Wie sieht die Zukunft des Schweizer Weins aus? Getty Images Claudia A. aus B. schreibt, dass vergünstigte Kontingente für Weinimporte künftig nur noch an Abfüllbetriebe gehen sollen, die selbst Schweizer Trauben kaufen und verarbeiten. Widerspricht diese Idee nicht dem freien Markt?Das ist ein absurder Vorschlag und bevorzugt einige wenige Traubenproduzenten und Abfüllbetriebe, namentlich in der Westschweiz. Die Verordnung des Bundesrates verstösst sowohl gegen das Grundrecht der Wirtschaftsfreiheit als auch gegen die WTO-Normen, wie ein Gutachten der Zürcher Anwaltskanzlei Nobel festhält. Die Vernehmlassung für diese bundesrätliche Verordnung endet an diesem Donnerstag.Insbesondere die Weinhändler wehren sich vehement dagegen und sprechen von einem «weltfremden Vorschlag». Tatsächlich ist nicht einzusehen, warum eine einflussreiche Gruppe von Winzern und Abfüllern einen Schutz einheimischer Weine mit Abnahmegarantien erhalten soll. Wer qualitativ gute Gewächse produziert, hat keine Probleme, seine Produkte abzusetzen. Um (Staats-)Hilfe rufen in der Regel jene, die lediglich Mittelmass in die Flasche abfüllen.Bereits heute erhält die nationale Vermarktungsorganisation Swiss Wine Promotion beträchtliche Bundesgelder. Und so schlecht, wie oft dargestellt wird, kann es um den Schweizer Wein nicht bestellt sein. Er konnte jedenfalls im letzten Jahr Marktanteile dazugewinnen. Demgegenüber haben ausländische Rotweine einen Verlust von 9 Prozent hinnehmen müssen.Um keinen falschen Verdacht aufkommen zu lassen: Ich geniesse regelmässig Schweizer Weine. Diese müssen sich nicht vor der ausländischen Konkurrenz verstecken – im Gegenteil.Fragen an: peter.keller@nzz.ch Newsletter Die besten Artikel aus «NZZ Bellevue», einmal pro Woche von der Redaktion für Sie zusammengestellt.