Es war ein Chaosabend der Superlative. Bei ihrem bislang größten IT-Notfall musste die Bahn die höchste Störfallstufe ausrufen. Weil das Bahnfunksystem GSM-R ausfiel und die Rückfallebene nicht nutzbar war, standen Dienstagabend in Deutschland alle Züge still. Jetzt wird die Forderung, rasch auf neuere Technik umzusteigen, immer lauter. Auch weil das alte 2G-System verwundbar sei. Zitat: „GSM-R ist längst geknackt. Wir wissen um die Angriffe, es redet nur keiner drüber.“ Um 22.20 Uhr hieß es: Störung bundesweit. Kein Zug konnte mehr fahren, in Berlin mussten auch alle S-Bahnen pausieren. Zum Totalausfall am Dienstag kam es, als in einer zentralen Systemeinheit planmäßig eine technische Komponente ausgetauscht wurde, hieß es. Erst lange nach Mitternacht kam zumindest der Personenverkehr wieder ins Rollen. Bald darauf begann eine Diskussion, die Fachleute schon seit Jahren führen, aufs Neue. Kann ein solcher Störfall wieder passieren? Was muss sich bei der Technik ändern? Was ist zu tun?
Von GSM-R zu FRMCS: Das sind die Problem-Themen
Lukas Iffländer hat eine klare Antwort: Eine Umstellung sei nötig, und sie müsse schneller erfolgen als derzeit noch vorgesehen. „Das jetzige System ist alt“, sagt der Bundesvorsitzende des Fahrgastverbands Pro Bahn. Der 36-Jährige lehrt als Professor für Informationssicherheit an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Dresden.











