Es ist ein Satz, der Wellen schlägt: Bundesarbeitsministerin und SPD-Vorsitzende Bärbel Bas spricht beim „Aktionstag Zusammenhalt in Vielfalt“ am 21. Mai 2026 davon, man wolle sich „gegen dieses sogenannte Einheitsgrau“ wehren, „manche würden sogar sagen, Einheitsbra“. Migration brauche es nicht nur als Fachkräftefrage, sondern „auch für die Vielfalt in unserer Gesellschaft“.

Ein staatsnahes Bündnis, ein Unesco-Tag, ein Reizwort

Der Aktionstag ist kein parteipolitisches Format. Er geht zurück auf die Initiative kulturelle Integration (IKI), ein Bündnis von 28 Organisationen – darunter ARD und ZDF, die beiden großen Kirchen, der Zentralrat der Juden, der Koordinationsrat der Muslime, DGB und BDA. Wer ARD, Bischofskonferenz und BDA zum „linken Projekt“ erklärt, betreibt Etikettenpolitik, keine Analyse.

Was Bas wirklich sagte

Bas’ Rede enthält drei Aussagen: Migration sei nicht auf Fachkräfte zu reduzieren. Homogenität gehöre der Vergangenheit an. Integration sei „keine Einbahnstraße“ – Migranten müssten Sprache lernen, die Aufnahmegesellschaft Offenheit zeigen.