Jetzt ist klar, mit wem die Zürcher Mitte in die Regierungsratswahlen steigt – es ist ihr Kronfavorit Philipp KutterDie Kleinpartei muss den Sitz von Bildungsdirektorin Silvia Steiner verteidigen. Ein Spaziergang wird das nicht werden.22.06.2026, 14.56 Uhr2 LeseminutenPhilipp Kutter wäre der erste Regierungsrat im Rollstuhl, es wäre ihm aber am liebsten, wenn dies keine grosse Rolle spielte.Annick Ramp / NZZDie Zürcher Mitte wird mit ihrem Nationalrat Philipp Kutter um ihre Vertretung im Regierungsrat kämpfen. Dies hat die Partei am Montag an einer Medieninformation bekanntgegeben.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Die Nomination, die erst ein Vorschlag der Findungskommission zuhanden der Delegiertenversammlung ist, kommt nicht ganz überraschend. Kutter galt schon länger als Kronfavorit. Nach kurzem Zögern hatte er sich selbst vor knapp einem Monat offiziell als Kandidat ins Spiel gebracht. Auch eine entsprechende Kampagnen-Website ist bereits online. Offiziell nominiert die Mitte an einer Parteiversammlung am 1. Juli, dieser Entscheid dürfte aber eine Formsache sein.Kutters Aufgabe wird es sein, bei den Wahlen im nächsten Jahr den Sitz von Silvia Steiner zu verteidigen. Sie war 2015 in die Regierung gewählt worden und übernahm dort die Bildungsdirektion. Im Mai hatte sie ihren Verzicht auf eine weitere Amtszeit bekanntgegeben. Steiner wird im Wahljahr 69 Jahre alt sein.In ein gemachtes Nest wird sich Kutter nicht setzen können, denn für die Mitte sind Regierungsratswahlen Zitterpartien. Sowohl 2003 wie 2011 flog sie aus der Kantonsregierung. Ihr grösster Nachteil ist, dass ihr die Hausmacht fehlt. Die Mitte kam bei den letzten Kantonsratswahlen bloss auf einen Wähleranteil von 6 Prozent. Sie liegt bei der Parteistärke zwischen den Grünen und der EVP. Um ihren Sitz in der Regierung zu sichern, ist die Kleinpartei also auf bürgerliche Schützenhilfe angewiesen – und auf einen zugkräftigen Namen.Kutter ist bekannt und er bringt einen gut gefüllten politischen Rucksack mit. Als langjähriger ehemaliger Stadtpräsident von Wädenswil, einer Gemeinde mit 26 000 Einwohnern, ist er exekutiv beschlagen. Seit 2018 politisiert er zudem im Nationalrat, zuvor sass er im Zürcher Kantonsrat, wo er unter anderem Fraktionschef war. Kutter weiss also, wie alle drei Staatsebenen funktionieren. Er ist bestens vernetzt und er hat Führungserfahrung.Seit einem schweren Skiunfall im Februar 2023 sitzt Kutter im Rollstuhl. Trotz seiner körperlichen Beeinträchtigung, er ist Tetraplegiker, nahm er seine anspruchsvollen Ämter als Stadtpräsident und Nationalrat damals bald wieder auf.Der Reigen der Nominationen für den Regierungsrat geht bereits am Dienstag weiter. Dann hält die Zürcher FDP ihre Parteiversammlung ab. Die Regierungsratswahlen selbst finden dann Anfang April 2027 statt. Sie werden eine grosse personelle Erneuerung für Zürich bringen, denn gleich vier von sieben Bisherigen verzichten auf eine weitere Kandidatur.Passend zum Artikel