PfadnavigationHomeDebatteArtikeltyp:MeinungWahlsieg von EspriellaRechtsruck? Kolumbien kann unter „El Trigre“ groß werdenVon Mathias SanchezCEO PREMIUM-Gruppe (POLITICO, WELT, Business Insider)Stand: 16:28 UhrLesedauer: 2 MinutenWahlsieger Abelardo de la Espriella, genannt „El Tigre“Quelle: Getty ImagesIn Venezuela ist Maduro weg, in Argentinien regiert Milei, und jetzt kippt auch Kolumbien nach rechts. Nach Jahren des Misstrauens gegen Unternehmen und Leistung verspricht Abelardo de la Espriella ein Wirtschaftswunder.Kolumbien hat gewählt. Knapp, sehr knapp: rund 49,66 zu 48,7 Prozent. Aber das Signal ist klar: Eine Mehrheit will einen anderen Kurs, mehr Sicherheit, mehr Marktwirtschaft, mehr Westen, weniger Staat. Für mich ist das nicht abstrakt. Ich bin Kolumbianer, lebe seit fast zwanzig Jahren in Deutschland, und ich habe lange nicht mehr mit so viel Hoffnung auf mein Land geschaut.De la Espriellas „País Milagro“ (Wunderland – gemeint ist ein Wirtschaftswunder) ist ein großes Versprechen: sieben Prozent Wachstum, niedrigere Steuern, ein schlankerer Staat, mehr Energie, neue Wohnungen, Millionen Jobs. Das klingt ambitioniert. Vielleicht zu ambitioniert. Aber nach Jahren des Misstrauens gegenüber Unternehmern, Investoren und Leistung ist allein schon die Richtung richtig. Kolumbien braucht wieder den Glauben, dass Wachstum kein Problem ist, sondern die Voraussetzung für sozialen Aufstieg.Sein Vize José Manuel Restrepo war Finanzminister. Das ist wichtig. Denn ein Wunder entsteht nicht durch Rhetorik. Es entsteht durch Disziplin, Zahlen, Investitionen, Sicherheit und Vertrauen. Kapital geht nicht dorthin, wo die lautesten Reden gehalten werden. Es geht dorthin, wo Verträge gelten, Gerichte funktionieren und der Staat berechenbar ist.Lesen Sie auchAuch international ist das Ergebnis relevant. In Venezuela ist Maduro seit Januar weg, in Argentinien regiert Milei, und jetzt kippt auch Kolumbien nach rechts. Südamerika ordnet sich neu. Die USA haben das sofort verstanden. Trump schrieb: „He Won, BIG!“ Milei feierte: „El León y el Tigre rugen en Latinoamérica“ – der Löwe und der Tiger brüllen durch Lateinamerika. Auch Israel blickt auf Bogotá: De la Espriella hat angekündigt, die unter Petro abgebrochenen Beziehungen zu erneuern und die strategische Allianz mit Washington und Jerusalem zu stärken. Europa sollte deshalb nicht nur höflich zuschauen. Deutschland begleitet Kolumbien seit vielen Jahren im Friedensprozess. Gerade jetzt wäre es falsch, das Land politisch und wirtschaftlich allein Washington und Buenos Aires zu überlassen.Lesen Sie auchDe la Espriella wird aber nur erfolgreich sein, wenn er mehr ist als ein Gegenentwurf zur Linken. Fast jeder zweite Kolumbianer hat gegen ihn gestimmt. Diese Menschen gewinnt man nicht mit Triumph. Man gewinnt sie mit Ergebnissen: weniger Gewalt, mehr Arbeit, funktionierende Schulen, Investitionen, echter Aufstieg für Familien.Kolumbien kann groß werden. Größer, als viele in Europa glauben. Aber das Wunder kommt nicht geliefert, weil man es verspricht. Es wird geliefert, wenn Sicherheit, Freiheit und Rechtsstaat zusammenkommen.El Tigre hat die Wahl gewonnen. Jetzt muss er zeigen, was er kann.
Wahlsieg von Espriella: Rechtsruck? Kolumbien kann unter „El Trigre“ groß werden - WELT
In Venezuela ist Maduro weg, in Argentinien regiert Milei, und jetzt kippt auch Kolumbien nach rechts. Nach Jahren des Misstrauens gegen Unternehmen und Leistung verspricht Abelardo de la Espriella ein Wirtschaftswunder.














