Es ist der knappste Wahlausgang, den Kolumbien in der Geschichte seiner Stichwahlen je erlebt hat. Als an diesem Sonntagabend in Bogotá die ersten Ergebnisse über die Bildschirme flackern, wird klar: Das Land hat sich entschieden – aber nur knapp und es ist tief gespalten. Der ultrarechte Anwalt und Polit-Quereinsteiger Abelardo de la Espriella, Kandidat der Bewegung Verteidiger des Vaterlandes, lag am Abend (Ortszeit) nach dem sogenannten Preconteo bei 49,65 Prozent.
Sein Gegner, Iván Cepeda, Kandidat des linken Historischen Paktes und politischer Erbe von Präsident Gustavo Petro, kommt auf 48,70 Prozent. Bei ausgezählten 99,86 Prozent der Wahlurnen liegen zwischen beiden ganze 247 287 Stimmen.
Preconteo und Escrutinio – warum der Abend noch kein Ende hat
Für deutsche Leserinnen und Leser lohnt sich an dieser Stelle ein Blick ins kolumbianische Wahlrecht, denn es erklärt, warum Petro noch in der Wahlnacht twittert: „Vamos a escrutinios“ – „Wir gehen in die Auszählung.“
Das Preconteo ist eine vorläufige, rein informative Schnellauszählung, die die Wahlbehörden unmittelbar nach Schließung der Wahllokale auf Basis der von den Wahlhelfern übermittelten Formulare veröffentlichen. Sie ist schnell und medientauglich, aber nicht rechtsverbindlich.














