Die Bundesregierung will die Abschiebungen afghanischer Straftäter in ihre Heimat einem Medienbericht zufolge deutlich ausweiten. Die „Bild am Sonntag“ berichtet, nach vertraulichen Verhandlungen auf technischer Arbeitsebene zwischen Vertretern des Bundesinnenministeriums und der afghanischen Taliban-Regierung solle die Zahl der Sonderflüge nach Kabul erhöht werden. So sollen demnach künftig bis zu drei Charterflüge je Monat möglich sein.Neben den Sonderflügen sollen auch Rückführungen über reguläre Linienflüge weiterhin jederzeit durchgeführt werden können, schreibt die Zeitung. Dem Bericht zufolge befinden sich derzeit noch mindestens einhundert abschiebebereite afghanische Straftäter in regulärer Haft oder in Abschiebehaft.„Abschiebungen von Straftätern nach Afghanistan werden regelmäßig und verlässlich durchgeführt“, sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) der „Bild am Sonntag“. „Wer unseren Schutz missbraucht und hier schwere Straftaten begeht, muss seine Perspektive in seinem Heimatland suchen. Unsere Gesellschaft hat ein legitimes Interesse daran, dass Straftäter unser Land verlassen.“ Das werde „konsequent durchgesetzt“.Die Organisation Pro Asyl hatte im Mai die Abschiebung von Straftätern nach Afghanistan scharf kritisiert – insbesondere wegen der damit einhergehenden diplomatischen Aufwertung der radikalislamischen Taliban. „Für einen Abschiebedeal normalisiert Deutschland ein international geächtetes Regime, das Frauen völlig entrechtet und Oppositionelle systematisch verfolgt“, erklärte Pro-Asyl-Geschäftsführerin Helen Rezene. „Das ist menschenrechtlich verheerend und außenpolitisch töricht.“
Innenministerium will Abschiebungen nach Afghanistan ausweiten
Auf technischer Ebene sollen Vertreter der Bundesregierung mit den Taliban gesprochen haben, heißt es in einem Medienbericht. Nun soll die Zahl von Sonderflügen nach Kabul erhöht werden.













