PfadnavigationHomePolitikDeutschlandBerichtBis zu drei Charterflüge im Monat – Deutschland will Abschiebungen nach Afghanistan ausweitenStand: 02:22 UhrLesedauer: 2 MinutenPolizeibeamte begleiten einen Afghanen auf dem Flughafen Leipzig-Halle in ein CharterflugzeugQuelle: picture alliance/dpa/Michael KappelerMindestens hundert abschiebebereite afghanische Straftäter sollen sich aktuell in Haft befinden. Neben den Charterflügen sollen auch Rückführungen über reguläre Linienflüge weiterhin durchgeführt werden.Die Bundesregierung weitet die Abschiebungen afghanischer Straftäter in ihre Heimat einem Medienbericht zufolge deutlich aus. Die „Bild am Sonntag“ berichtet, nach vertraulichen Verhandlungen auf technischer Arbeitsebene zwischen Vertretern des Bundesinnenministeriums und der afghanischen Taliban-Regierung solle die Zahl der Charterflüge nach Kabul hochgefahren werden. So sollen demnach künftig bis zu drei Charterflüge pro Monat möglich sein.Neben den Charterflügen sollen auch Rückführungen über reguläre Linienflüge weiterhin jederzeit durchgeführt werden können, schreibt die „BamS“. Dem Bericht zufolge befinden sich derzeit noch mindestens einhundert abschiebebereite afghanische Straftäter in regulärer Haft oder in Abschiebehaft.„Abschiebungen von Straftätern nach Afghanistan werden regelmäßig und verlässlich durchgeführt“, sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) der „Bild am Sonntag“. „Wer unseren Schutz missbraucht und hier schwere Straftaten begeht, muss seine Perspektive in seinem Heimatland suchen. Unsere Gesellschaft hat ein legitimes Interesse daran, dass Straftäter unser Land verlassen.“ Das werde „konsequent durchgesetzt“.Lesen Sie auchDie Organisation Pro Asyl hatte im Mai die Abschiebung von Straftätern nach Afghanistan scharf kritisiert – insbesondere wegen der damit einhergehenden diplomatischen Aufwertung der radikalislamischen Taliban. „Für einen Abschiebedeal normalisiert Deutschland ein international geächtetes Regime, das Frauen völlig entrechtet und Oppositionelle systematisch verfolgt“, erklärte Pro-Asyl-Geschäftsführerin Helen Rezene. „Das ist menschenrechtlich verheerend und außenpolitisch töricht.“Abschiebezentren in Drittstaaten sollen kommenGerade hat das Europäische Parlament eine deutliche Verschärfung der EU-Abschieberegeln beschlossen und damit den Weg frei gemacht für Abschiebezentren in Drittstaaten. Eine Mehrheit aus Christdemokraten, rechten und rechtsextremen Fraktionen, darunter auch die AfD, stimmte für die Rückführungsverordnung. Sozialdemokraten, Grüne und Linke lehnten diese ab.Lesen Sie auchLaut Dobrindt sollen noch in diesem Jahr konkrete Vereinbarungen mit Drittstaaten getroffen werden. EU-weit haben 19 der 27 Mitgliedsländer ein Schreiben der dänischen Ministerpräsidentin Mette Frederiksen und Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni unterzeichnet, in dem sie sich überzeugt von den sogenannten Drittstaatenlösungen zeigen. afp/dpa/epd/saha
Bis zu drei Charterflüge im Monat – Deutschland will Abschiebungen nach Afghanistan ausweiten - WELT
Mindestens hundert abschiebebereite afghanische Straftäter sollen sich aktuell in Haft befinden. Neben den Charterflügen sollen auch Rückführungen über reguläre Linienflüge weiterhin durchgeführt werden.













