PfadnavigationHomeRegionalesRheinland-Pfalz & SaarlandZolldeal: Unternehmen zurückhaltend – Weinbranche alarmiertVeröffentlicht am 28.07.2025Lesedauer: 4 MinutenWinzer Selbach exportiert einen großen Teil seines Weins in die USA (Archivbild)Quelle: Harald Tittel/dpa15 Prozent Zoll etwa auf deutsche Weine in die USA: Das wäre ein schwerer Schlag für die Branche in Rheinland-Pfalz. Noch gibt es eine kleine Hoffnung, dass es nicht so kommt.Der Zolldeal zwischen den USA und der EU ist in Rheinland-Pfalz auf große Zurückhaltung und teils scharfe Kritik gestoßen. Nach Einschätzung von Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt bleibt die Vereinbarung weit hinter den Interessen der Wirtschaft in Europa zurück.Der Basiszoll von 15 Prozent verschaffe zwar «für einen kurzen Zeitraum Luft zum Durchatmen» - an einem verlässlichen Freihandelsabkommen mit den USA in der Zukunft gehe aber kein Weg vorbei, sagte die FDP-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. Für solch ein Abkommen sind auch die Industrie- und Handelskammern (IHK).Schmitt: «Weinbranche steckt in tiefer Absatzkrise»«Gerade in Rheinland-Pfalz sehe ich eine große Betroffenheit bei Pharma und Chemie», sagte Schmitt. Dazu komme die Weinbranche. Die Ministerin appellierte an Bund und EU, Weine von Zöllen zu befreien. «Die Weinbranche in Europa steckt in einer tiefen Absatzkrise, erhöhte Zölle wären eine Belastung, die manchem Betrieb das Genick brechen könnte.»Ministerpräsident Alexander Schweitzer sagte, die Vereinbarung müsse sorgfältig ausgewertet werden. Klar sei aber, jeder zusätzliche Prozentpunkt an Zöllen sei eine Belastung für die exportorientierte Wirtschaft.«Auch wenn der Zollstreit nun formal beigelegt ist, bleibt die wirtschaftliche Realität herausfordernd», betonte der Sozialdemokrat. Die Einigung dürfe nur ein erster Schritt sein. Er hoffe auf weitere Gespräche der Bundesregierung und der EU mit den Vereinigten StaatenDer Chemie-Riese BASF mit Sitz in Ludwigshafen teilte mit, er beobachte die Entwicklung genau. «Die jetzt als Zwischenschritt zu einer Verhandlungslösung vereinbarten Zölle zwischen der EU und den USA reduzieren die aktuelle Unsicherheit und geben Raum für Detailverhandlungen», teilte ein Sprecher mit.Wie der BASF-Konzern es sieht«Die direkten Auswirkungen auf BASF dürften sich aufgrund des hohen Anteils an lokaler US-Produktion in Grenzen halten», heißt es in Ludwigshafen. In den USA seien 2024 mehr als 80 Prozent des BASF-Umsatzes mit lokal hergestellten Produkten erzielt worden. «Wir müssen allerdings auch indirekte Auswirkungen berücksichtigen, die sich aus Nachfrageveränderungen unserer Kundenindustrien ergeben.»Daimler Truck: «Auf verlässliche Rahmenbedingungen angewiesen»Beim Mainzer Spezialglashersteller Schott heißt es, man wolle erstmal genau rechnen, was der Zolldeal für das Unternehmen nun genau heiße. Bei Daimler Truck, dessen Werk in Wörth nach BASF größer Arbeitgeber in Rheinland-Pfalz ist, betonte ein Sprecher: «Unternehmen sind auf verlässliche Rahmenbedingungen angewiesen, um langfristige Investitionen zu tätigen.» Die gemeinsam verkündete Rahmenvereinbarung sei ein positives Signal. «Entscheidend wird nun jedoch sein, wie die zwischen den USA und der EU getroffene Vereinbarung konkret ausgestaltet wird.»Auch die Arbeitsgemeinschaft der IHKs im Land spricht von einem Stück Planungssicherheit durch die Zollentscheidung der USA. «Es hätte noch schlimmer kommen können», sagte Hauptgeschäftsführer Arne Rössel. Gleichzeitig dürften die Fakten nicht ausgeblendet werden. «Die Zölle vervierfachen sich im Schnitt, für Stahl- und Aluminiumexporte fehlt weiterhin eine Lösung.» Es benötige endlich ein umfassendes Freihandelsabkommen mit den USA und anderen wichtigen Wirtschaftspartnern.Die Landesvereinigung Unternehmerverbände (LVU) sprach von einem schweren Schlag für die Wettbewerbsfähigkeit hiesiger Unternehmen, den diese nicht mit einer Steigerung ihrer Produktivität auffangen könnten.
Zolldeal: Unternehmen zurückhaltend – Weinbranche alarmiert - WELT
15 Prozent Zoll etwa auf deutsche Weine in die USA: Das wäre ein schwerer Schlag für die Branche in Rheinland-Pfalz. Noch gibt es eine kleine Hoffnung, dass es nicht so kommt.








