Deutschland und Frankreich haben eine Vereinbarung zum Einstieg der Bundesregierung beim Panzerbauer KNDS getroffen. Beide Staaten sollen künftig den gleichen Anteil an dem Unternehmen halten, wie es in einer gemeinsamen Erklärung hieß. Die Bundesregierung strebe eine Beteiligung in Höhe von 40 Prozent an, teilte Regierungssprecher Stefan Kornelius (60) mit. Später wolle man den Anteil wieder verringern. Der Haushaltsausschuss des Bundestages muss dem Vorhaben noch zustimmen.Am Sonntagabend hatte Reuters in Bezug auf Insider bereits berichtet, dass die Bundesregierung und die deutschen Eigentümerfamilien, die bisher 50 Prozent an KNDS halten, sich ‌auf einen Einstieg des Bundes geeinigt haben. Der deutsch-französische Hersteller der Panzer „Leopard 2“ und „Leclerc“ werde dabei mit rund 15 bis 18 Milliarden Euro bewertet, sagte eine mit den Vorgängen vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Der genaue Preis – rechnerisch sechs bis sieben Milliarden Euro – werde sich danach bemessen, wie sich die KNDS-Aktie nach dem Börsengang in Frankfurt und Paris entwickele.Die Bundesregierung und der französische Élysée-Palast wollen KNDS zu einem führenden europäischen und globalen Verteidigungsunternehmen ausbauen, das die französischen und deutschen Streitkräfte beliefert. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (52; CDU) sagte: „Mit der 40-prozentigen Beteiligung des Bundes an KNDS sichern wir Schlüsseltechnologien, industrielle Wertschöpfung und Arbeitsplätze in Deutschland.“ Deutschland und Frankreich würden künftig auf Augenhöhe über die Entwicklung eines Unternehmens entscheiden, das für die europäische Verteidigungsfähigkeit von zentraler Bedeutung sei. KNDS begrüßte die Einigung zwischen Berlin und Paris.