PfadnavigationHomePolitikDeutschlandGespräche mit TalibanBundesregierung plant drei Abschiebeflüge pro Monat nach AfghanistanStand: 15:33 UhrLesedauer: 2 MinutenDas Bundesinnenministerium plant mehr Abschiebeflüge nach Afghanistan. Künftig sollen bis zu drei Charterflüge pro Monat mit afghanischen Straftätern nach Kabul möglich sein. Zusätzlich „seien Einzelrückführungen über Linienflüge jederzeit möglich“.Straftäter und Gefährder sollen künftig öfter nach Afghanistan abgeschoben werden können. Fast jede Woche soll ein Flugzeug in die Region starten. Das Auswärtige Amt spricht von einem „erfreulichen Ergebnis“.Die Bundesregierung will die Zahl der Abschiebungen afghanischer Straftäter in ihre Heimat erhöhen. Künftig seien drei Charterflüge pro Monat für derartige Abschiebungen möglich, sagte eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums der Nachrichtenagentur AFP. Darüber hinaus seien „jederzeit“ auch Einzelrückführungen über Linienflüge nach Afghanistan möglich. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes sprach von einem „erfreulichen Ergebnis“, weil man die Zahl der Rückflüge „deutlich“ erhöhen könne. Laut einer Sprecherin des Bundesinnenministeriums sollen die Rückführungen mit Straftätern und Gefährdern beginnen. Sie konnte aber keine Zahlen über die Größenordnung der ‌Rückführungen nennen.Mindestens 100 afghanische Straftäter in HaftDie Gespräche zwischen dem Bundesinnenministerium und der afghanischen De-Facto-Regierung hätten „auf technischer Ebene“ stattgefunden, sagte die Sprecherin weiter. Damit bestätigte sie einen Bericht der „Bild am Sonntag“. Diesem Bericht zufolge befinden sich derzeit noch mindestens 100 abschiebebereite afghanische Straftäter in regulärer Haft oder in Abschiebehaft in Deutschland.Lesen Sie auchDie Grünen forderten Dobrindt zur Offenlegung seiner Absprachen mit den radikalislamischen Taliban auf. Angesichts der angekündigten Ausweitung der Rückführungsflüge stelle sich „die Frage, welchen Forderungen der islamistischen Taliban sich die Bundesregierung gebeugt hat, um die Abschiebungen zu ermöglichen“, sagte Grünen-Parlamentsgeschäftsführerin Filiz Polat der Nachrichtenagentur AFP. „Die Antwort darauf ist uns der Innenminister schuldig.“ Dobrindt mache Deutschland durch seine „Zusammenarbeit mit den Taliban erpressbar“ und werte die Taliban-Regierung auf, der schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen werden.Kritik an Kooperation mit TalibanAuch die Organisation Pro Asyl hatte kürzlich die Abschiebung von Straftätern nach Afghanistan scharf kritisiert – insbesondere wegen der damit einhergehenden diplomatischen Aufwertung der islamistischen Taliban. „Für einen Abschiebedeal normalisiert Deutschland ein international geächtetes Regime, das Frauen völlig entrechtet und Oppositionelle systematisch verfolgt“, erklärte Pro-Asyl-Geschäftsführerin Helen Rezene. „Das ist menschenrechtlich verheerend und außenpolitisch töricht.“Lesen Sie auchDie Unionsfraktion wies derartige Kritik am Sonntag zurück. „Die Abschiebung von Vergewaltigern, Gefährdern und Drogenhändlern auch nach Afghanistan macht Deutschland sicherer“, sagte Unionsfraktionsvize Günter Krings (CDU) der Nachrichtenagentur AFP. „Genau darum geht es: Wir sind der Sicherheit und dem Wohle Deutschlands verpflichtet und kommen durch diese Abschiebeflüge dieser Verpflichtung nach.“AFP/Reuters/shem