Es ist ein Satz, der Wellen schlägt – und ein Bild, das hängenbleibt: Bundesarbeitsministerin und SPD-Vorsitzende Bärbel Bas (SPD) spricht beim „Aktionstag Zusammenhalt in Vielfalt“ am 21. Mai 2026 davon, man wolle sich „gegen dieses sogenannte Einheitsgrau“ wehren, „manche würden sogar sagen, Einheitsbraun“. Migration brauche es nicht nur als Fachkräftefrage, sondern „auch für die Vielfalt in unserer Gesellschaft, und das ist genauso wichtig“.

Innerhalb weniger Stunden ist daraus ein mediales Strohfeuer geworden – mit erstaunlich klarer Frontstellung, aber bemerkenswert wenig Erkenntnisgewinn.

Ein staatsnahes Bündnis, ein Unesco-Tag, ein Reizwort

Der Aktionstag selbst ist kein parteipolitisches Format. Er geht zurück auf die Initiative kulturelle Integration (IKI), ein 2016 auf Anregung mehrerer Bundesministerien und des Deutschen Kulturrates gegründetes Bündnis von 28 Organisationen – darunter ARD und ZDF, die beiden großen Kirchen, der Zentralrat der Juden, der Koordinationsrat der Muslime, DGB und BDA, kommunale Spitzenverbände und Migrantenorganisationen.

Gefördert wird die IKI „aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien auf Beschluss des Deutschen Bundestages“ – also aus Steuergeld, auf parlamentarischer Grundlage. Der Aktionstag wurde rund um den Unesco-Welttag der kulturellen Vielfalt erstmals bundesweit ausgerufen; nach Angaben des Kulturrates fanden über 450 dezentrale Aktionen statt, die zentrale Veranstaltung in Berlin war ausgebucht.