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Eine 78-jährige Genossin zitiert ihre Mutter. Bärbel Bas redet vom „Einheitsbraun“. Und ich, die 1978 kam, frage mich, wer in diesem Land eigentlich noch für dieses Land spricht.
„Was wäre eigentlich so schlimm daran, wenn die Deutschen aussterben?“
Der Satz fiel an einem Abend unter Genossinnen, beiläufig, fast gut gelaunt, im Tonfall einer Frage, auf die man keine Antwort erwartet, weil die Antwort schon in der Frage steckt. Die Genossin, die ihn aussprach, ist 78. Sie zitierte ihre Mutter. Sie ist mit diesem Satz aufgewachsen, als sei das Verschwinden des eigenen Volkes ein historischer Auftrag, den eine Generation der nächsten vererbt wie ein dunkles Schmuckstück.
Ich saß dabei. Ich, die seit mehr als vier Jahrzehnten in diesem Land lebt, hier liebt, hier streitet, hier wählt, hier arbeitet, hier zahlt. Ich, die 1978 aus einem kurdischen Dorf in der Türkei nach Bayern kam und in einer türkischen Klasse Türkisch lernen musste, weil das deutsche Schulsystem nicht vorgesehen hatte, dass ein Kind aus der Türkei kein Türkisch spricht. Und ich, in der niemand eine alteingesessene Deutsche vermuten würde, sagte: Das finde ich unmöglich.















