PfadnavigationHomePolitikAuslandKonflikt um MeerengeIran greift offenbar Frachtschiff an – UN-Organisation stoppt Evakuierungen in Straße von HormusStand: 25.06.2026Lesedauer: 3 MinutenSchiffe vor der Küste Omans in der Straße von Hormus (Archivbild)Quelle: Wen Xinnian/Xinhua/dpaEin Schiff, das die Straße von Hormus durchquert hat, ist offenbar vom Iran angegriffen worden. Die UN-Organisation IMO reagiert und setzt Evakuierungen in der Region vorerst aus.Nach einem Angriff auf ein Schiff im Golf von Oman hat die Weltschifffahrtsorganisation IMO die jüngst gestartete Evakuierung von Schiffen rund um die Straße von Hormus vorläufig gestoppt. „Mir wurde heute ein Angriff im Golf von Oman auf ein Schiff gemeldet, das die Straße von Hormus durchquert hat“, teilte IMO-Generalsekretär Arsenio Dominguez mit. „Dieses Schiff befand sich nicht im Rahmen des Evakuierungsplans der IMO auf der Durchfahrt.“ Mehrere US-Medien berichteten unter Berufung auf US-Beamte, dass die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) ein unter singapurischer Flagge fahrendes Frachtschiff in der Straße von Hormus angegriffen hätten. Die „Washington Post“ zitiert einen US-Beamten mit der Aussage, dass das Schiff von einer iranischen Drohne getroffen worden sei. Das Schiff wurde beschädigt, von Verletzten oder Umweltschäden war nicht die Rede.Lesen Sie auchStunden zuvor hatte der Iran Frachter in der Straße von Hormus gewarnt, die Meerenge auf einer Route vor der Küste Omans zu durchfahren, die der Oman in Abstimmung mit der IMO festgelegt hat. Die einzige zugelassene Route durch die Straße von Hormus sei die vom Iran festgelegte, erklärte die Revolutionsgarde. Die Nutzung anderer Routen sei untersagt, bei Verstößen werde man einschreiten.Die UN-Sonderorganisation machte keine näheren Angaben zu dem Schiff und zum Angriff. Nach Angaben des internationalen Schifffahrtsverbandes Bimco handelt es sich um ein Handelsschiff, das die Straße von Hormus unter Nutzung der Küstenverkehrszone vor Oman durchfuhr.IMO wollte mehr als 11.000 Seeleute evakuierenEr habe beschlossen, die Umsetzung des Evakuierungsplans „vorübergehend auszusetzen, um erneut zu überprüfen, ob die erforderlichen Sicherheitsgarantien für die Schiffe auf unserer Evakuierungsliste und alle Schiffe in der Region weiterhin gegeben sind“, sagte Dominguez. „Ich habe stets betont, dass die Sicherheit der Seeleute oberste Priorität hat. Um daher ein koordiniertes Vorgehen und die Sicherheit der Schifffahrt zu gewährleisten, wird der Evakuierungsplan bis zur Klärung der Lage ausgesetzt.“Die UN-Sonderorganisation hatte am Dienstag angekündigt, mehr als 11.000 Seeleute aus der Region zu evakuieren. Noch am selben Tag passierten erste Schiffe die Meerenge. Die für den Welthandel bedeutende Straße von Hormus war wochenlang faktisch blockiert gewesen, als zunächst der Iran mit Drohungen und Angriffen auf zivile Schiffe begann und später die USA iranische Häfen blockierten. Vorausgegangen waren amerikanisch-israelische Angriffe auf den Iran. Inzwischen haben sich Washington und Teheran vorläufig auf ein Ende der Kampfhandlungen geeinigt. Lesen Sie auchDie Öffnung der Straße von Hormus für die Schifffahrt ist ein zentraler Bestandteil des jüngst vereinbarten Rahmenabkommens. Etwaige Störungen bei der Umsetzung könnten deshalb auch die weiteren Gespräche zwischen den USA und dem Iran belasten.AP/dpa/luwi