Jugendliche wünschen sich ein Mini-Züri-Fäscht nur für sich – mit Attraktionen, die «zwischen 0 und 10 Franken kosten»«Mindestens» viermal pro Jahr soll das Festival stattfinden. Die Politik hat Bedenken.03.06.2026, 19.11 Uhr3 LeseminutenIn Zürich gebe es zu wenig Festivals nur für junge Leute, finden Jugendliche.Annick Ramp / NZZSo freundlich wie an diesem Mittwochabend geht es im Zürcher Stadtparlament kaum je zu und her. Da wird ein Vorstoss vorgelesen, und von links bis rechts klatschen die Ratsmitglieder anerkennend. Es folgt aufmunterndes Nicken. Und eine ablehnende Haltung wird eingeleitet mit den Worten: «Ich muss euch leider enttäuschen, aber...»Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Die Gemeinderätinnen und Gemeinderäte bedenken sich freilich nicht gegenseitig mit solch wohlwollenden Wortmeldungen. Sondern eine Gruppe von Jugendlichen, die an der Sitzung ausnahmsweise teilnimmt. Diese hat die Gelegenheit, insgesamt drei Jugendvorstösse vorzustellen. Ausgearbeitet wurden sie an der Jugendkonferenz vom letzten November, zusammen mit Mitgliedern des Stadtparlaments.Jugendvorstösse werden im Stadtparlament wie normale Vorstösse behandelt. Die Voraussetzungen: Sie müssen von mindestens 60 Jugendlichen zwischen 12 und 18 Jahren eingereicht werden. Zudem müssen sie in die Zuständigkeit des Stadtparlaments fallen und von dessen Geschäftsleitung für gültig erklärt werden.In diese Auswahl geschafft hat es etwa der Wunsch nach einer Art Mini-Züri-Fäscht für junge Leute: ein Jugendfestival, das «mindestens vier Mal» pro Jahr stattfinden und ausschliesslich 12- bis 18-Jährigen vorbehalten sein soll. Mit Essensständen, Fahrgeschäften, Musik und Ständen, die von jungen Leuten geführt werden.Heute gebe es viel zu wenig Anlässe nur für Jugendliche, sagt die Schülerin Sofija Savić am Mittwoch. «Das Knabenschiessen ist toll, aber es findet nur einmal im Jahr statt.» Zudem seien viele Kinder unter 12 Jahren und Erwachsene unter den Besucherinnen und Besuchern. Jugendliche wollten aber auch einmal unter sich sein.Weil Jugendliche wenig Geld zur Verfügung hätten, sollten die Angebote günstig sein, ergänzt Savićs Kollege Benno Weniger – «zwischen 0 und 10 Franken». Damit die Standbetreiber so tiefe Preise anbieten könnten, soll der Stadtrat auf Gebühren und Standmieten verzichten.Im Rat fallen die Reaktionen auf diese Wunschliste unterschiedlich aus. SP und Grüne unterstützen den Vorstoss. «Ob es dann wirklich viermal im Jahr ein Festival sein muss, darüber können wir noch reden», fügt Sarah Dähler (Grüne) an.Ein Ja gibt es auch von der SVP. Bezahlbare und niederschwellige Angebote für Jugendliche seien wichtig, sagt Michele Romagnolo. «Sie stärken den Zusammenhalt.»Die GLP lehnt den Vorstoss hingegen ab mit der Begründung, es gebe heute schon ähnliche Veranstaltungen, die von Jugendlichen «geprägt» seien. Als Beispiele nennt Christine Huber das Musikfestival Vorstadtsounds im Quartier Albisrieden, das Stolze Openair im Kreis 6 oder das Dynamo als «zentralen Ort für Jugendkultur».Ähnlich klingt es bei den Freisinnigen. Martin Bürki (FDP) wundert sich aber über die Zustimmung der SP. Diese habe schliesslich «alles dafür getan, damit das Züri-Fäscht nicht mehr stattfinden kann.»Auch die AL lehnt den Vorstoss ab, die Grossveranstaltungen gegenüber grundsätzlich kritisch eingestellt ist. «Ein Festival viermal im Jahr ist einfach zu viel», erklärt Tanja Maag.Der Stadtrat selbst zeigt sich bereit, den Vorstoss anzunehmen. Als Mutter von zwei Jugendlichen könne sie das Anliegen gut nachvollziehen, sagte Stadträtin Céline Widmer (SP) an die Jugendlichen gerichtet. «Ihr braucht Erholung, aber viele Feste sind teuer.» Der Stadtrat werde nun prüfen, ob der Vorstoss in irgendeiner Form umsetzbar sei.In der Abstimmung wird das Anliegen schliesslich angenommen. Und den Jugendlichen in den Sitzreihen, die das Geschehen verfolgen, erfährt ein unüberhörbares «Yesssssss!»Passend zum Artikel
Zürich: Jugendliche wünschen sich Mini-Züri-Fäscht nur für sich
«Mindestens» viermal pro Jahr soll das Festival stattfinden. Die Politik hat Bedenken.









