Das Chaos brach am späten Dienstagabend über Deutschland herein. Weil das digitale Bahnfunksystem GSM-R sowie dessen Rückfallebene ausfielen, war bundesweit stundenlang kein Zugverkehr mehr möglich. „Das haben wir noch nicht erlebt“, sagte Andreas Splawski, Betriebsratsvorsitzender der S-Bahn Berlin GmbH, am Mittwoch. Zu dem Totalausfall kam es, weil ein Technik-Update fehlschlug. Mittwochfrüh lief der Bahnverkehr wieder an. Zwar gab es auch bei der S-Bahn Berlin zunächst noch Ausfälle. Aber am Vormittag hatte sich die Verkehrslage größtenteils normalisiert. „Wir rollen“, teilte ein Sprecher des größten Berliner Tochterunternehmens der Bahn mit. Ebenfalls am Mittwoch wurde erste Kritik laut. „Die Bahn muss robust und krisenfest funktionieren. Bund und Bahn sind jetzt in der Pflicht, die Störung technisch umfassend aufzuarbeiten und die Infrastruktur so zu ertüchtigen, dass sich ein solcher Totalausfall nicht wiederholt“, forderte der Brandenburger Infrastrukturminister Robert Crumbach (SPD). Doch Experten sind skeptisch, ob das tatsächlich gelingt.

Experten wundern sich: Warum fiel die Rückfallebene aus?

Am Mittwochvormittag erklärte der Infrastrukturbetreiber DB InfraGO, wie es zu der Katastrophe kam. „Ursächlich für die gestrige Störung des digitalen Bahnfunks GSM-R war aus derzeitiger Sicht der planmäßige Tausch einer technischen Komponente“, so der Vorstandsvorsitzende Philipp Nagl. „Wie es dadurch genau zu der Störung kam, analysieren wir nun mit höchster Priorität. Wir entschuldigen uns in aller Form bei unseren Kundinnen und Kunden für die Einschränkungen.“