Rund ein Viertel der Investitionen in fossile Wirtschaftsaktivitäten auf der Welt gehen von drei Vermögensverwaltern aus: den beiden US-amerikanischen Vermögensverwaltern Vanguard und Blackrock sowie dem saudischen Public Investment Fund. Das geht aus dem Report „Investing in Climate Chaos“ hervor, den mehrere Nichtregierungsorganisationen erstellt haben. Von den insgesamt 6,5 Billionen Dollar Investitionssumme in Aktien und Anleihen von Unternehmen aus fossilen Industrien tragen demnach 21 Vermögensverwalter die Hälfte. Davon stammten 18 aus den Vereinigten Staaten.Der überwiegende Teil der Unternehmen, in die dieses Geld fließe, baue seine fossilen Aktivitäten aus, kritisieren die Autoren des Berichts, zu dem aus Deutschland die NGO „Urgewald“ beigetragen hat. Trotz der schärferen Umwelt- und Klimagesetzgebung in Europa hielten europäische institutionelle Investoren 13 Prozent der Aktien und Anleihen. Dazu zählen der norwegische Government Pension Fund Global auf dem neunten Platz, die Schweizer Großbank UBS (Rang 14), die Crédit Agricole und Amundi aus Frankreich sowie die deutsche Fondsgesellschaft DWS.Kritik formulierten die NGOs, dass viele der Papiere Laufzeiten aufwiesen, die weit über das Jahr 2050 gingen. Für Mitte des Jahrhunderts haben sich die Vertragsstaaten des Pariser Klimaabkommens von 2015 darauf verpflichtet, klimaneutral zu wirtschaften. So habe der kanadische Öltransporteur Enbridge Anleihen mit Fälligkeitsterminen zwischen 2080 und 2084 begeben. Eine Anleihe des staatlichen brasilianischen Ölkonzerns Petrobras hat sogar eine Laufzeit bis zum Jahr 2115.Deutsche Unternehmen wie DWS oder die Allianz haben sich zwar selbst Ausstiegsregeln für fossile Investitionen gegeben. Doch weiterhin haben sie zweistellige Milliardenbeträge angelegt. Besonders im Blick haben die Studienautoren Anlagen in Siemens und Siemens Energy, in denen die Fondsgesellschaften DWS und Deka engagiert sind. Die Allianz investiere in den LNG-Konzern Venture Global, Orlen aus Polen und Pemex aus Mexiko. Die DZ Bank halte Anteile am Mineralölkonzern Shell.