Bundeskanzler Friedrich Merz (70) hat US-Vorwürfe wegen angeblich zu niedriger Medikamentenpreise in Deutschland zurückgewiesen. „Ich gehe ​davon aus, dass die Vereinigten Staaten von Amerika sich an die Verabredung ‌halten, die wir haben“, sagte Merz am Freitag in Brüssel nach Ende des EU-Gipfels auf die Frage nach den US-Untersuchungen.Die Erstattung von modernen, innovativen Arzneimitteln durch die deutschen Krankenkassen sei eine nationale ​Zuständigkeit. „Wenn Amerika darüber Informationen haben möchte, dann stellen wir sie selbstverständlich gerne ⁠zur ⁠Verfügung. Aber das ist eine Frage unseres Erstattungssystems innerhalb des gesetzlichen Rahmens der Krankenversicherung“, fügte Merz hinzu. „Insofern ist das eine rein innerstaatliche ‌Angelegenheit.“

US-Untersuchung wegen deutscher ArzneipreiseDie USA hatten zuvor eine Handelsuntersuchung ​gegen Deutschland wegen ‌der Preisgestaltung für Medikamente eingeleitet. Mit der Untersuchung nach Abschnitt 301 des US-Handelsgesetzes von 1974 solle geprüft werden, ob Deutschland für innovative Pharmaprodukte anhaltend zu wenig bezahle ‌und dies unangemessen oder diskriminierend sei.