Manchmal glaube ich, Berlin hat mehr Food-Festivals als Wochen. Kaum ist das eine vorbei, wartet das nächste. Bei Musikfestivals leuchtet mir das irgendwie ein – Menschen wollen gemeinsam tanzen, schwitzen, eskalieren. Aber gemeinsam im Gedränge beim Chili- oder Pistazien-Festival noch schnell irgendwo hingreifen, bevor die guten Sachen weg sind?
Ich bin ehrlich: Mich stressen solche Food-Events ebenso wie ein ausladendes Hotelbuffet. Nicht, weil ich keinen Appetit hätte – im Gegenteil. Gerade weil mich die kulinarische Fomo ergreift und überfordert. Theoretisch könnte ich ab jetzt durchs ganze Jahr Essenstouren machen. Was die Food-Festival-Saison betrifft, geht es gerade richtig los.
Beer Week, Pizza Week, Food Week
Soeben ging das Berlin Chili Fest mit scharfen Soßen und Wettbewerben zu Ende, danach folgt das Italian Street Food Festival am Osthafen. Im Sommer kommen die True Italian Pizza Week, später ein Pistachio Street Food Festival, die Berlin Beer Week und natürlich irgendwann die Berlin Food Week sowie nach dem Jahreswechsel wieder das Feinschmeckerfestival Eat! Berlin.
Auch bin ich, wenn es darum geht, diese ganzen Formate auseinanderzuhalten, noch immer nicht firm. Bei der Restaurant Week dagegen, die gerade gestartet ist und sich als „Festival für Signature Menüs“ bezeichnet, fällt es mir überraschend leicht. Hier verstehe ich sofort den Sinn. Statt eines Schauplatzes, auf dem man sich von Stand zu Stand futtert, findet sie direkt in den teilnehmenden Restaurants statt – und schafft damit tatsächlich etwas, das Berlin zuletzt ein wenig verloren hatte: den niedrigschwelligen Zugang zu wirklich guten Lokalitäten.







