Blick auf die Straße von Hormus von Musandam aus (Oman, 18. Juni)

Nach einem vorübergehenden starken Anstieg des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus am Vortag ist die Zahl der Durchfahrten am Freitag nach Daten eines Schiffstracking-Unternehmens wieder gesunken. Bis zum Abend passierten acht Handelsschiffe die Meerenge, gegenüber mindestens 25 am Donnerstag, wie das Unternehmen Kpler mitteilte. Die iranische Seefahrtsbehörde gab bekannt, dass alle Schiffe, die die Straße von Hormus passieren wollen, 48 Stunden im Voraus einen Antrag stellen müssen.

Die für die Schifffahrt im Persischen Golf zuständige iranische Behörde PGSA veröffentlichte zwei neue »sichere« Schifffahrtsrouten in der Meerenge, die südlich derjenigen verlaufen, die Teheran vor einigen Wochen vorgestellt hatte. Die neuen Routen führen nicht mehr durch die enge Meeresstraße zwischen den iranischen Inseln Qeschm und Larak, die von dem Branchenmagazin »Lloyd's List« als »Teheraner Mautstelle« bezeichnet worden war. Sie verlaufen jedoch weiterhin nördlich derjenigen Routen, welche vor dem Krieg genutzt wurden – und damit näher am Iran.

Schiffstracker beobachten SignalmanipulationenWie Kpler zählte auch das Schiffstracking-Unternehmens AXSMarine am Donnerstag – nach der Unterzeichnung des Rahmenabkommens für ein Ende des Irankriegs – 25 Handelsschiffe bei der Passage durch die Straße von Hormus. Das sei die höchste Zahl seit dem 18. April. Die tatsächliche Zahl könnte laut AXSMarine noch höher liegen, denn einige Schiffsbesatzungen stellen ihr Signal aus oder manipulieren die Daten, um bei der Passage der Meerenge nicht bemerkt zu werden.