Der Bund kann für bis zu 7,2 Milliarden Euro beim deutsch-französischen Rüstungskonzern KNDS einsteigen. Dafür gab der Haushaltsausschuss des Bundestages am Freitag grünes Licht. Damit kann die Bundesregierung noch vor dem geplanten Börsengang des Panzerbauers ein Aktienpaket von 40 Prozent von den bisherigen deutschen Eigentümerfamilien übernehmen.
Der Beschluss fiel bei Enthaltung der Grünen und gegen die Stimmen der Linken. Grünen-Haushälter Sebastian Schäfer (46) kritisierte vor allem den Preis und warf der Regierung vor, sie habe sich „von einer superreichen Eigentümerfamilie erpressen“ lassen. Linken-Politiker Dietmar Bartsch (68) sprach von einer „neuen Stufe grenzenloser Aufrüstung“.Der Bundesanteil wird über die staatliche Förderbank KfW erworben. Die Kosten für den Anteilserwerb bezifferte Schäfer auf bis zu 7,2 Milliarden Euro. Für die Beteiligung werden Verwaltungs- und Zinskosten von jährlich rund 350 Millionen Euro veranschlagt, sagten Insider der Nachrichtenagentur Reuters.
Deutschland bei KNDS auf Augenhöhe mit FrankreichMit dem Einstieg will die Bundesregierung sicherstellen, bei dem strategisch wichtigen Hersteller von „Leopard 2“- und „Boxer“-Panzern auf Augenhöhe mit dem französischen Staat zu agieren. Dieser reduziert seine Beteiligung von 50 auf 40 Prozent. Deutschland und Frankreich haben vereinbart, ihre Anteile in den nächsten zehn Jahren nur mit gegenseitiger Zustimmung unter 30 Prozent zu senken. KNDS will noch vor der Sommerpause an die Börsen in Frankfurt und Paris gehen.














