PfadnavigationHomePolitikDeutschland„Einheitsgrau“-Rede„Bas hat weite Teile der Bevölkerung unter latentem Faschismusverdacht gestellt“, rügt BosbachStand: 12:49 UhrLesedauer: 3 MinutenDie Spekulationen über einen möglichen Kanzlertausch setzen die CDU unter Druck. Wolfgang Bosbach (CDU), ehemaliger Innenpolitiker, betont, dass solche Debatten der Partei schaden und Friedrich Merz in einer entscheidenden Wahlkampfphase schwächen.CDU-Politiker Wolfgang Bosbach kritisiert eine Rede von Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas zum Aktionstag „Zusammenhalt in Vielfalt“ scharf. Dem Bundeskanzler legt er nahe, die SPD-Politikerin zu entlassen.Der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach hat den Auftritt von Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) am bundesweiten Aktionstag „Zusammenhalt in Vielfalt“ als „unglaublichen Vorgang“ bezeichnet. Sie habe „wieder eine ihrer gefürchteten Reden gehalten“, sagte Bosbach im Interview mit WELT TV. „Dabei hat sie weite Teile der Bevölkerung unter latentem Faschismusverdacht gestellt“, fügte er an. Auf Nachfrage, ob sich nicht Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hätte einschalten müssen, sagte der ehemalige Innenpolitiker: „Ich hätte mich nicht gewundert, wenn der Kanzler sie rausgeworfen hätte.“Lesen Sie auchIn ihrer Rede hatte Bas über offene Anfeindungen und tägliche Diskriminierungserfahrungen von all denen gesprochen, „die vermeintlich anders sind und von einer Norm abweichen“. Damit meinte die SPD-Politikerin Menschen mit Behinderung, Queere oder auch Transpersonen. Die Lage würde sich mit dem Aufstieg populistischer Parteien zuspitzen. „Die offene Gesellschaft wird zum Bedrohungsszenarium. Das sogenannte Fremde zum Angriff auf unsere Kultur betitelt. Das kennen wir leider aus der Vergangenheit, gerade aus der deutschen Geschichte“, sagte Bas weiter. Es sei „unsere Verantwortung, genau daraus zu lernen und klare Konsequenzen zu ziehen“. Selbst wenn ihre Großeltern damals nicht gewusst hätten, was in der Nazizeit mit Deutschland passierte, „wir wissen das heute“, betonte Bas. „Furcht vor dem vermeintlich Bedrohlichen oder Fremden müssen uns als Demokratinnen und Demokraten umtreiben und wir müssen gemeinsam dagegen halten.“Bas rief dazu auf, die „vielfältige Gesellschaft“ zu verteidigen. Dann fielen die Sätze, die Bosbach kritisierte. Bas sagte wörtlich: „Wir wollen Farbe bekennen und wehren uns auch gegen dieses sogenannte Einheitsgrau oder – ich will es sogar braun nennen – auch wenn manche sich sogar sehnen danach. Aber, so ist es halt nicht mehr. Und das ist auch gut so.“Die Arbeitsministerin betonte danach: „Wir brauchen die Menschen, die uns zu uns kommen, auch als Fachkräfte, ja. Aber wir brauchen sie auch für die Vielfalt in unserer Gesellschaft. Das ist genauso wichtig.“Bosbach kritisierte die Aussagen scharf: „Braun steht für völkisches, für rassistisches, für nationalistisches Denken, für das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte.“ Er fürchte, dass sie gesagt habe, „was sie tatsächlich denkt“. Das sei schlimm. „Ich tippe mal das Einheitsgrau, so weit, so schlecht, stand im Manuskript. Dann hat sie wohl (...) Einheitsbraun hinzugefügt.“ Das mache die Sache besonders schlimm. „Also ich weiß nicht, was sie jetzt noch veranstalten soll, um aus dem Kabinett entlassen zu werden.“Ein Bündnis aus Politik, Medien, Kirchen, Kunst und Verbänden hatte für den 21. Mai zum Aktionstag „Zusammenhalt in Vielfalt“ aufgerufen. Dahinter steht die Initiative kulturelle Integration. Angekündigt waren etwa Konzerte, Lesungen und Diskussionen. Der Termin fällt zusammen mit dem jährlichen Unesco-Welttag der kulturellen Vielfalt.jm