Eine Auflösung dieses Staus würde demnach auch bei einer Normalisierung der Verhältnisse mehrere Wochen dauern. „Die Schifffahrt ist eine Geisel dieses Konflikts“, sagte Justus Heinrich, leitender Schiffsversicherungsexperte der Tochtergesellschaft Allianz Commercial.US-Iran-Abkommen beendet Ungewissheit nichtDer Iran hatte am Wochenende eine neuerliche Sperrung der Straße von Hormus angekündigt und das mit der Nichteinhaltung der vereinbarten Waffenruhe im Südlibanon begründet. Folge ist nach Worten des Allianz-Fachmanns anhaltende Unsicherheit auf dem Meer: „Die Internationale Schifffahrtsorganisation (IMO) und auch deutsche Reeder (VDR) sagen, dass sie die Gefahr für Mannschaften und Schiffe noch nicht abschätzen können. So lange fahren die Schiffe auch nicht.“

Iran verfüge über einen enormen Hebel, da zwischen 20 und 25 Prozent des globalen Handels mit Öl und Flüssiggas durch die Straße von Hormus verlaufen. „Man kommt immer wieder an den Punkt, an dem Iran das Heft des Handelns hinsichtlich der Situation für die Schifffahrt in der Hand hat“, sagte Heinrich. Der Schifffahrtsfachmann verwies auf die Gründung der neuen iranischen Verwaltungsbehörde für den Persischen Golf und die Straße von Hormus (PGSA). Diese solle die Versicherung der gesamten Schifffahrt in der Straße von Hormus kontrollieren und bestätigen, sagte Heinrich. „Die Route an der Küste des Omans gilt dabei nach jetzigem Stand als Verstoß gegen die Regeln Irans mit allen möglichen Konsequenzen“ – letztere Route hatte das US-Militär empfohlen.