Die Vorstellung von den umstürzenden Dominosteinen war vermutlich eines der wirkmächtigsten Bilder der Politik in den vergangenen Jahrzehnten. Die US-Regierung hatte es Mitte des 20. Jahrhunderts auch mit Blick auf Lateinamerika in die Kalte-Kriegs-Welt gesetzt. Ein Staat nach dem anderen würde demnach an die Kommunisten fallen, wenn die USA nicht intervenierten. Die sogenannte Domino-Theorie blieb genau das: Theorie. Stattdessen ist auf dem Subkontinent nun die Domino-Realität zu beobachten – ein Staat nach dem anderen gerät in die Hände der extremen Rechten. Mit dem Wahlsieg von Abelardo de la Espriella in Kolumbien wird es dunkel in Lateinamerika.