Matthias Hundt sollte Berlin digitalisieren. Stattdessen hat Berlin Matthias Hundt entsorgt. Acht Monate nach seiner pompösen Ernennung zum Chief Digital Officer und Staatssekretär in der Senatskanzlei bleibt von der großen Modernisierungserzählung nichts übrig außer einem Aktenvermerk: 50.700 Euro Übergangsgeld, eine insolvente Sachsen Digital Consulting GmbH, Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Dresden, ein Anwalt, der Vorwürfe zurückweist, ein Senat, der die Entlassung am Dienstag beschließen will.

Das ist die Bilanz. Kein Projekt, keine Reform, keine digitale Akte, kein E-Government-Schub. Acht Monate Stillstand, bezahlt vom Steuerzahler, und am Ende ein Posten, der so verbrannt ist, dass sich der nächste geeignete Kandidat dreimal überlegen wird, ob er ihn überhaupt annimmt – sofern er ihm nicht übergeholfen wird.

Man muss sich die Fallhöhe vergegenwärtigen. Hundt war nicht irgendein Staatssekretär. Er war Chief Digital Officer eines Bundeslandes, das in Sachen Verwaltungsdigitalisierung seit Jahren in den hinteren Rängen aller einschlägigen Rankings residiert.

Seine Aufgabenliste, vom Senat im März 2026 stolz präsentiert, las sich wie ein Pflichtenheft für die Modernisierung einer ganzen Metropole: strategische Steuerung der Digitalisierung, Ausbau von E-Government, Einführung der digitalen Akte, Koordination der verwaltungsweiten IT-Infrastruktur, Verantwortung für IT-Sicherheit, Steuerung von Smart-City-Initiativen, Priorisierung der IKT-Mittel, Unterstützung der Verwaltungsreform. Kurz: alles, was Berlin braucht, um nicht endgültig zur analogen Folklore zu werden.