Wenn Ecuador am Donnerstagabend (22 Uhr) in East Rutherford gegen Deutschland antritt, geht es für die Südamerikaner um weit mehr als nur den Einzug in die K.o.-Runde der Weltmeisterschaft. Für Nationaltrainer Sebastián Beccacece könnte es das letzte Spiel auf der Bank seines Landes sein.Der Argentinier hat vor dem Gruppenfinale ungewöhnlich offen über seine Situation gesprochen. Er habe „nicht das Gefühl, das Herz der Fans erreicht zu haben“, sagte der 45-Jährige. Zwar spüre er die Unterstützung seiner Spieler und seines unmittelbaren Umfelds, eine echte Verbindung zur Öffentlichkeit sei ihm in Ecuador aber offenbar nie gelungen.

Ecuador noch ohne Punkt und Tor

Nach zwei Spielen steht die Auswahl des südamerikanischen Landes unter enormem Druck. Ecuador hat erst einen Punkt geholt und dabei noch kein einziges Tor erzielt. Dabei waren die Erwartungen vor dem Turnier hoch. Das Team galt als talentiert, dynamisch und durchaus in der Lage, die Gruppenphase zu überstehen. Statt Aufbruchsstimmung herrscht inzwischen jedoch Ernüchterung.Beccacece bekommt diese Enttäuschung seit Wochen deutlich zu spüren. Mehrere ehemalige Nationalspieler hatten zuletzt öffentlich seine Ablösung gefordert und sogar ein vorzeitiges Aus noch vor dem Duell mit Deutschland ins Spiel gebracht. Der Trainer selbst sieht die Kritik an seiner Arbeit auch durch äußere Einflüsse geprägt. Die allgemeine Wahrnehmung seiner Amtszeit seit seinem Antritt im Jahr 2024 sei zeitweise „durch politische Strömungen und gewisse mediale Sektoren beeinflusst und gelenkt“ worden, sagte er vor dem Spiel gegen Deutschland auf einer Pressekonferenz.