Zürcher Regierungsratswahlen: SP steigt mit der Nationalrätin Priska Seiler Graf und dem Winterthurer Stadtrat Nicolas Galladé ins RennenDie SP steht vor einer doppelt schwierigen Herausforderung. Sie muss ohne Bisherigenbonus einen Sitz verteidigen und idealerweise einen zweiten zurückerobern.05.06.2026, 10.12 Uhr3 LeseminutenOptimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Wenn Priska Seiler Graf wieder so viele Stimmen holt wie 2023, hat sie gute Chancen auf eine Wahl.Peter Klaunzer / KeystoneDie Zürcher SP muss sich in diesen Tagen nicht nur beim Ständerat mit Personalfragen beschäftigen, sondern auch beim Regierungsrat.Bei den Gesamterneuerungswahlen in rund zehn Monaten will sie endlich wieder eine Doppelvertretung in die kantonale Exekutive entsenden. Seit Mario Fehr 2021 im Streit aus der Partei austrat, hält die SP nur noch einen Sitz.Dieses eine Mandat wird nun frei, weil die Justizdirektorin Jacqueline Fehr keine weitere Amtszeit anhängen wollte. Damit steht die SP vor einer doppelt schwierigen Herausforderung: Sie muss ohne Bisherigenbonus einen Sitz verteidigen und idealerweise einen zweiten zurückerobern.Am Freitag hat die Partei bekanntgegeben, wer diese Aufgabe erledigen soll. Es sind dies die Nationalrätin Priska Seiler Graf aus Kloten und der Winterthurer Stadtrat Nicolas Galladé. Sie beide werden der Parteiversammlung vom 4. Juli vorgeschlagen werden.Zweiter Anlauf für Seiler GrafFür Seiler Graf ist die Kandidatur ein Déjà-vu. Sie war bereits 2023 für den Regierungsrat angetreten. Damals holte sie rund 120 000 Stimmen, womit sie die Nichtgewählte mit den meisten Stimmen war. Für eine Wahl fehlten ihr rund 25 000 Stimmen, allerdings traten damals sieben Bisherige wieder an.Jetzt ist die Ausgangslage eine andere, weil mindestens vier Sitze frei werden. In einem solchen Szenario könnten 120 000 Stimmen Seiler Graf recht komfortabel in den Regierungsrat tragen. Zum Vergleich: Als bei den Wahlen 2019 zwei Sitze frei waren, reichten rund 116 000 Stimmen zur Wahl.Seiler Graf ist 57 Jahre alt und ausgebildete Sekundarlehrerin und Ballettpädagogin. Sie lebt in Kloten. Sie bringt einen gut gefüllten politischen Rucksack mit: Sie sitzt seit 2015 im Nationalrat, sie war zehn Jahre lang Stadträtin von Kloten und unter anderem zehn Jahre lang Kantonsparlamentarierin. Im Nationalrat gilt sie als erfahrene Sicherheitspolitikerin, weiter ist sie unter anderem Vizepräsidentin der Geschäftsprüfungskommission.Die SP stellt auch Nicolas Galladé als Kandidat für die Regierung auf. Er ist als Stadtrat Leiter des Departements Soziales von Winterthur.Alessandro della Valle / KeystonePolitisch ist Seiler Graf klar auf Parteilinie: Im Parlamentarier-Rating der NZZ von 2025 steht sie sogar noch etwas weiter links als der Aargauer SP-Haudegen Cédric Wermuth.Nicolas Galladé: Vom Stadtrat in den RegierungsratNicolas Galladé ist etwas jünger als Seiler Graf: Er wird im Juni 51 Jahre alt. Dennoch ist auch er politisch breit erfahren. Von 2007 bis 2010 war er Zürcher Kantonsrat und SP-Fraktionschef. Seit 2010 sitzt er im Winterthurer Stadtrat, wo er dem Departement Soziales vorsteht. Im März 2026 wurde er problemlos im Amt bestätigt.Politisch liegt Galladé ebenfalls klar auf Parteilinie: In seinem Smartspider-Profil setzt er sich für einen stark ausgebauten Sozialstaat und Umweltschutz ein. Mit einer liberalen Wirtschaftspolitik oder einer restriktiven Finanzpolitik kann er hingegen nur wenig anfangen. Nicolas Galladé ist der Bruder der ehemaligen Zürcher Nationalrätin Chantal Galladé (früher SP, heute GLP).Die AusgangslageBei den nächsten Regierungsratswahlen werden mindestens vier der sieben Sitze frei. Neben Jacqueline Fehr von der SP verlassen der Finanzdirektor Ernst Stocker (SVP), die Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh (FDP) und die Bildungsdirektorin Silvia Steiner (Mitte) die Kantonsregierung.Der Baudirektor Martin Neukom (Grüne) will erneut antreten. Das Gleiche hat auch Natalie Rickli (SVP) bereits offiziell gemeldet, allerdings hat Rickli jüngst auch Ambitionen für den Ständerat gezeigt, hier gibt es also eine Unschärfe. Der einzige Bisherige, der sich noch nicht zu seinen Plänen geäussert hat, ist der parteilose Sicherheitsdirektor Mario Fehr.Die weiteren KandidaturenBei der FDP gilt der Nationalrat Andri Silberschmidt als gesetzt. Dem parteiinternen Auswahlverfahren stellen werden sich weiter die Kantonsrätin und Greifenseer Gemeinderätin Monika Keller, der Kantonsrat Martin Huber und der Medizinprofessor Frank Rühli.Bei der SVP wird der Nationalrat und Landwirt Martin Hübscher kandidieren. Sollte Natalie Rickli im Herbst 2027 tatsächlich für den Ständerat antreten, würde sie im Frühling nicht mehr für den Regierungsrat kandidieren. Wen die Partei an ihrer Stelle nominieren würde, ist unklar.Bei der Mitte steht der Nationalrat Philipp Kutter im Fokus, es gibt aber weitere interessierte Personen, darunter die Meilemer Gemeinderätin und Kantonsrätin Marzena Kopp.Für die GLP will die Co-Präsidentin und Winterthurer Parlamentarierin Nora Ernst kandidieren, für die EVP der Kantonsrat und Immobilienexperte Donato Scognamiglio.Die Regierungsratswahlen sind am 4. April 2027.Passend zum Artikel
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