So manches Food-Festival bietet lediglich gepflegte Langeweile und kulinarische Gewissheiten. Doch noch bis zum 28. Juni 2026 zeigt ein Event in Zürich, dass es auch anders und vor allem abwechslungsreich zugehen kann.Viel versprochen ist schnell, aber das mit dem Halten ist eine andere Sache. Auf zahlreichen Food-Festivals und saisonalen Märkten wird folglich vor allem das Übliche geboten. Burger hier, ein paar asiatische Klassiker dort, ergänzt vielleicht noch um die eine oder andere Süssigkeit. Das vor wenigen Tagen eröffnete Zürcher Street-Food-Festival macht da vieles anders und besser, überrascht mit ungewohnten Speisen und dem, was andernorts fehlt: Abwechslung. Nicht alle Stände, etwa «Suki Suki», sind in der gesamten Festivalzeit zugegen, Events und Workshops bereichern das Standardangebot. PD Dass es auch Klassiker wie Gyros und Lángos gibt oder die auf Schweizer Festivals mittlerweile unvermeidlichen Pastéis de Nata (die in ihrer Qualität hier fast schon an jene in Lissabon herankommen), schadet dem Überraschungsansatz nicht. Ein paar Konstanten helfen schliesslich, nicht den Überblick zu verlieren.Highlight: Cocktails und andere Drinks, gern auch ohne AlkoholViele Festivals belassen es bei einigen klassischen Getränkeangeboten, servieren den allgegenwärtigen Spritz oder den schnell zubereiteten Mojito. Hier allerdings gehen die Macher nicht den Weg des geringsten Widerstandes. Ich habe einen Cocktail mit Tequila und viel Frische verkostet, dessen Namen ich vergessen habe, und ein ausgezeichnetes Bier von Valaisanne kennengelernt.Bis einschliesslich 7. Juni beteiligt sich das Festival noch an der Zürcher Cocktail-Week und offeriert an einer der Bars zusätzliche Spezialitäten; Negroni bleibt natürlich ein Dauerbrenner!Highlight: asiatische und mexikanische SnacksLeider sind die indonesischen Nudeln nicht mehr anzutreffen auf dem Festival – es gab sie lediglich an den ersten Tagen –, doch es fehlt trotzdem nicht an Attraktionen aus dem Fernen Osten oder Lateinamerika. Da wären zum Beispiel die japanischen Teigbällchen namens Takoyaki von «Maiiam»: exzellent. Auch die Tacos von «La Buena Birria» waren so, wie sie sein sollten, also saftig und knusprig gleichzeitig. Der Klassiker «Wesley’s Kitchen» ist mit seinen asiatisch inspirierten Snacks natürlich ebenfalls von der Partie.Mitmachen ist auch möglich: Am 23. Juni findet ein Ceviche-Workshop mit «Suspiro» statt, für den sich Interessierte unbedingt anmelden sollten. Am Street-Food-Festival auf der Hardturmbrache findet man kulinarische Spezialitäten aus aller Welt und aus der Region. PD Highlight: Glace und SüssigkeitenFür ein Festival, das im Frühling beginnt und in den Sommer hineinreicht, ist ein hinreichendes Angebot an Kaltem verpflichtend. Zum Glück mangelt es hier nicht an passenden Angeboten – ob zitrusfruchtig von «Jonny Love Orange» oder softeisig von «Label 7». An den kommenden Sonntagen dürfte sich für alle, die den Tag mit Süssigkeiten starten wollen, der Besuch des sogenannten Breakfast-Club lohnen: Matcha, Eierspeisen, Pancakes und Cinnamon Rolls gehören dann zu den Attraktionen.Highlight: die Tavolata am 11. JuniEin Festival innerhalb des Festivals. Für die Tavolata am 11. Juni muss man zwingend reservieren. Was an diesem Tag genau angeboten werden soll, ab 18 Uhr 30, habe ich zwar noch nicht herausgefunden, doch es soll sich um Speisen mit ökologisch-nachhaltigem Touch handeln, Vegetarier kommen angeblich ebenfalls auf ihre Kosten.Highlight: Burger, aber richtigNatürlich existieren auch die unvermeidlichen Burger auf dem Zürcher Street-Food-Festival, aber sie dominieren nicht. Und wenn es sie gibt, scheinen sie origineller und schmackhafter zu sein als anderswo. Da wären zum Beispiel die Burger von «Sando» und «Viso», die knusprig und saftig ausfielen; sogar die Buns gefielen mir ausgezeichnet. Der Burger von «Sando», den es sonst an der Niederdorfstrasse 60 in Zürich gibt. PD Zur Burger-Week ab dem 15. Juni kommen Fans belegter warmer Brötchen richtig auf ihre Kosten. Auf den Himalaya-Burger freue ich mich ganz besonders, aber das dänische Braten-Sandwich möchte ich auch probieren.Highlight: Fast Food aus EuropaFindige Gastronomen bedienen sich nicht bloss in Asien oder Mexiko, sondern schauen auch, wo es in Europa und in der Schweiz Rezepte gibt, die sich für Street-Food-Verhältnisse adaptieren lassen. Die gefüllten und ausgebackenen sizilianischen Reisgebilde bei «Sicilian Street Food» gehen zwar nicht gerade als leicht durch, sind aber delikat, die Pizza mit Schinken bei «Pizza Pista» war überraschend fluffig.Am besten hat mir indes die Idee von «Mayas5» gefallen, Walliser Esskultur in den Fast-Food-Modus zu überführen. Smash Cholera ist wirklich eine Idee, die Zukunft haben dürfte.Highlight: feine Weine oder lieber keine Weine?«Smith & Smith» ist wie seit je für das Angebot an echten Weinen zuständig und setzt auf Frische, passend zur Saison. Wer will, kann sich kalten Champagner ausschenken lassen, doch es geht auch weniger luxuriös zu und her, bei Bedarf auch alkoholfrei unter dem Stichwort «Keine Weine» von «Smith & Smith». Bei besonders hohen Temperaturen darf es aber gern auch einfach nur eine Ingwerlimonade sein. Newsletter Die besten Artikel aus «NZZ Bellevue», einmal pro Woche von der Redaktion für Sie zusammengestellt.