Für die Welt ist es einfach „das Azteca“, doch der Journalist Ángel Fernández taufte es mit präziser Nachbarschaftspoetik „El Coloso de Santa Úrsula“, den Koloss von Santa Úrsula, weil es im Viertel Santa Úrsula Coapa im Stadtbezirk Coyoacán steht. Fernández hatte ein Talent für unvergessliche Metaphern. Bei einer Übertragung sagte er einmal, der Name des deutschen Fußballers Hans-Peter Briegel bedeute auf Spanisch „staatliche deutsche Eisenbahngesellschaft“. Da ich im WM-Finale von 1986 das ganze Spiel über Briegel hinterherjagen musste, kann ich die Exaktheit dieser Metapher bestätigen. Er war eine Lokomotive, die mich von einer Seite des Spielfelds zur anderen schleppte, mich in einem leidvollen Hin und Her bis an die Grenze trieb – und mir so half, das Aztekenstadion noch besser kennenzulernen.
WM 2026: Der Tempel des epischen Lichts - Jorge Valdano über das Aztekenstadion
Der Betonkoloss mit seinen steilen Tribünen wirkte körperlich einschüchternd... Gastbeitrag von Jorge Valdano zum Eröffnungsspiel.
Valdano erzählt vom Azteca-Stadion in Mexiko-Stadt anhand des WM-Finales 1986, als Briegel ihn übers Spielfeld trieb. Das Stadion symbolisiert Mexikos kulturelles Erbe und zeigt, wie ikonische Orte nationale Identität prägen.













