Nach historischem Kurssturz: Die Führungsriege von Partners Group kauft eigene Aktien in MillionenhöheDie Aktie von Partners Group stürzte vergangene Woche an einem einzelnen Handelstag um 16 Prozent ab. Die Mitglieder der Geschäftsleitung und des Verwaltungsrats haben das genutzt, um ihre Anteile zu erhöhen.09.06.2026, 12.07 Uhr3 LeseminutenAlfred Gantner ist das bekannteste Gesicht von Partners Group und sagt nach dem Kurssturz: «Ich habe in letzter Zeit zusätzliche Aktien gekauft.»KEYSTONEEs war ein schwarzer Tag für Partners Group. Am vergangenen Mittwoch verlor die Aktie der Zuger Beteiligungsgesellschaft 16 Prozent an Wert. Der Börsenwert sank innert weniger Stunden von 21,5 auf rund 18 Milliarden Franken. Für die drei Gründer Alfred Gantner, Marcel Erni und Urs Wietlisbach waren die Einbussen besonders schmerzhaft. Sie besitzen zusammen 15 Prozent des Unternehmens.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Auslöser der Panikverkäufe war die Meldung, dass Partners Group bei einzelnen Private-Equity-Fonds Kapitalrückzüge auf fünf Prozent beschränkt – wie in den Fondsbedingungen vorgesehen. Am Hauptsitz in Baar stösst die heftige Marktreaktion daher auf wenig Verständnis, wie Verwaltungsratspräsident Steffen Meister vergangene Woche im Gespräch mit der NZZ sagte. Die Verantwortlichen zeigen sich weiterhin überzeugt vom Geschäftsmodell. Sie nutzten den Kurssturz sogar, um ihre Beteiligungen auszubauen.Mitglieder der Geschäftsleitung und des Verwaltungsrats kauften in den zwei Tagen nach dem Einbruch Aktien im Wert von rund 23 Millionen Franken, wie Daten der Schweizer Börse SIX zeigen. Ein Sprecher des Unternehmens sagt dazu: «Der aktuell niedrige Aktienkurs wird von Mitgliedern des Verwaltungsrats, der Geschäftsleitung sowie Mitarbeitenden aus dem gesamten Unternehmen als attraktive Einstiegsmöglichkeit wahrgenommen.»Fredy Gantner hat Aktien zugekauftInsgesamt wurden seit dem Kurssturz neun meldepflichtige «Management-Transaktionen» registriert. Zwei stechen hervor: der Erwerb von 14 000 Namenaktien für rund 10 Millionen Franken sowie von 11 200 Namenaktien für rund 8 Millionen Franken.Beide Käufe erfolgten am Freitag, zwei Tage nach dem Kurseinbruch. Aus den SIX-Daten geht nicht hervor, wer dahintersteckt, lediglich, dass es sich um ein «Exekutives Verwaltungsratsmitglied» oder ein «Mitglied der Geschäftsleitung» handelte. Partners Group will auf Anfrage keine Namen nennen. Es liegt jedoch nahe, dass zumindest die grössten Transaktionen von den Unternehmensgründern stammen.Dazu passen die Aussagen von Alfred «Fredy» Gantner, dem bekanntesten Gesicht von Partners Group: «Ich halte weiterhin ein grosses Aktienpaket und habe in letzter Zeit sogar zusätzliche Aktien gekauft, wie viele unserer Mitarbeitenden», sagte der Mitgründer, Grossaktionär und Verwaltungsrat am Wochenende in einem Interview mit der «Sonntagszeitung». Man habe diese Möglichkeit für die Mitarbeitenden nach dem Kurssturz bewusst eröffnet, zusätzlich zu den regulären Zeitfenstern, in denen solche Aktienkäufe möglich sind.Er sei nicht auf kurzfristige Kursgewinne aus, stellte Gantner klar, sondern verstehe sich als langfristig engagierter Unternehmer. Die aktuelle Situation erinnere ihn an die Finanzkrise von 2008. «Damals ist unser Kurs ebenfalls um über 60 Prozent eingebrochen, was wir zur Aufstockung unserer Position genutzt haben.» Aus einer Aktie, die damals 60 Franken kostete, sind mittlerweile 1000 Franken geworden, wenn man die Dividenden dazuzählt. Und das trotz der Kurskorrektur in den vergangenen Monaten.Selbstkritik in Sachen KommunikationGantner zeigt sich überzeugt, dass sich der Kurs erholen wird. Das Unternehmen habe ein Rekordjahr hinter sich und sei auch im laufenden Jahr gut unterwegs: «Nach einem Rekordjahr haben wir auch im ersten Quartal starke Zuflüsse von Kundengeldern, und der Trend ist trotz der Fondsrücknahmen im Privatkundengeschäft sehr positiv.»Dass die Marktteilnehmer die Perspektiven anders einschätzen, bezeichnet Gantner als «Branchenproblem» und «massive Überreaktion». Auch die geopolitischen Rahmenbedingungen belasteten: «Es ist offensichtlich, dass der Irankrieg tiefe Spuren hinterlässt und nicht so verlief, wie sich das Trump erhofft hat.» Die Unsicherheit bleibe hoch und wirke sich auf die Kapitalmärkte aus. «Die Zinsen sind weltweit gestiegen, Finanzierungen sind schwieriger geworden, und das belastet die gesamte Wirtschaft.»Die NZZ hatte vergangene Woche berichtet, dass der Kurssturz auch mit der Kommunikation der Gesellschaft zusammenhängt. Partners Group wurde abgestraft, weil die Verantwortlichen in den vergangenen Monaten zu optimistisch kommuniziert hatten. Auch Gantner sieht hier Verbesserungsbedarf. «Wir müssen besser und proaktiver kommunizieren», sagt er selbstkritisch. Diese schmerzhafte Lektion gelte es zu lernen.Passend zum Artikel
Nach Kurssturz bei Partners Group: Alfred Gantner und Co. kaufen Aktien in Millionenhöhe
Die Aktie von Partners Group stürzte vergangene Woche an einem einzelnen Handelstag um 16 Prozent ab. Die Mitglieder der Geschäftsleitung und des Verwaltungsrats haben das genutzt, um ihre Anteile zu erhöhen.













