiel gab es seit mehreren Monaten großen Wirbel. Die lokalen Organisatoren hatten schon vor der WM-Auslosung entschieden, die Partie im Rahmen des an diesem Wochenende stattfindenden „Pride Fest“ als „Pride Match“ auszurufen. Iran und Ägypten sind weit davon entfernt, die Werte des „Pride Fest“ der LGBTQI+-Gemeinschaft zu teilen. Beide Nationen protestierten gegen das Label – erfolglos.Im Stadion und rund um die Arena war vom „Pride Match“ trotzdem nicht so viel zu sehen. Einige Fans trugen Regenbogenfahnen, waren bunt geschminkt. Dass sich der Weltverband FIFA selbst nicht an Aktionen unter dem Pride-Motto beteiligen würde, war ohnehin klar gewesen.Mehr machte sich die politische Lage bemerkbar. Bei der iranischen Hymne waren im Stadion auch Pfiffe zu hören. Rund um die Spielstätte demonstrierten Menschen unter anderem für einen „Regimewechsel im Iran“, für Frieden dort und gegen die Politik von US-Präsident Donald Trump.Auf dem Spielfeld nutzte Ägypten seine erste Chance zur Führung. Iran-Torwart Alireza Beiranvand klärte zunächst nur unzureichend und wurde dann von Saber auch noch getunnelt. Iran reagierte jedoch stark auf den frühen Rückschlag. Zunächst scheiterte Taremi vom Elfmeterpunkt noch an Schobeir. Dann ließ Rezaeian die iranischen Fans jubeln. Nachdem Schobeir einen Schuss zunächst noch pariert hatte, traf der 36-Jährige aus ganz spitzem Winkel.Es entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel.Tore bekamen die Zuschauer im Stadion keine mehr zu sehen – dramatisch wurde es trotzdem, weil der Treffer von Shojae Khalilzadeh (90.+3) für den Iran wegen Abseits nach VAR-Überprüfung nicht zählte, sein Fuß war im Abseits. Außerdem hatte Iran bei zwei Latten-Treffern Pech.Jubel über sein erstes Tor bei der WM: Kevin De Bruyne gegen Neuseeland. Kaleb Tatum/AP/dpaIm Parallelspiel schaffte Belgien nach zwei schwachen Partien zuvor letztlich mühelos den Einzug in die Runde der letzten 32. Das Team um Kevin De Bruyne gewann in Vancouver ungefährdet mit 5:1 (1:0) gegen Außenseiter Neuseeland und machte nach zwei Remis zum Auftakt den Einzug in das Sechzehntelfinale perfekt.Doppeltorschütze Leandro Trossard (28. Minute/50.), De Bruyne (66.), Romelu Lukaku (86.) und Alexis Saelemaekers (90.+4) sorgten mit ihren Treffern für den Erfolg der Belgier vor 52.497 Zuschauern gegen harmlose Neuseeländer, die auch nach ihrer dritten Teilnahme nach 1982 und 2010 ohne Sieg bei einer WM bleiben. Elijah Just (84.) konnte zumindest den Treffer zum zwischenzeitlichen 1:3 erzielen.