PfadnavigationHomePolitikDeutschlandGespräche mit TalibanDrei Flüge pro Monat – Dobrindt will Abschiebungen nach Afghanistan deutlich steigernStand: 12:37 UhrLesedauer: 3 MinutenNach Berichten über geheime Verhandlungen zwischen dem Innenministerium und den Taliban sollen Abschiebungen nach Afghanistan deutlich ausgeweitet werden. Künftig könnten bis zu drei Charterflüge monatlich stattfinden.Es sollen noch hundert Straftäter auf ihre Abschiebung warten: Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) will die Rückflüge nach Afghanistan deutlich steigern. Bis zu drei Maschinen sollen im Monat fliegen.Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) will Abschiebungen nach Afghanistan erheblich ausweiten. „Künftig sind drei Charterflüge pro Monat möglich“, sagte eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums der Deutschen Presse-Agentur. „Zusätzlich sind Einzelrückführungen über Linienflüge jederzeit möglich.“ Zuvor hatte die „Bild am Sonntag“ darüber berichtet.Grundlage der Ausweitung sind der Sprecherin zufolge Gespräche zwischen Vertretern des Innenministeriums und den in Afghanistan herrschenden islamistischen Taliban. Die Bundesregierung erkennt die Taliban nicht als legitime Regierung Afghanistans an, weshalb von Gesprächen „auf technischer Ebene“ die Rede ist.Dem Bericht zufolge sollen die Charterflüge nach Kabul massiv hochgefahren werden. Künftig seien drei Charterflüge pro Monat möglich. Allerdings: Im laufenden Jahr 2026 wurden laut „Bild am Sonntag“ bisher erst drei Abschiebeflüge nach Kabul durchgeführt.Lesen Sie auchMit der Erhöhung auf die fast wöchentliche Taktung will das Innenministerium eine dauerhafte „Abschiebeluftbrücke“ etablieren. Es gehe um Schwerkriminelle und Gefährder, die in Deutschland im Gefängnis sitzen. Die Bundesländer müssten sie für die Abschiebeflüge anmelden, danach übernehme die Bundespolizei die Rückführungsflüge.Straftäter sollen das Land verlassenErst vor Kurzem hat Deutschland 32 Afghanen per Charterflug in ihr Herkunftsland abgeschoben. Unter den ausgewiesenen Männern waren Straftäter, die unter anderem wegen Vergewaltigung, Tötungsdelikten, sexuellen Missbrauchs von Kindern, Drogenhandels und räuberischer Erpressung verurteilt worden waren.Lesen Sie auchNach Informationen der Zeitung sitzen derzeit noch mindestens hundert abschiebebereite Straftäter in regulärer Haft oder in Abschiebehaft. Lesen Sie auchDobrindt sagte der „Bild am Sonntag“: „Abschiebungen von Straftätern nach Afghanistan werden regelmäßig und verlässlich durchgeführt. Wer unseren Schutz missbraucht und hier schwere Straftaten begeht, muss seine Perspektive in seinem Heimatland suchen. Unsere Gesellschaft hat ein legitimes Interesse daran, dass Straftäter unser Land verlassen. Das wird konsequent durchgesetzt.“Die Organisation Pro Asyl hatte kürzlich die Abschiebung von Straftätern nach Afghanistan scharf kritisiert – insbesondere wegen der damit einhergehenden diplomatischen Aufwertung der radikalislamischen Taliban. „Für einen Abschiebedeal normalisiert Deutschland ein international geächtetes Regime, das Frauen völlig entrechtet und Oppositionelle systematisch verfolgt“, erklärte Pro-Asyl-Geschäftsführerin Helen Rezene. „Das ist menschenrechtlich verheerend und außenpolitisch töricht.“Die Unionsfraktion wies derartige Kritik am Sonntag zurück. „Die Abschiebung von Vergewaltigern, Gefährdern und Drogenhändlern auch nach Afghanistan macht Deutschland sicherer“, sagte Unionsfraktionsvize Günter Krings (CDU) der Nachrichtenagentur AFP. „Genau darum geht es: Wir sind der Sicherheit und dem Wohle Deutschlands verpflichtet und kommen durch diese Abschiebeflüge dieser Verpflichtung nach.“Die Zeitung nannte auch die bisherigen Abschiebeflüge nach Afghanistan im Jahr 2026: Im Februar seien 20 afghanische Staatsangehörige abgeschoben worden, im April 25 vollziehbar ausreisepflichtige Straftäter. Im Juni seien die bereits erwähnten 32 verurteilte Männer, unter anderem wegen Tötungsdelikten und Vergewaltigung, per Charterflug ab Leipzig/Halle abgeschoben worden.Insgesamt wurden laut „Bild“ seit 2024 bisher 200 Straftäter abgeschoben.dpa/AFP/coh
Gespräche mit Taliban: Drei Flüge pro Monat – Dobrindt will Abschiebungen nach Afghanistan deutlich steigern - WELT
Es sollen noch hundert Straftäter auf ihre Abschiebung warten: Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) will die Rückflüge nach Afghanistan deutlich steigern. Bis zu drei Maschinen sollen im Monat fliegen.













